Das langgestreckte Chile liegt im Südwesten von Südamerika.

Das Land der Chilenen erstreckt sich am Rande des Kontinents von Nord nach Süd. Im Westen und auch im Süden grenzt der Pazifik das Land ab.

Fläche 756 096 km2
Einwohner (2013) 16,92 Mio.
Hauptstadt Santiago de Chile
Verwaltungsgliederung 13 Regionen
Amtsprache Spanisch
Nationalfeiertag 18. 9.
Währung 1 Chilenischer Peso (chil$) = 100 Centavo
Zeitzone MEZ − 5 Stunden
Internet-TLD .cl
Telefonvorwahl +56

Amtlich spanisch República de Chile, Staat im Südwesten Südamerikas, grenzt im Norden an Peru, im Nordosten an Bolivien und im Osten an Argentinien. Zum chilenischen Hoheitsgebiet gehören außerdem die Inseln Juan Fernández, San Félix, San Ambrosio, Gonzales, Sala y Gómez und die Osterinsel. Der von Chile beanspruchte Teil der Antarktis (53°–90° westlicher Länge) umfasst 1,25 Mio. km2.

Chile Chile

Nationalflagge Chile

 

Das Klima und die Wetterbedingungen

Das Klima in Chile kann durch die Länge des Landes in verschiedene Klimazonen eingeteilt werden. Das sind bei Chile der Norden, Mittel- und Südchile. In Nordchile gibt es viele Berge, von denen auch viele eine Höhe von 6.000 Metern überschreiten. Deshalb sind dort die Temperaturen auch nicht so hoch. Das Klima in Mittelchile ist vergleichbar mit dem, das auch im Mittelmeerraum herrscht. Im Süden Chiles wiederum spürt man die Nähe zur Antarktis, je mehr man an die Landesgrenze kommt. Ein kalter Wind und die kalte Strömung des Pazifik führen zu einer etwas kühleren Atmosphäre.

Land und Leute

Regierung Santiago de Chile 300x225 Chile

Regierungsgebäude in Santiago de Chile

 

Die Hauptstadt Chiles ist Santiago de Chile. Das Land hat circa 17 Millionen Einwohner, fast die Hälfte davon lebt im Großraum der Hauptstadt. Je weiter es in den Norden geht, umso weniger ist die Gegend besiedelt. Dies liegt an den Wüstengebieten und dem oft auch heißem und trockenem Klima dort.

Die Landessprache ist wie in den meisten Teilen Südamerikas natürlich Spanisch und bezahlt wird in Chile mit dem chilenischen Peso, der im Vergleich zum argentinischen Peso relativ stabil an den Weltmärkten gehandelt wird. Zudem ist die Inflation in Chile nicht so exorbitant, wie etwa im sozialistisch geführten Nachbarland Argentinien.

Die verschiedenen Landschaften in Chile gibt es auch aufgrund der länglichen Form des Landes. Im Norden ist die Atacamawüste dominant, im Osten die Anden. Im Süden gibt es herrliche Landschaften mit einigen Nationalparks, und das Landschaftsbild ist geprägt von herrlichen Wäldern mit oft sehr altem, wertvollem Baumbestand. Man findet sich dort an Kanada erinnert, die Baumriesen und die Landschaft sind doch recht geprägt vom Klima, das Richtung Süden, zur Antarktis hin, natürlich immer rauer wird.

Staatsrecht

Nach der Verfassung von 1981 (mehrfach, zuletzt 2004, revidiert) ist Chile eine präsidiale Republik mit Mehrparteiensystem. Staatsoberhaupt und Regierungschef ist der für 6 Jahre direkt gewählte Präsident (unmittelbare Wiederwahl ausgeschlossen). Er ernennt die Mitglieder des Kabinetts und hat das Recht, Dekrete mit Gesetzeskraft zu erlassen. Die Legislative liegt beim Kongress, bestehend aus Abgeordnetenkammer (120 Abgeordnete, für 4 Jahre gewählt) und Senat (49 Mitglieder, davon 38 auf 8 Jahre gewählt). – Wichtigste Parteien: Christlich-Demokratische Partei (PDC), Partei für die Demokratie (PPD), Sozialistische Partei (PS), Partei der radikalen Sozialdemokraten (PRSD), Unabhängige Demokratische Union (UDI) und Nationale Erneuerung (RN).

