Guatemala im Überblick

Fläche 108 889 km2
Einwohner (2013) 15,5 Mio.
Hauptstadt Guatemala
Verwaltungsgliederung 22 Departamentos
Amtsprache Spanisch
Nationalfeiertag 15. 9.
Währung 1 Quetzal (Q) = 100 Centavo (c, cts)
Zeitzone MEZ − 7 Stunden

amtlich spanisch República de Guatemala, deutsch Republik Guatemala, Staat in Zentralamerika, zwischen Pazifik und Karibischem Meer, grenzt im Westen und Norden an Mexiko, im Nordosten an Belize, im Südosten an Honduras und El Salvador. Guatemala liegt in Zentralamerika im Süden der Halbinsel Yucatan. Der Name bedeutet übersetzt soviel wie „Erde der Bäume“.


 

der mittelamerikanische Staat Guatemala

Flagge Guatemalas

Staatsrecht

Nach der Verfassung vom 15. 1. 1986 (1994 durch Referendum revidiert) ist Guatemala eine präsidiale Republik mit Mehrparteiensystem. Staatsoberhaupt, Oberbefehlshaber der Streitkräfte und Regierungschef ist der auf 4 Jahre direkt gewählte Präsident (keine Wiederwahl möglich). Er ernennt und entlässt die Mitglieder des Kabinetts. Die Legislative liegt beim Kongress (158 Abgeordnete, für 4 Jahre gewählt). – Einflussreichste Parteien: Große Nationale Allianz (GANA, Dreiparteienbündnis), Republikanische Front Guatemalas (FRG), Nationale Einheit der Hoffnung (UNE), Partei des Nationalen Fortschritts (PAN), Allianz Neue Nation (ANN).

Natur

Guatemala ist überwiegend ein Gebirgsland. Im nordwestlichen Zentrum liegen die bis 3 800 m hohen Altos Cuchumatanes (nördlicher Zweig der Kordilleren); der südliche Zweig der Kordilleren, die Sierra Madre, setzt sich aus Kettengebirgen, Bergländern und Hochflächen zusammen. Am Abfall zur 30–50 km breiten Küstenebene am Pazifik liegt längs einer erdbebenreichen Bruchzone eine Reihe von zum Teil noch aktiven Vulkanen (Tajumulco 4 220 m über dem Meeresspiegel, Tacaná 4 064 m über dem Meeresspiegel). Im Norden (Petén) hat Guatemala Anteil an der Hügellandschaft der Halbinsel Yucatán, im Osten am karibischen Küstentiefland. Starke Erdbeben haben im Land mehrfach schwerste Zerstörungen verursacht. – Guatemala hat tropisches Klima (Regenzeit von Mai bis November); die mittleren Jahrestemperaturen nehmen von 25–30 °C im Tiefland auf 18–20 °C im mittleren Hochland ab. Der Norden ist von immerfeuchtem Regenwald (erheblicher Raubbau an vielen wertvollen Holzarten wie Mahagoni und Harthölzern), zum Teil auch von Kiefernsavannen bedeckt. Die luvseitigen Gebirge tragen tropischen Berg- und Nebelwald, im trockeneren Binnenhochland treten Eichen-Kiefern-Mischwälder und Savannen auf. Das pazifische Küstentiefland wird von tropischem Feucht- (im Westen) und Trockenwald (im Osten) eingenommen.

