Ayahuasca wird sowohl die Liane Banisteriopsis caapi als auch das Gebräu aus selbiger mit Beimischungen (meist Dimethyltryptamin-haltige Blätter) genannt. Das Gebräu ist ein halluzinogen wirkendes Mittel, das hauptsächlich Harman-Alkaloide enthält, welche als Monoaminooxidase-Hemmer wirken und so den Wirkstoff Dimethyltryptamin (DMT) oral aktivieren.

Ayahuasca-Topf

Zubereitung von Ayahuasca mit Chacruna

Bei Amazonas-Indianern wird Ayahuasca in rituellen und religiösen Zeremonien zu sich genommen, um in die Zukunft zu blicken, Geister und Ahnen zu treffen, sowie Kranke zu heilen.

Der Gebrauch ist im amazonischen Brasilien, Bolivien, Peru, im Orinoco von Venezuela bis an die Pazifikküste von Kolumbien und Ecuador verbreitet.

Ayahuasca ist ein – je nach Zubereitung – faulig-bitter oder süßlich schmeckendes Getränk. Die Farbe ist üblicherweise bräunlich, was sich aber durch beigemischte Zutaten verändern kann.

Der Trank ist ein wässriger Auszug aus der Liane Banisteriopsis caapi. Meist werden DMT-haltige Pflanze hinzugegeben, was die visionäre Eigenschaft des Tranks verstärkt. Populäre pflanzliche Beimischungen sind Psychotria viridis (Chacruna), Psychotria carthagenensis und Diplopterys cabrerana (Chaliponga).

In verschiedenen aus Brasilien stammenden religiösen Gemeinschaften wird das Entheogen Ayahuasca als Sakrament in einem Gottesdienst eingenommen („Ayahuasca-Kirchen“). Hierzu gehören die Religionen Santo Daime und die Barquinha. Der Trank wird hier Daime genannt. Auch die aus Porto Velho stammende religiöse Gruppe União do Vegetal macht rituellen Gebrauch von Ayahuasca. In den brasilianischen Kulten und Kirchen ist die Herstellung des „Santo Daime“ ein ritueller Vorgang, der von gesungenen Gebeten begleitet wird.

Die Wirkung variiert durch die Art der Banisteriopsis-Liane und der beigemischten Pflanzen. Typischerweise wird nach dem Konsum des bitteren Gebräus von leichter Berauschtheit und einer seelisch orientierten Grundstimmung berichtet. Der Bewegungsapparat bleibt meist kontrolliert, jedoch kann die bewusste Motorik eingeschränkt sein.

Ayahuasca bewirkt unter anderem Visionen, Halluzinationen und eine subjektive Erweiterung des Bewusstseins sowie ein verschärftes Gehör.

Für die Schamanen ist die Wirkung des Tranks nicht auf einen Wirkstoff zurückzuführen, sondern auf die Pflanzenseelen, die sich den Menschen unter Ayahuasca-Einfluss als Lehrmeister offenbaren.

Nebenwirkungen

Bekannte und häufige Nebenwirkungen sind Erbrechen, Durchfall oder Schweißausbrüche. Es kann zu einer verminderten Kontrolle der Motorik kommen, sowie zu Gleichgewichtsstörungen und Schwindel.

In Kombination mit Medikamenten und Drogen kann auf Grund der Monoaminooxidase-hemmenden Wirkung von Ayahuasca Lebensgefahr bestehen.

Horrortrips und Angstzustände können bei unsachgemäßer Anwendung ausgelöst werden. Für das Auftreten einer körperlichen Sucht durch Einnahme von Ayahuasca gibt es keine Hinweise. Wie auch bei anderen Psychedelika zeigt sich unter Konsumenten die Tendenz einer abnehmenden Häufigkeit der Einnahme mit zunehmendem Alter.

Vorbereitung

Die Ayahuasca-Erfahrung ist wohl eine außergewöhnliche Form der Einnahme von Halluzinogenen. Sie hat das Leben von vielen Menschen positiv verändert, verschiedene Formen der Depression etwa sollen mithilfe des Rituals geheilt worden sein. Ayahuasca hat bei vielen Anwendern die Schönheit des Weltalls und überwältigende, emotionale Visionen und Vergegenwärtigungen gezeigt.

Ein wichtiger Teil der Ayahuasca Erfahrung ist dabei die Vorbereitung, die auch verschieden ablaufen kann. Aber unbedingt gemacht werden muss, um das ganze Prozedere richtig zu durchlaufen ist ein erfahrener Ayahuasca-Trinker unbedingt hinzuzuziehen.

Zeremonie

Die Ayahuasca Erfahrung dauert bei den meisten Zeremonien, an denen auch Touristen teilnehmen dürfen, 4-5 Stunden. Hierbei beginnen die Anwendungen vielfach am späten Nachmittag, danach ist dann nämlich Ruhe angesagt und zu empfehlen.

Eine strenge Ordnung während der Zeremonie bedeutet kein Schlafen oder Hinlegen, die Teilnehmer sollten dazu still sitzen, wenn sie nicht gerade die Toilette verwenden müssen.

In der Regel sind auch Helfer mit dabei, um einem nötigenfalls zur Toilette zu helfen. Schüsseln für die rituelle Reinigung werden zudem zur Verfügung gestellt. Viele Zeremonienleiter ziehen es zudem vor, direkt auf der Erde zu arbeiten, um die Verbindung mit der Mutter Natur herzustellen.