Chiles Natur

Chile erstreckt sich entlang der Westküste Südamerikas von der peruanischen Grenze im Norden bis Feuerland im Süden als ein 4 300 km langer, 90–445 km breiter Streifen. Parallel zur Küste verlaufen im Westen die Küstenkordillere, im Osten die Hochkordillere, dazwischen im Norden wüstenhaftes Hochland, in Mittelchile das als tektonische Senke entstandene Große Längstal (Hauptwirtschafts- und Siedlungsgebiet). Die Hochkordillere mit zahlreichen Vulkanen und Höhen um 6 000 m (Llullaillaco 6 723 m über dem Meeresspiegel) nimmt nach Süden an Höhe ab; sie ist in Westpatagonien durch Fjorde zerschnitten und trägt hier im Innern große Firn- und Eisfelder. Die Küstenkordillere (bis 2 000 m über dem Meeresspiegel) ist im Süden in gebirgige Inselgruppen aufgelöst.

Man unterscheidet von Norden nach Süden folgende Landschaftsräume:

1. den Großen Norden (bis zum Río Huasco), im Wesentlichen die Atacama;

2. den Kleinen Norden (bis zum Río Aconcagua), wo Hochkordillere und Küstengebirge unmittelbar aneinandergrenzen;

3. Zentralchile oder Mittelchile (bis zur Wasserscheide zwischen Río Bío-Bío und Río Imperial) mit dem von Hochkordillere und Küstengebirge eingefassten Chilenischen Längstal;

4. den Kleinen Süden (bis zum Golf von Ancud und der Insel Chiloé) mit der noch heute von Araukanern bewohnten Frontera im Norden und der Chilenischen Schweiz (Chilenisches Seengebiet) im Süden;

5. den Großen Süden, der die Patagonische Kordillere mitsamt vorgelagerten Halbinseln und Inseln (das heißt Westpatagonien) sowie Teile Ostpatagoniens und des Feuerlandarchipels umfasst.

Eine Folge der noch andauernden tektonischen Tätigkeit sind Erdbeben, die das ganze Land, besonders Mittelchile, häufig heimsuchen. Die meist kurzen, in Ost-West-Richtung verlaufenden Flüsse werden vielfach zur Bewässerung genutzt; die eiszeitliche Vergletscherung hat am Westfuß der Hochkordillere eine Reihe größerer Seen (Villarrica, Ranco, Puyehue, Llanquihue) geschaffen.

Durch seine Erstreckung über 39 Breitengrade gliedert sich Chile klimatisch in die extrem trockene Wüstenzone Nordchile mit regenarmer, aber nebelreicher Küstenzone (Humboldtstrom), das nördliche Mittelchile mit subtropischem Klima (Winterregen) sowie das südliche Mittelchile mit Regen, vorherrschend im Winter, und Südchile mit reichen Niederschlägen zu allen Jahreszeiten und niedrigen Sommertemperaturen.

Bevölkerung

Sie besteht überwiegend aus Mestizen und Weißen. Nach Angaben der Volkszählung 2002 beträgt der Anteil der indianischen Urbevölkerung rd. 5 % (überwiegend Mapuche, wenige Aimara). In den einfachen Bevölkerungsschichten ist das araukanische, bei den oberen Schichten das europäische Element stärker vertreten. Mehr als drei Viertel der Einwohner leben in Mittelchile, der Norden und Süden sind nur dünn besiedelt. Die größten Ballungsräume bilden die Stadtregionen Groß-Santiago de Chile, Groß-Valparaíso (mit Viña del Mar) und Groß-Concepción (mit Talcahuano). – Rund 90 % der Bevölkerung sind Christen (ganz überwiegend [rund 77 %] Katholiken); die größte nichtchristliche Religionsgemeinschaft bilden die rund 21 000 Juden. Traditionelle indianische Religionen haben sich unter Teilen der indianischen Bevölkerung erhalten. – Es besteht allgemeine Schulpflicht im Alter von 6 bis 18 Jahren. Die geschätzte Alphabetisierungsrate beträgt 96 %. Es gibt 16 staatliche und 39 private Hochschuleinrichtungen; älteste Universität ist die Universidad de Chile (gegründet 1842) in Santiago de Chile.