Bevölkerung

Guatemala ist das einzige Land Zentralamerikas mit überwiegend indianischer Bevölkerung (rund 60 %, v. a. Quiché, Mam, Cakchiquel und Kekchi, 30 % Mestizen beziehungsweise »Ladinos«); Weiße und Schwarze (im karibischen Küstentiefland) machen jeweils unter 5 % aus. Der Norden (Petén) und das karibische Küstentiefland sind dünn besiedelt, Hauptsiedlungsraum ist das südliche Hochland. Das Bevölkerungswachstum beträgt 2,8 %; über die Hälfte der Bewohner leben unter der Armutsgrenze. 46 % der Einwohner leben in der Stadt. – Rund 95 % der Bevölkerung sind Christen (rund 70 % Katholiken, rund 25 % Protestanten). Das innerhalb Lateinamerikas einzigartige Wachstum protestantischer Gemeinden geht wesentlich auf seit den 1950er-Jahren in Guatemala wirkende nordamerikanische evangelikale Missionsgesellschaften zurück. – Es besteht allgemeine Schulpflicht im Alter von 7 bis 14 Jahren. Die Alphabetisierungsrate (2004, geschätzt) beträgt 70 % (alle über 15 Jahre) beziehungsweise 80 % (15- bis 24-Jährige). Es gibt 10 Universitäten; älteste Universität ist die Universidad de San Carlos (gegründet 1676) in Guatemala.

Wirtschaft und Verkehr

Guatemala gehört zu den industriell am weitesten entwickelten Ländern Zentralamerikas, obwohl auch hier der Agrarbereich dominiert. Die meisten kleinbäuerlichen Betriebe produzieren weitgehend für den Eigenbedarf, überwiegend im Hochland (u. a. Mais, Bohnen, Reis). Für den Export produzieren dagegen die zum Teil ausländischen Großbetriebe (4 % kontrollieren 65 % der Betriebsfläche). Im pazifischen Küstentiefland wird extensive Rinderhaltung betrieben. Etwa ein Drittel des Landes ist noch mit Wald (v. a. unkontrollierter Holzeinschlag zur Brennholzgewinnung sowie Rodung zur Anlage von Plantagen und Weiden) und Buschland bedeckt. Der in den Wäldern von Petén gesammelte Chicle (Saft des Sapotillbaums) dient als Rohstoff für die Kaugummiindustrie der USA. Trotz großer Rohstoffvorkommen ist der Sektor nur gering entwickelt. Gefördert werden Eisen-, Kupfer-, Blei-, Zink-, Antimon-, Wolfram- und Nickelerze in kleinen Mengen. Die Erwartungen in die Erdölförderung haben sich nicht erfüllt. Nur ein Drittel des Verbrauchs stammt aus heimischer Produktion. Der Industriebereich ist in jüngerer Zeit deutlich gewachsen. Insbesondere die Lohnveredelungsindustrie hat stark zugenommen. 70 % der Industriebetriebe befinden sich in der Hauptstadt. Der Fremdenverkehr spielt zunehmend eine wichtige Rolle, Anziehungspunkte sind v. a. die Zeugnisse der Mayakultur.

Von rund 14 000 km Straßen sind rund 30 % asphaltiert. Die Carretera Interamericana durchzieht das Hochland, parallel zu ihr verläuft die Carretera Pacifica im pazifischen Tiefland. Wichtigster Exporthafen (ehemals Puerto Barrios) ist Santo Tomás de Castilla an der Karibikküste, wichtigster Importhafen (ehemals San José) Puerto Quetzal am Pazifik. Champerico gilt als der wichtigste Fischereihafen Guatemalas. Nahe der Hauptstadt liegt der internationale Flughafen Aurora.

Geschichte

13. bis 19. Jahrhundert: Guatemala ist altes Siedlungsgebiet der Maya; etwa ab 1200 beherrschten die Stämme der Quiché und Cakchiquel das Hochland. Ab 1524 drangen die Spanier unter der Führung von P. de Alvarado in das Land ein und gründeten 1570 die Audiencia de Guatemala, die später zusammen mit den Territorien der heutigen Staaten Honduras, El Salvador, Costa Rica und einem Teil Südmexikos das Generalkapitanat Guatemala bildete. Dieses löste sich 1821 von Spanien und schloss sich dem Kaiserreich Mexiko an, 1823–39 der Zentralamerikanischen Föderation. Machtkämpfe zwischen Liberalen und Konservativen bestimmten bis ins 20. Jahrhundert hinein die Politik, zunehmend beeinflusst von den Pflanzergesellschaften aus den USA, besonders der United Fruit Company.


