Als Green Card wird umgangssprachlich eine zeitlich unbeschränkte Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung für die Vereinigten Staaten bezeichnet. Die offizielle Bezeichnung lautet United States Permanent Resident Card, ein Green-Card-Inhaber ist ein lawful permanent resident (LPR). Aussteller ist die Behörde United States Citizenship and Immigration Services (USCIS).

Greencard Beispiel

“Greencard”

Entgegen ihrer Bezeichnung ist die Karte allerdings nicht grün, sondern sandfarben und besitzt nur einen grünen Schimmer. Bis 1994 war sie vorübergehend rosa.

Die Permanent Resident Card oder Greencard ist ein Einwanderungsvisum, das heißt, es sollte innerhalb angemessener Frist nach Erhalt eingewandert werden.

Bei missbräuchlicher Verwendung kann die Erlaubnis/Karte wieder entzogen werden.

Inhaber der Karte, die sich für mehr als ein Jahr außerhalb der Vereinigten Staaten aufhalten möchten, benötigen dafür eine spezielle Genehmigung (engl. re-entry permit). Die relativ unkompliziert zu erhaltende Genehmigung ermöglicht einen Aufenthalt außerhalb der USA von bis zu zwei Jahren.

Im Januar 2010 haben in den USA schätzungsweise 12,6 Mio Greencardinhaber gelebt; das sind etwa 4 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Eine Permanent Resident CardGreencard– erhält man auf verschiedenen Wegen:

Kategorie EB-1: Personen von nationalem Interesse für die USA

In dieser Kategorie können sich bewerben:

  • besonders qualifizierte Personen mit herausragenden Fähigkeiten auf dem Gebiet der Wissenschaft, Kunst, Bildung, Wirtschaft oder des Sports
  • hervorragende Professoren und Forscher
  • bestimmte Manager und Führungskräfte der multinationalen Wirtschaft

Kategorie EB-2: Personen mit besonderen Fähigkeiten

Für diese Kategorie können sich bewerben:

  • Personen des gehobenen Berufsstandes mit Hochschulabschluss
  • Personen mit speziellen Fähigkeiten auf wissenschaftlichem, künstlerischem oder geschäftlichem Gebiet

Voraussetzung ist immer ein Arbeitsplatzangebot eines US-Arbeitgebers. Zudem muss der Arbeitsmarkt geprüft und nachgewiesen werden, dass kein amerikanischer Arbeitnehmer für die entsprechende Arbeitsstelle zur Verfügung steht.

Kategorie EB-3: Akademiker, qualifizierte Fachkräfte, sonstige Arbeitnehmer

Die Beantragung aufgrund eines Arbeitsplatzangebotes ist in dieser Kategorie möglich für qualifizierte Personen mit höherem Schulabschluss, Facharbeiter mit mindestens zwei Jahren Berufserfahrung sowie andere Arbeitnehmer, deren Fähigkeiten in den USA gesucht werden.

Nur nach Prüfung des US-Arbeitsmarktes, aus der hervorgehen muss, dass kein amerikanischer Arbeitnehmer zur Verfügung steht, kann die Permanent Resident Card beantragt werden. Für Arbeitnehmer ohne besondere Ausbildung sind lange Wartezeiten einzurechnen. Hier beträgt die Wartezeit etwa sechs Jahre.

Kategorie EB-4: Kirchliche Mitarbeiter

Pfarrer, Priester oder Rabbiner, die ordiniert sind bzw. vergleichbare religiöse Tätigkeiten ausüben, dürfen ebenfalls eine Permanent Resident Card beantragen. Es muss zudem nachgewiesen werden, dass der Antragsteller in seinem Heimatland mindestens 2 Jahre für die dortige Kirche oder Gemeinde gearbeitet hat. Eine Prüfung des Arbeitsmarktes ist allerdings für diesen Fall nicht erforderlich.

Kategorie EB-5: Investoren

Investoren, die Arbeitsplätze für zehn nicht mit ihnen verwandte Personen schaffen, indem sie Kapital in neue Wirtschaftsunternehmen in den USA investieren, können ebenfalls eine Permanent Resident Card bekommen.

Die Investition muss mindestens zwischen einer halben und einer Million  US-Dollar liegen, abhängig von der Beschäftigungslage im jeweiligen Gebiet. Erst nach zwei Jahren wird dann die unbefristete Aufenthaltsgenehmigung ausgestellt, wenn in dieser Zeit die versprochene Investition tatsächlich erfolgt und die Arbeitsplätze geschaffen wurden.