Wirtschaft

Chile zählt zu den stärker industrialisierten Ländern Südamerikas. Seit Anfang der 1980er-Jahre und verstärkt in den 1990er-Jahren betrug das Wirtschaftswachstum mehr als 5 % pro Jahr. Seit 2000 ist das Land Mitglied der Wirtschaftsgemeinschaft Mercosur, 2002 wurde ein Assoziierungsabkommen mit der EU abgeschlossen, 2004 wurde ein Freihandelsabkommen mit den USA unterzeichnet (2005 auch mit China). Der Bergbau ist seit dem 19. Jahrhundert die Hauptstütze der Wirtschaft. Chile ist der größte Kupferproduzent der Erde und verfügt über beträchtliche Reserven (rund ein Viertel der bekannten Weltvorkommen; größte Gewinnungsanlage mit Verarbeitung in Chuquicamata; Beitrag zum Exportwert derzeit 37 %). Als Nebenprodukte fallen dabei Molybdän, Silber und Gold an. Große Bedeutung hat auch der Eisenerzbergbau (Provinz Coquimbo und Atacama). Der Salpeter aus der Wüste Atacama war bis zur Herstellung künstlichen Stickstoffs (1913) wichtigstes Ausfuhrprodukt. Mit dem als Nebenprodukt anfallenden Jod kann Chile den Großteil des Weltbedarfs decken. Kochsalz und Borax werden in den Salzpfannen der Atacama gewonnen; dort wurden außerdem große Lithiumvorkommen entdeckt. Die Erzeugung von elektrischer Energie erfolgt überwiegend in Wasserkraftwerken. In der verarbeitenden Industrie vollzog sich seit den 1970er-Jahren ein Wandel von der binnenmarktorientierten Konsumgüterindustrie zugunsten von Branchen, die auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig sind (v. a. Weiterverarbeitung von Holz, Fisch, landwirtschaftlichen Produkten, Metallen).

Gesamtwirtschaftlich gesehen ist die Landwirtschaft von relativ geringer Bedeutung. Infolge geografischer Gegebenheiten werden nur 20 % der Gesamtfläche genutzt. Das Anbaugebiet beschränkt sich vor allem auf das Große Längstal. Hauptanbauprodukte: Weizen, Mais, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Reis sowie in den letzten Jahren verstärkt für den Export Obst, v. a. Äpfel, Weintrauben und Zitrusfrüchte, auch Gemüse und Wein. Die Viehwirtschaft (Rinder, Schweine) kann den Bedarf an Fleisch und Molkereiprodukten nicht decken. Rund 5 Mio. Schafe liefern jedoch hochwertige Wolle. Der Fischreichtum des Humboldtstroms und eine auf 200 Seemeilen ausgedehnte Fischereischutzzone begünstigen die Fischerei. – Ausgeführt werden v. a. Kupfer, Agrarprodukte, Fischmehl, Papier und Zellstoff sowie verschiedene Industriewaren. Wichtigste Handelspartner sind die USA, Argentinien, Japan, China und Brasilien.

Verkehr

Das Eisenbahnnetz hat eine 3 300 km lange Hauptlinie von Pisagua im Norden bis Puerto Montt im Süden (Querverbindungen nach Bolivien und Argentinien); Personenverkehr nur noch zwischen Santiago de Chile und Puerto Montt beziehungsweise Concepción; transandiner Güterverkehr nur noch von Arica und Antofagasta nach Bolivien. Im Bau ist eine internationale Strecke, die die chilenische Hafenstadt Talcahuano mit dem Atlantikhafen von Bahia Blanca (Argentinien) verbinden soll. Das Straßennetz (rund 80 000 km, davon 16 500 km Teerstraßen) kann nicht überall ganzjährig benutzt werden. Hauptstrecke ist die asphaltierte Carretera Panamericana mit rund 3 400 km. Wegen der Nord-Süd-Ausdehnung ist die See- und Küstenschifffahrt von besonderer Bedeutung. Wichtigste Häfen sind Valparaíso, San Antonio, Talcahuano/San Vicente, Antofagasta und Iquique. Wichtigste internationale Flughäfen: bei Santiago de Chile und Arica.