20. Jahrhundert: General J. Ubico (1931–44) gelang zwar eine gewisse Stabilisierung von Staat und Wirtschaft, doch ging sie einher mit verstärkten sozialen Repressionen. Nach seinem Sturz bemühten sich seine – gewählten – Nachfolger J. J. Arévalo (1945–51) und J. Arbenz Guzmán (1951–54) um Reformen (u. a. radikale Bodenreform mit Enteignung in- und ausländischer Grundbesitzer), doch wurden diese nach einem von den USA unterstützten Putsch 1954 wieder zurückgenommen. Seit der Wende von den 1950er- zu den 1960er-Jahren entwickelten sich die sozialen Spannungen in Guatemala zu einem Bürgerkrieg zwischen den Militärs der Regierung und der Guerilla-Organisation URNG (Nationale Revolutionäre Einheit Guatemalas). Bis 1965/66 regierten erneut die Militärs, auch die folgenden gewählten Regierungen wurden von ihnen beherrscht. Der Putsch von General J. E. Ríos Montt 1982 setzte die Verfassung außer Kraft, jede Opposition wurde mit Gewalt unterdrückt. 1983 übernahm ebenfalls durch Putsch General O. H. Mejía Victores die Macht, er führte schrittweise eine Zivilverwaltung ein und ließ 1984 Wahlen zu einer verfassunggebenden Versammlung abhalten. Dennoch blieben auch unter dem gewählten Präsidenten M. V. Cerezo Arévalo (1985–91) die Militärs in wichtigen Machtpositionen.

90er-Jahre: Das innenpolitische Klima wurde weiterhin von Gewalt, Putschversuchen und Guerillabewegungen bestimmt (fast 200 000 Opfer). Durch die Verleihung des Friedensnobelpreises 1992 an die Quiché-Indianerin Rigoberta Menchú wurde die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit besonders auf die Unterdrückung der indianischen Bevölkerung gelenkt. Unter Präsident J. Serrano Elias (1991–93) begannen Friedensgespräche in Anwesenheit eines UN-Vertreters. Nachdem der Präsident im Mai 1993 die Verfassung suspendiert hatte, wurde er selbst vom Militär abgesetzt, zum Nachfolger wurde der Menschenrechtsbeauftragte R. de León Carpio (im Amt bis Anfang 1996) ernannt. Unter seiner Regierung wurden die Friedensgespräche mit der URNG – trotz vieler Rückschläge – weitergeführt. Die Guerilla-Organisation rief erstmals zur Beteiligung an den Präsidentschaftswahlen Ende 1995 auf, die der Kandidat des PAN, E. A. Arzú Irigoyen, im Januar 1996 im 2. Wahlgang gewann. Im April 1996 verkündete die URNG einen unbefristeten Waffenstillstand, am 29. 12. 1996 trat das Friedensabkommen in Kraft, in den folgenden Jahren wurde das Land allmählich entmilitarisiert.

21. Jahrhundert: Die wachsende Gewalt und die anhaltende Armut großer Bevölkerungsteile konnten weder A. Portillo von der christlich-konservativen Partei FRG Präsident 2000 – 2004) noch O. Berger mit dem konservativen Bündnis GANA (Präsident 2004 – 2008) wirksam bekämpfen. Die von Gewalt überschatteten Wahlen am 4. 11. 2007 gewann A. Colom Caballeros als erster Sozialdemokrat im Präsidentenamt seit der Militärdiktatur.

Guatemalas Klima

 

Das Klima in Guatemala ist sehr unterschiedlich, da es im Land verschiedene Höhenlagen gibt. Die Durchschnittstemperatur auf das ganze Jahr gesehen beträgt 20 Grad Celsius. An den Küsten und im Nordosten des Landes herrschen allerdings das ganze Jahr über durchschnittliche Temperaturen von 37 Grad Celsius. Natürlich ist es in höheren Lagen immer auch etwas kühler.