Verwandte von US-Bürgern

Verwandte von US-Bürgern, die in die USA einwandern dürfen, sind Eltern, Kinder und Geschwister. Eltern sowie ledige Kinder von US-Bürgern unter 21 Jahren erhalten sofort die Genehmigung zur Einwanderung, ältere oder bereits verheiratete Kinder müssen dagegen recht lange warten. Geschwister von US-Bürgern haben trotz Berechtigung zur Antragstellung nur sehr geringe Chancen, da die Wartezeiten über zehn, mitunter sogar über 20 Jahre betragen können (z. B. bei Antragsstellern von den Philippinen). Die Wartezeiten ergeben sich aus dem „Visa Bulletin”.

Verwandte von Green-Card-Inhabern

Ein Permanent Resident ist lediglich dazu berechtigt, seine unverheirateten Kinder mit in die USA zu holen. Verheiratete Kinder, Eltern, Geschwister oder sonstige Verwandte haben keine Chance, über den Bürgen selbst eine Genehmigung zur Einwanderung zu erhalten. Dies kann sich jedoch ändern, wenn der Inhaber nach frühestens fünf Jahren die US-Staatsbürgerschaft beantragen sollte. In diesem Fall kann er dann auch andere Familienmitglieder „nachholen“.

Ehepartner von US-Bürgern oder Green-Card-Inhabern

Sowohl US-Bürger, als auch Permanent Residents sind dazu berechtigt, nach der Hochzeit ihre Ehepartner mit in die USA zu holen. Während die Ehepartner von US-Bürgern sofort einreisen dürfen, müssen die Ehepartner von Permanent Residents allerdings mit bis zu 5 Jahren Wartezeit rechnen.

Teilnahme am Diversity Visa Program

Daneben werden jedes Jahr in einer Lotterie (engl. Diversity Immigrant Visa Program, kurz DV) 55.000 Green Cards weltweit verlost; zurzeit sind 5000 Green Cards im Rahmen des NACARA-Programms (für Nicaragua, Guatemala, Kuba und El Salvador) speziell für Bewohner eben dieser Länder reserviert, die verbleibenden 50.000 Green Cards werden anderweitig verlost.

Die Lotterie entstand 1987 auf Initiative des damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan. Die Vielfalt der Nationalitäten war ins Wanken gekommen, weil aus einigen Ländern übermäßig viele Einwanderer in die Vereinigten Staaten einreisten. Deshalb wollte Reagan über eine Lotterie die Vielfalt aufrechterhalten. Vom Programm werden zahlreiche Länder, die in den letzten Jahren eine hohe Einwanderungsrate hatten, ausgeschlossen.

Die Teilnahme ist zunächst kostenlos und auch ohne die kostenpflichtige Hilfe einer Agentur problemlos möglich. Im Verlauf des Bewilligungsablaufs fallen jedoch Kosten in Höhe von 330 US-$, zuzüglich einer medizinischen Pflichtuntersuchung von 140 € an.

Seit 2004 erfolgt die Teilnahme ausschließlich online. An der Lotterie für das amerikanische Fiskaljahr 2010 nahmen 13,6 Millionen gültige Bewerber teil. Für Deutschland wurden 2188 Gewinner ausgelost, für Österreich 181 und für die Schweiz 185. Seither ist die Gewinnerstatistik rückläufig.

Für das Fiskaljahr 2013 wurden für Deutschland nur noch 1253, für Österreich 108 und für die Schweiz 131 Gewinner ausgelost. Die Wahrscheinlichkeit, dass nach einem „Gewinn“ dann auch tatsächlich ein Visum ausgestellt wird, liegt bei etwas unter 50 %. So erhielten von den 2188 deutschen Gewinnern für das Fiskaljahr 2010 tatsächlich 964 (44,1 %) ein erteiltes und ausgestelltes Visum.

Lotteriegewinner müssen verschiedene Kriterien erfüllen, um sich für ein Einwanderungsvisum, das nach der ersten Einreise zum Status „Permanent Resident“ führt, zu qualifizieren, darunter:

  • Nachweis einer beruflichen Ausbildung mit Berufserfahrung oder eine der amerikanischen High School vergleichbare Mindestausbildung. In Deutschland reicht hier der Realschulabschluss und in der Schweiz etwa eine neunjährige Schulausbildung mit einer dreijährigen Lehre.