Landesgeschichte

Kolonisierung bis Unabhängigkeit: Zur Zeit der spanischen Eroberung gehörten Nord- und Mittelchile zum Reich der Inka (seit 1480). Die Spanier drangen ab 1535 auf das Territorium des heutigen Chile vor; 1539 sandte Pizarro P. de Valdivia aus, der 1541 das heutige Santiago de Chile gründete. Die Araukaner südlich des Río Bío-Bío behaupteten bis ins 19. Jahrhundert hinein eine gewisse Unabhängigkeit. 1778 wurde Chile ein selbstständiges Generalkapitanat. 1810 griffen die Ablösungsbestrebungen der übrigen hispanoamerikanischen Kolonien auch auf Chile über. Zwar führte eine erste Erhebung gegen Spanien unter J. M. Carrera 1811 zur Unabhängigkeit, doch eroberten die Spanier ab 1813 Chile von Süden her zurück. 1817 überschritt eine argentinisch-chilenische Armee unter J. de San Martín und B. O’Higgins die Anden und schlug die spanische Armee bei Chacabuco entscheidend. Am 1. 1. 1818 wurde die Unabhängigkeit ausgerufen. 19. Jahrhundert: Staatsoberhaupt wurde O’Higgins, der mit diktatorischen Vollmachten regierte, bis er 1823 gestürzt wurde. Den inneren Wirren setzte 1830 der Sieg der Konservativen ein Ende; Minister Diego Portales schuf die Verfassung von 1833; die straffe, von der Oberschicht der kreolischen Grundbesitzer getragene Herrschaft der Konservativen förderte die wirtschaftliche Entwicklung, die durch aktive Einwanderungspolitik (Gesetz von 1845; u. a. deutsche Einwanderer) begünstigt wurde. Die Araukaner wurden endgültig um 1880 unterworfen. 1879 kam es zum Salpeterkrieg gegen Bolivien und Peru. Die Chilenen eroberten 1881 die peruanische Hauptstadt Lima. Durch die Verträge von 1883/84 fielen das bolivianische Küstengebiet (Antofagasta) und die peruanische Provinz Tarapacá sowie Arica und Tacna (bis 1929) an Chile, das damit den Alleinbesitz der reichen Salpeterlager erlangte. Gleichzeitig gewann im Innern der Liberalismus die Oberhand.

Reformversuche im 20. Jahrhundert: Im Ersten Weltkrieg blieb Chile neutral. Der wirtschaftlichen Hochkonjunktur dieser Zeit folgte ein Rückgang, besonders durch die schwindende internationale Nachfrage nach Chilesalpeter. Der liberale Präsident A. Alessandri y Palma (1920–24/25 und 1932–38) konnte in seiner 1. Amtsperiode ein Reformprogramm nur teilweise durchsetzen. Der wirtschaftliche Aufschwung während der Militärdiktatur von C. Ibáñez del Campo (1927–31) wurde durch die Weltwirtschaftskrise abgebrochen. In seiner 2. Präsidentschaft entwickelte Alessandri y Palma zunehmend diktatorische Züge. Mit P. Aguirre Cerda (1938–41), J. A. Ríos Morales (1942–46) und G. González Videla (1946–52) übernahmen Kandidaten einer Volksfront das Präsidentenamt. 1947 wurde die KP aus der Regierungsverantwortung ausgeschlossen.

Unter Präsident C. Ibáñez del Campo (1952–58) führte die fortschreitende Inflation zu sozialen Spannungen. Gestützt auf Konservative und Liberale, versuchte der parteilose J. Alessandri Rodríguez, Präsident 1958–64, diese durch Reformen abzubauen, unter seinem Nachfolger E. Frei Montalva (1964–70; christlicher Demokrat) wurden sie radikaler weitergeführt. 1970 wurde S. Allende Gossens als Kandidat einer Volksfrontkoalition zum Präsidenten gewählt; er führte ein umfassendes Sozialisierungs- und Verstaatlichungsprogramm durch (u. a. entschädigungslose Enteignung des Kupfer- und Kohlenbergbaus sowie von Bodeneigentum; Kontrolle des Bankwesens), bekämpft von der Mehrheit des Kongresses. Die daraus erwachsene innenpolitische Krise verschärfte sich durch terroristische Aktionen rechts- und linksradikaler Gruppen.

Militärdiktatur unter Pinochet: Im September 1973 stürzte die Armee Allende in einem blutigen Putsch (er kam dabei ums Leben). Eine Militärjunta unter A. Pinochet Ugarte (seit 1974 Präsident) errichtete eine harte Militärdiktatur (u. a. Auflösung des Parlaments, Verbot politischer Aktivitäten, Verfolgung aller Anhänger der Linksparteien, deshalb viele Emigranten, v. a. in die Länder des Ostblocks) und suchte besonders mit monetaristischen Mitteln die wirtschaftlichen Probleme Chiles zu lösen. Auch die 1980 verabschiedete neue Verfassung untersagte die Tätigkeit von Parteien und schrieb Pinochets Präsidentschaft bis 1989 fest. Seit Mitte der 1980er-Jahre gelang es der Oppositionsbewegung, eine wachsende Zahl von Menschen gegen die anhaltenden Menschenrechtsverletzungen zu mobilisieren, sodass sich die Regierung zur Einleitung eines Reformprozesses gezwungen sah und 1987 die Bildung von Parteien legalisierte. In einem Plebiszit (1988) lehnte die Bevölkerung eine 2. Amtszeit Pinochets ab. In einem 2. Referendum (1989) billigte sie zahlreiche Verfassungsänderungen (u. a. Verkürzung der Amtszeit des Präsidenten auf sechs Jahre und Verlust seines Rechts, die Abgeordnetenkammer aufzulösen; Erweiterung des Nationalen Sicherheitsrats um ein ziviles Mitglied).

