Jamaika ist ein Inselstaat in der Karibik und gehört zum Commonwealth of Nations und ist gleichzeitig auch die drittgrößte Insel der großen Antillen. Die Hauptinsel hat eine Länge von 235 Kilometern und eine Breite von 35 Kilometern.

Fläche 10 990 km2
Einwohner (2013) 2,71 Mio.
Hauptstadt Kingston
Verwaltungsgliederung 14 Bezirke
Amtsprache Englisch
Nationalfeiertag erster Montag im August
Währung 1 Jamaika-Dollar (J$) = 100 Cent (c)
Zeitzone MEZ −6 Stunden

Amtlich englisch Jamaica, Staat im Karibischen Meer, umfasst außer der Hauptinsel Jamaika, die drittgrößte Insel der Großen Antillen, einige kleine vorgelagerte Inseln.

Jamaika im Überblick

Jamaika Jamaika

Aus geografischer Sicht kann Jamaika in drei Gegenden unterteilt werden. Das sind auf der einen Seite die Blue Mountains, dann das zentrale Hochland und zu guter letzt noch die Küstenebenen. Im Osten erstrecken sich sie Blue Mountains auf einer Länge von ca. 100 Kilometern und an der Westspitze ist ein schmaler Küstenstreifen mit Stränden zu finden. Zudem gibt es viele kürzere Flüsse auf der Insel, die von Norden nach Süden verlaufen.

Weil im Landesinneren sehr bergiges Terrain vorherrscht, befinden sich die meisten Großstädte an der Küste. Die Hauptstadt Kingston hat knapp 600 000 Einwohner. Weitere wichtige Städte sind Spanish Town mit fast 150 000 Einwohnern und auch Montego Bay mit 82 000 Einwohnern.

Nach den letzten Zählungen leben mehr als  2,8 Mio. Menschen auf Jamaika und die Hälfte davon in Städten. 91 Prozent der Einwohner stammen zudem von afrikanischen Sklaven ab. Hauptsächlich wird auf der Insel Englisch gesprochen, jedoch ist auch Jamaika-Kreolisch zu hören.

Jamaika Jamaika

Ein wichtiges Tourismuszentrum Jamaikas ist Montego Bay, wo sich ein wichtiger Hafen für den Export und auch ein zweiter Flughafen des Landes befinden. Jedes Jahr zählt das Land zwischen zwei und drei Millionen Touristen.

Der wichtigste Flughafen des Landes befindet sich in der Hauptstadt Kingston. Besonders frequentiert wird Jamaika auch von Tagesausflüglern von Kreuzfahrtschiffen, die in der Karibik schippern.

Klima

Auf Jamaika herrscht tropisches Klima und die Temperaturunterschiede während eines Jahres sind äußerst gering. Beispielsweise herrschen in der Hauptstadt Kingston im Juli Temperaturen von durchschnittlich 27 Grad Celsius und im Januar von 25 Grad Celsius. Auch gibt es zwei Regenzeiten, eine in den Monaten Mai und Juni und die andere von September bis November. Die beste Reisezeit für Jamaika ist daher das ganze Jahr über.

Sehenswürdigkeiten

Es gibt eine Menge Sehenswürdigkeiten auf Jamaika zu entdecken. Am berühmtesten sind aber wohl die Wasserfälle Dunn’s River Falls bei Ocho Rios, YS Falls bei Black River und auch die Reach Falls bei Port Antonio.

In der Hauptstadt Kingston Town gibt es nicht nur für Fans des Reggae ein Bob Marley Museum. Überhaupt ist Jamaica natürlich übersät mit Reggae Rythmen und Lokalen, in denen der Musikstil nach wie vor stark en vogue ist.

Des weiteren kann hier dem botanischen Garten oder auch dem Victoria Market ein Besuch abgestattet werden.

Einen Besuch wert ist auch das Fischerdorf St. Ann’s Bay, das sich westlich von Kingston befindet.

Ausflüge in die Blue Mountains können auch empfohlen werden, schon allein aufgrund der 250 Vogelarten, die es dort geben soll.

Hier gehts zum Artikel über die Sehenswürdigkeiten auf Jamaika.

Staatsrecht

Nach der Verfassung von 1962 ist Jamaika eine parlamentarische Monarchie im Commonwealth. Staatsoberhaupt ist der britische Monarch, vertreten durch den Generalgouverneur. Die Legislative liegt beim Zweikammerparlament, bestehend aus Senat (21 ernannte Mitglieder) und Repräsentantenhaus (60 Abgeordnete, für 5 Jahre gewählt). Oberstes Exekutivorgan ist die dem Parlament verantwortliche Regierung unter Vorsitz des Premierministers (vom Generalgouverneur ernannt). – Wichtigste Parteien sind die Nationale Volkspartei (PNP) und die Arbeiterpartei Jamaikas (JLP).

Natur

Abgesehen von teilweise versumpften Küstenebenen bestehen etwa zwei Drittel der Insel aus bis zu 900 m hohen Kalksteinplateaus, die stark verkarstet sind. In Karsthohlformen konnte sich Bauxit bilden. Im Osten liegen in den Blue Mountains die höchsten Erhebungen des Landes (Blue Mountain Peak, 2 292 m über dem Meeresspiegel), die wie die Central Range (950 m über dem Meeresspiegel) in der Inselmitte zum amerikanischen Kordillerensystem gehören. Die Insel ist erdbebengefährdet. Das Klima ist tropisch mit hohen Niederschlägen (im Jahresmittel 800–3 000 mm), besonders an der Nordküste; es treten häufig Wirbelstürme auf. Abgesehen von den mit Regen-, Berg- und Nebelwald bedeckten Blue Mountains wurde die ursprüngliche Vegetation weitgehend vernichtet. An den Küsten bestimmen Mangroven und Kokospalmen das Bild.