Es liegen gemäß INA: ACT 212 (a) keine Ausschlussgründe vor wie

  • gesundheitliche Gründe (Ärztliche Untersuchung notwendig bei Vertrauensärzten der US-Botschaften im Ausland, z. B. führt schon geringster Drogenmissbrauch zum Ausschluss)
  • kriminelle oder ähnliche Gründe (einschließlich Prostitution, Menschenhandel, Geldwäsche …) hier ist also die Vorlage eines (grünen) Führungszeugnisses vorteilhaft (gilt für alle Länder in denen man sich seit seiner Volljährigkeit länger als drei Monate aufgehalten hat).
  • Sicherheitsgründe oder ähnliche (also kein Terrorist, nicht verwickelt in Sabotage und/oder Spionage, keine Mitgliedschaft in totalitären Parteien oder Verbindungen zu terroristischen Organisationen …)
  • Public Charge, also nicht Gefahr laufend, in staatliche finanzielle Abhängigkeit zu geraten. Dies kann glaubhaft verneint werden durch ausreichendes Startkapital, Arbeitsangebot, oder einen glaubhaften Bürgen
  • Illegale Einwanderung oder frühere Verstöße gegen Einwanderungsgesetze (z. B. auch jemand der sich fälschlicherweise als US-Bürger ausgegeben hat, Schmuggler, Missbrauch von US-Studenten-Visa, anderer Visa-Missbrauch, blinde Passagiere …)
  • keinen gültigen Ausweis oder Pass vorlegen zu können
  • nicht qualifiziert, (jemals) die US-Bürgerschaft erlangen zu können
  • vormals von US-Behörden ausgewiesen worden
  • sonstige Gründe, wie z. B. Polygamist sein, Kindesentführung, unerlaubte Teilnahme an demokratischen Wahlen bzw. Fälschung von demokratischen Wahlen, sowie frühere US-Bürger, die Ihre Staatsbürgerschaft niedergelegt haben, um sich der Steuer zu entziehen.

Zu guter Letzt folgt noch ein persönliches Gespräch auf der amerikanischen Botschaft. Man erhält dabei aber noch nicht die eigentliche Karte, sondern lediglich ein Einwanderungsvisum. Mit diesem muss innerhalb von sechs Monaten nach dem Termin in der Botschaft die erste Einreise in die USA erfolgen. Ein Mindestaufenthalt ist bei dieser ersten Einreise nicht vorgeschrieben.

Rechte und Pflichten der Inhaber einer Permanent Resident Card

Ebenso wie Inhaber eines Visums haben Inhaber der Permanent Resident Card neben den oben genannten Rechten das Recht, Grundbesitz zu erwerben, öffentliche Schulen und Colleges zu besuchen, eine Feuerwaffe zu besitzen (abhängig von den jeweiligen lokalen Gesetzen) und eine Rentenversicherung sowie unter bestimmten Umständen Medicare und Einkommenszuschüsse (Supplemental Security Income) zu beanspruchen.

Um ihren Status aufrechtzuerhalten, müssen sich Inhaber einer Permanent Resident Card dauerhaft in den Vereinigten Staaten aufhalten (establish continuous physical presence). Wenn sie die USA länger als 12 Monate verlassen wollen, müssen sie vor der Ausreise eine Wiedereinreiseerlaubnis (reentry permit) beantragen. Diese Erlaubnis wird in der Regel für einen Zeitraum von 2 Jahren gewährt. Sie ersetzt keine abgelaufene Permanent Resident Card und keinen abgelaufenen Reisepass.

Greencard-Inhaber, die in den USA einen Antrag auf Einbürgerung stellen, müssen darüber hinaus nachweisen, dass sie von den vergangenen 5 Jahren mindestens 4½ in den USA verbracht haben. Greencard-Inhaber, die, weil sie sich zuviel im nicht-amerikanischen Ausland aufgehalten haben, am Substantial Presence Test scheitern, werden auch bei der amerikanischen Erbschaftsteuer benachteiligt. Statt des sonst geltenden Freibetrages von 5 Mio. US-Dollar können sie nur einen Freibetrag von 60.000 Dollar geltend machen.

Weiterhin sind Greencard-Inhaber dazu verpflichtet, die jährliche Steuererklärung fristgerecht bei den US-amerikanischen Finanzbehörden vorzulegen.

Soweit ein Greencard-Inhaber innerhalb der USA an eine permanente Adresse umzieht (Ein Motel ist ein Beispiel einer nicht permanenten Adresse), unterliegt er einer entsprechenden Meldepflicht (Formular AR-11) an das USCIS. Die Ummeldung muss innerhalb von 10 Tagen erfolgen.

Verstöße gegen die Pflichten eines Greencard-Inhabers können zum Entzug der Greencard führen, wobei es auf die Schwere des Vergehens ankommt und die Entscheidung im Ermessen des bewertenden Beamten liegt. Weiterhin können die Verstöße bei einem etwaigen späteren Antrag auf Einbürgerung (Naturalization) zu deren Ablehnung oder Verzögerung führen.

Quellen: Wikipedia, USCIS.gov