Demokratisierungsprozess bis heute: Am 14. 12. 1989 wurde P. Aylwin Azócar als Kandidat eines 17 Parteien umfassenden Wahlbündnisses zum neuen Präsidenten gewählt. Mit seinem Amtsantritt (11. 3. 1990) endete die Militärdiktatur Pinochets, der jedoch als Oberbefehlshaber des Heeres (bis 1997) sowie als Mitglied des Senates und des Nationalen Sicherheitsrates noch große Macht behielt. 1993 begann allmählich die juristische Aufarbeitung der Menschenrechtsverletzungen unter der Militärdiktatur; doch zeigten die Auseinandersetzungen um die Verhaftung Pinochets in Großbritannien (1998) die tiefen Widersprüche in der chilenischen Gesellschaft. Während der Präsidentschaft des konservativen E. Frei Ruiz-Tagle (PDC; 1994–99) stabilisierte sich die Wirtschaft weiter (1996 Assoziierungsvertrag mit dem Mercosur). Mit R. Lagos Escobar (PS) gewann – erstmals seit Allende Gossens – wieder ein sozialistisch orientierter Politiker die Präsidentschaftswahlen 2000.

Die Regierung Lagos forcierte die Suche nach den »Verschwundenen« der Militärdiktatur. Nach dem im Dezember 2004 vorgelegten Bericht der Kommission zur Aufarbeitung der Folterpraxis der Militärdiktatur wurden 27 255 gefolterte Personen registriert (und sollen entschädigt werden). Exdiktator Pinochet direkt betreffende Strafverfahren (u. a. »Caravana de la Muerte«, »Operación Condor«, mutmaßliche Korruption und Manipulation von Auslandskonten) scheiterten bisher an seiner Prozessunfähigkeit. Änderungen der Verfassung (u. a. Abschaffung der designierten beziehungsweise Senatoren auf Lebenszeit, Verkürzung der Amtszeit des Staatspräsidenten auf 4 Jahre, Stärkung der Kontrollrechte der Abgeordnetenkammer) und das Ehescheidungsgesetz wurden nach jahrelanger Blockade vom Kongress beschlossen. Die Beziehungen zu den ethnischen Minderheiten im Süden des Landes sind weiter angespannt. Die Verhandlungen um einen souveränen Zugang zum Meer für Bolivien wurden von der Regierung Lagos fortgeführt, ohne aber eine Lösung erreichen zu können. Die Präsidentschaftswahlen 2006 gewann mit Michelle Bachelet erneut eine Kandidatin des Mitte-links-Bündnisses (Amtsantritt 11. 3. 2006).

Lagos verließ daher im Jahr 2006 das Amt mit einer rückwirkend wirtschaftlich und politisch positiven Bilanz. Am 27. Februar 2010 erschütterte ein massives Erdbeben der Stärke 8,8 Mw auf der Momenten-Magnituden-Skala den Süden Chiles und zerstörte große Teile der chilenischen Infrastruktur. Auch Zentral-Chile war stark betroffen. In der Region VI und VII trafen nach etwa 20 Minuten hohe Tsunami-Wellen ein und zerstörten ganze Küstenstädte und Gebiete. Auch noch Wochen nach dem Erdbeben wurde das Land von vielen Nachbeben erschüttert. Insgesamt waren in Chile die Regionen III bis IX betroffen. 2010 gewann Sebastián Piñera nach einer Stichwahl gegen seinen Konkurrenten Frei die Präsidentschaftswahl. Am 11. März 2010 war sein Amtsantritt. Piñera ist der erste rechtsgerichtete Präsident nach fast 20 Jahren. Am 15. Dezember 2013 wurde in einem zweiten Wahlgang wieder die Sozialistin Michelle Bachelet mit rund 62,2 Prozent der Stimmen zur Präsidentin gewählt.