 

Ideale Reisezeit

 

Die beste Reisezeit für Guatemala liegt in den meisten Fällen außerhalb der Regenzeit, die von Mai bis September dauert. Wer auswandert in dieses Land, wird sich wohl oder übel mit der Regenzeit anfreunden müssen. Als Besucher und Tourist sollte man sich das aber dann doch sparen. Ansonsten herrschen Nachts eigentlich das ganze Jahr über relativ kühle Temperaturen.

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Guatemala-Busse

Es leben mehr als 15 Millionen Menschen in Guatemala, deren Herkunft völlig unterschiedlich ist. Die Landessprache ist Spanisch, jedoch sind im Land auch noch einige Sprachen der Maya zu hören. 60 Prozent der Bevölkerung beherrschen allerdings die spanische Sprache. Mit dem Bus kommt man wie in anderen Ländern Lateinamerikas auch in Guatemala fast überall hin, die Preise sind recht günstig.

 

Sehenswürdigkeiten Guatemalas

 

Es gibt in Guatemala einige Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Auch die Landschaft des Landes ist wie geschaffen für ausgiebige Wanderungen durch Dschungelgebiete oder auch zu alten Maya Ruinen. Das Land bietet die perfekte Basis für einen Abenteuerurlaub. Es können sowohl Flusstouren unternommen werden als auch Vogel- und Wildtierbeobachtungen.

  • Tikal

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Tempel in Tikal

Die antike Stadt der Maya liegt im Norden Guatemalas in den Regenwäldern des Peten.

Sie ist eine der am meisten erforschten Städte der Mayas.

Die ersten Siedlungsspuren reichen bis ins frühe 1. Jahrtausend v. Chr. zurück.

Einen Höhepunkt erlebte Tikal im 8. Jahrhundert, nachdem Calakmul als Rivale besiegt worden war.

Im 10. Jahrhundert war die Stadt dann bereits komplett aufgegeben.

Tikal selbst erstreckt sich über ein Gelände von etwa 65 Quadratkilometern, wovon der zentrale Bereich rund 16 Quadratkilometer einnimmt.

Über 3.000 Bauwerke finden sich in der Mayasiedlung. Und viele weitere sind bis dato noch gar nicht ausgegraben und erforscht.

 

  • Semuc Champey

Semuc Champey

Semuc Champey Kalsteinfälle

Beeindruckend ist auch Semuc Champey. Das ist eine 300 Meter lange Kalksteinbrücke, auf der sich im Laufe der Jahre einige kleinere Seen gebildet haben. Ganz in der Nähe dieser historischen Brücke befinden sich die Grutas de Lanquin.

Dies ist ein Netz von unterirdischen Höhlen, die das Herz eines jeden Hobby-Höhlenforschers höher schlagen lassen. Ausser dem ersten Höhlenabschnitt ist auch alles noch nicht richtig erforscht.

 

 

  • El Mirador

El Mirador

Maya- Enklave El Mirador

Ebenso sehenswert ist die Mayaenklave El Mirador. Allerdings sollte ein Tourist sehr sportlich sein, um diese Maya Stadt besichtigen zu können.

Sie liegt tief im Dschungel und die nächste Stadt ist immerhin ganze fünf Tagesmärsche entfernt.

Hier gibt es aber unter anderem die größte Maya Pyramide der Welt zu sehen: El Tigre.

 

  • Guatemala Stadt

Guatemala Stadt

Stadtansicht Guatemala Ciudad

 

Einiges zu entdecken gibt es auch in der Hauptstadt des Landes, in Guatemala Stadt. Obwohl die Stadt von außen betrachtet nicht gerade einladen wirkt, so beherbergt sie doch so einiges an Kultur. Alte Maya Kulturen wurden in den Museen für Archäologie und Ethnologie aufgearbeitet.

Aber auch dem nationalen Kunstmuseum sollte ein Besuch gewidmet werden. Ein Besuch des Geschäftsviertels von Guatemala Stadt rundet einen Besuch dieses mittelamerikanischen Landes stilvoll ab.