Bevölkerung

Die Bevölkerung besteht hauptsächlich aus Schwarzen und Mulatten (zusammen 97 %) sowie Indern, Europäern und Chinesen. Landflucht, Arbeitslosigkeit und Übervölkerung führten zu starker Auswanderung (in den letzten Jahren v. a. nach Nordamerika); durchschnittliches jährliches Bevölkerungswachstum: 0,9 %. – Rund 84 % der Bevölkerung sind Christen, überwiegend Protestanten (rund 70 %; über 150 Denominationen, darunter zahlreiche charismatisch-pfingstlerisch geprägte afrokaribische Kirchen). Der in Jamaika entstandenen afroamerikanischen Religion der Rastafaris werden bis zu 5 % der Bevölkerung zugerechnet; daneben Anhänger des magischen Zaubers (Obeah) und des stark ekstatisch geprägten afroamerikanischen Convince-Kults. – Es besteht eine allgemeine achtjährige Schulpflicht ab dem 7. Lebensjahr. Die Alphabetisierungsrate wird (2004) mit 88 % (alle über 15 Jahre) beziehungsweise 95 % (15–24-Jährige) angegeben. In Kingston bestehen die University of the West Indies (Universitätsstatus seit 1962) und die University of Technology (Universitätsstatus seit 1995).

Wirtschaft und Verkehr

Fremdenverkehr, Bauxitabbau und Landwirtschaft sind die Hauptzweige. Jamaika ist viertgrößter Bauxitexporteur der Erde. Die 1942 entdeckten Vorkommen (Reserven rund 1 Mrd. t) werden seit 1952 durch multinationale Unternehmen im Tagebau abgebaut, das Bauxit wird zu Tonerde verarbeitet. In der Industrie arbeiten 18 % der Beschäftigten, in der Landwirtschaft 21 %. Hauptnahrungsmittel sind Jams, Bataten, Reis und Gemüse, doch müssen weitere Nahrungsmittel eingeführt werden. Für den Export werden in wenigen Großplantagen Zuckerrohr, Bananen, Kaffee, Kakao und Zitrusfrüchte angebaut. Die Zucker- und Melasseherstellung dominiert in der Nahrungsmittelindustrie. In Kingston, Montego Bay und Spanish Town bestehen freie Produktionszonen, hier siedelten sich ein Stahlwerk, eine Erdölraffinerie sowie Textil-, Düngemittel- und Kunststoffindustrie an. Neben dem Bauxitbergbau ist der Fremdenverkehr der wichtigste Devisenbringer. – Die wichtigsten Handelspartner sind die USA und Kanada.

Das 272 km lange Eisenbahnnetz wird nur noch zu einem geringen Teil für den Bauxitabbau genutzt. Es besteht ein Straßennetz von rund 19 000 km Länge (davon 70 % asphaltiert). Kingston, Montego Bay, Ocho Rios, Port Antonio, Port Rhoades und Port Kaiser sind die wichtigsten Seehäfen. Jamaika verfügt über je einen internationalen Flughafen bei Kingston und bei Montego Bay.

Geschichte

Jamaika wurde 1494 von Kolumbus entdeckt. Da die indianische Bevölkerung bald ausstarb, wurde die Insel von wenigen reichen Familien, die afrikanische Sklaven einführten, aufgekauft, aber 1655 von den Engländern erobert. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts war Jamaika einer der größten Umschlagplätze des Sklavenhandels. Sinkende Zuckerpreise und die Sklavenbefreiung (1833–38) führten zum wirtschaftlichen Niedergang und Machtverlust der weißen Pflanzerklasse. Nach einem Aufstand 1865 wurde Jamaika 1866 Kronkolonie, ab 1944 mit innerer Selbstverwaltung, 1958–61 war es Mitglied der Westindischen Föderation. Nach einem Referendum erhielt Jamaika 1962 die volle Unabhängigkeit. 1972–80 verfolgte die Regierung unter M. Manley (PNP) einen sozialistischen Kurs mit Anlehnung an Kuba.

Die folgende Regierung unter E. Seaga (JLP, 1980–89) orientierte sich an der Marktwirtschaft. Als Manley 1989 erneut gewählt wurde, forcierte er – in Abkehr von seiner früheren Politik – die Liberalisierung der Wirtschaft. Er trat im März 1992 zurück; die vorzeitigen Neuwahlen 1993 gewann die PNP unter P. J. Patterson, der in den Parlamentswahlen 1997 und 2002 bestätigt wurde. Seine Regierung setzte den marktwirtschaftlichen Kurs fort. Nach seinem Ausscheiden wurde P. L. Simpson Miller (*1945) zur Vorsitzenden der PNP gewählt, wodurch sie auch das Amt des Premierministers übernahm (seit 30. 3. 2006). Die Parlamentswahlen am 3. 9. 2007 gewann nur knapp (31 von 60 Sitzen) die oppositionelle Labour Party (JLP), deren Vorsitzender B. Golding (*1947) Premierminister wurde (seit 11. 9. 2007).

 

Landkarte Jamaikas

Auf der interaktiven Landkarte Jamaikas finden Sie sich schnell zurecht, die Insel in der Karibik ist ja nicht allzu groß.