Sehenswürdigkeiten Chiles

Die vielen Sehenswürdigkeiten verteilen sich in Chile quer über das Land, und es ist schier unmöglich, in einem kurzen Artikel wie diesem alle sehenswerten Dinge auch nur anzuschneiden.

 

Die Hauptstadt Santiago

 

Santiagodechile 300x249 Chile

Blick auf Santiago de Chile

 

In der Hauptstadt Santiago de Chile kann sich vor allem ein Besuch der diversen Museen als interessant erweisen.

Aber es gibt auch über das ganze Land verteilte historische Bauten, die noch aus der Zeit stammen, als die Spanier dort wohnten.

Ein Besuch des Cerro San Cristobal zählt mit zu den must-do`s bei einem Besuch der Stadt.

Fussballfans sollten sich mal in das Estadio Nacional de Chile begeben und die Kulisse dort bei einem Spiel der Nationalmannschaft des Landes geniessen.

 

Osterinsel

 

moai Chile

Steinmenschen “Moai” auf der Osterinsel

Besonders interessant aus Sicht der Archäologie ist die Osterinsel.

Diese liegt im Südostpazifik und ist bekannt durch die hohen Steinskulpturen, den Moai.

Die Osterinsel ist eine isoliert gelegene Insel im Südostpazifik, die politisch zu Chile gehört, geographisch jedoch zu Polynesien.

Der Hauptort Hanga Roa ist 3526 km von der chilenischen Küste entfernt. 2012 lebten auf der Osterinsel 5806 Menschen.

Seit 1995 ist die Osterinsel als Nationalpark Rapa Nui Teil des UNESCO-Welterbes.

 

Feuerland

 

feuerland Chile

Feuerland (span. Tierra del Fuego)

„Feuerland“, eine Inselgruppe, am südlichen Zipfel Chiles und Argentiniens gelegen, ist dafür bekannt, ein guter Startpunkt zu sein, um in den chilenischen Teil der Antarktis aufzubrechen. Vom Festland ist Feuerland durch die Magellanstraße getrennt. Die Inselgruppe hat eine Landfläche von 73.746 km², davon die Hauptinsel Isla Grande de Tierra del Fuego 47.000 km². Im östlichen, argentinischen Teil leben etwa 130.000 Menschen, im westlichen, chilenischen Teil etwa 8.500 Menschen.

 

Die chilenischen Nationalparks

 

Honigpalmen 300x225 Chile

Honigpalmen im Nationalpark La Campana

Aber auch einige tolle Nationalparks gibt es im Land.

Zu den bekanntesten Parks zählen der Torres del Paine, der Lauca, der Bernardo O’Higgins und der Rapa Nui Nationalpark.

Der letztgenannte befindet sich allerdings etwa abseits vom terrestrischen Teil Chiles, auf den Osterinseln.

In der Provinz Palena gibt es auch noch den großen Parque Pumalin, dDieser ist besonders aus Sicht des Öko-Tourismus interessant.

Der Nationalpark La Campana (span. Parque Nacional La Campana) liegt recht zentral in Chile in der Region Valparaiso. Er ist Biosphärenreservat der UNESCO und schnell von Santiago aus zu erreichen.

Ebenso gibt es in Chile insgesamt acht so genannte Biosphärenreservate. Diese wurden von der UNESCO zu solchen ernannt. Dazu zählen der Lauca- und der Torres del Paine Nationalpark.

Drei Plätze im Land wurden bisher auch zum Weltkulturerbe erklärt. Das sind zum einen der Chiloe Nationalpark und die dort befindlichen Holzkirchen und zum anderen auch die historischen Hafenviertel in der Stadt.

Der Rapa Nui- und der Torres del Paine Nationalpark zählen zum Weltnaturerbe.

 

Die Atacamawüste

 

Atacama Wueste Chile

Ein Teil der Atacamawüste in Chile

Die Atacamawüste erstreckt sich entlang der Pazifikküste Südamerikas, in etwa zwischen den Städten Tacna im Süden Perus und Copiapo im Norden Chiles. Es ist eine der trockensten Regionen der Erde und in einigen Teilen wurden schon jahrzentelang keine Regenfälle registriert. Von West nach Ost werden drei Längszonen unterschieden: Die Küstenkordillere, das Zwischental und das Andenmassiv. Die Humberstone- und Santa-Laura-Salpeterwerke, die sich in der Atacama Wüste befinden, zählen mit zu den zum Weltkulturerbe erhobenen Gut.