Kanada finden wir im Norden des Nordamerikanischen Kontinents, zwischen dem Pazifischen Ozean im Westen und dem Atlantischen Ozean im Osten. Im Süden findet sich die 8892 km lange Grenze zum Nachbarn USA, im Nordwesten Alaska (auch USA) und im Nordosten Grönland. Kanada ist nach Russland das zweitgrößte Land der Erde und umfasst 9.984.670 km². Es ist damit mehr als 2,5 mal so groß wie alle Länder aktuell (2016) in Europa zusammen, die gerade mal auf  3.931.000 km² kommen. Damit man sich mal die Dimensionen noch besser veranschaulichen kann: Ganz Deutschland würde 28 mal in das kanadische Territorium reinpassen, das deutsche Bundesland Baden-Württemberg sogar 280 mal.

Kanadas Geografie

topographic map of Canada @America.de

Bild: topographische Karte Kanadas

Höchster Berg ist der mit 5959 m in der Eliaskette im Südwesten des kanadischen Territoriums Yukon gelegene Mount Logan und nach dem Mount McKinley der zweithöchste Gipfel Nordamerikas, als solcher zählt er zu den Seven Second Summits.

Tiefster Punkt ist der Meeresspiegel, also 0 m.

Der längste Fluss ist der Mackenzie River mit 4241 km, in den Nordwest-Territorien gelegen. Sein Einzugsgebiet mit mehreren Quellflüsse, zahlreichen kleinen und drei großen Seen besteht es aus insgesamt 1.743.058 km².

Das größte Binnengewässer nennt sich Great Bear Lake, auf deutsch Großer Bärensee und ist mit seinen 31.153 km² der viertgrößte See in Nordamerika und damit der größte außerhalb der Großen Seen. An der tiefsten Stelle im Ostteil ist der See 446 m tief. Der Seegrund befindet sich 290 m unter dem Meeresspiegel. Weitere große Seen sind der Great Slave Lake mit 28.570 km² sowie der Lake Winnipeg mit 24.190 km². Zudem hat Kanada Anteil an vier der fünf Großen Seen an der Grenze zu den USA. Hier ist der Lake Superior (Oberer See) mit einer Wasserfläche von 82 414 km² der größte. Die wichtigsten Flüsse des Landes sind der Sankt-Lorenz-Strom, der den Atlantik mit den Großen Seen verbindet, der Nelson und der Churchill River, welche in die Hudson Bay münden, und der 4.241 km lange Mackenzie River im Nordwesten, der ins Polarmeer fließt.

Kanadas Landschaft bietet viele verschiedene Naturräume

Das Appalachengebirge hat eine Länge von mehr als 2400 km und reicht von Alabama (USA) bis in die kanadische Provinz Quebec, auch ein Teil Neufundlands gehört dazu. Die Appalachen verfügen über eine reiche Tier- und Pflanzenvielfalt. Im Süden Quebecs und Ontarios liegt die Tiefebene des Sankt-Lorenz-Stroms und die Großen Seen. Hier finden sich besonders fruchtbare Böden. Die Landschaft hier ist flach und regelmässig, eine Ausnahme ist die Niagara-Schichtstufe, welche die Niagarafälle bilden. In Quebec zudem die Monteregie-Hügel, isoliert stehende Batholithe.

Der Norden der Provinzen Manitoba, Saskatchewan, Ontario und Quebec und auch quasi ganz Labrador wird als kanadischer Schild bezeichnet. Hier gibt es wasserreiche Flusslandschaften, mit denen Öko-Strom aus Wasserkraft erzeugt wird und abwechslungreiche, hügelige Gelände. Das laurentinische Hochland durchkreuzt die Gegend und bietet tolle Aussichten. Aus wirtschaftlicher Sicht relevant ist hier der Abbau von Bodenschaetzen und die Abholzung des Nadelwaldes, das heutzutage mit Wiederaufforstungsmassnahmen einhergeht. Die tiefer gelegenen Ökozone der Hudson Bay und James Bay wird von  Feuchtgebieten dominiert, die durch die flache Topographie und schlecht entwässerten Böden hervorgehen. Zahlreiche Flüsse teilen die Ebenen auf ihrem Weg nach Norden in Richtung der Bay. Hier ist ein idealer Lebensraum für viele Fische, Pflanzen und weitere wirbellose Tierarten. Weiter noerdlich beginnt die arktischen Baumgrenze, ab der Felsen, Eis und Tundrenvegetationvorherrscht.

canadian pairie map

Im Bild die kanadischen Prärieprovinzen

Prärieprovinzen bezeichnet die kanadischen Provinzen Alberta, Saskatchewan und Manitoba und die Gegend zwischen den Rocky Mountains und dem Großen Sklavensee respektive dem Großen Bärensee. Zusammen mit British Columbia werden diese dann zu Westkanada. Die kanadische Prärie zählt durch Getreidebau und Rinderhaltung zu den wichtigsten landwirtschaftlichen Regionen Kanadas. In Alberta hat die Erdölförderung mittlerweile den Getreideanbau in ihrer Bedeutung überholt. Die meist flache Prärie wird in ihrem südlichen Teil landwirtschaftlich genutzt, der nördliche Teil ist bewaldet. Einzelne Regionen wie die Cypress Hills und die Alberta Badlands sind ausgesprochen hügelig.

Die westlich gelegenen Gebirgsketten der Rocky Mountains ziehen durch ganz Nordamerika, und auch im Westen Kanadas. Schauen wir weiter nach Westen finden wir in der Provinz British Columbia eine ausgedehnte Hochebene, danach befinden sich mehrere Gebirgszüge, die sogenannten Coast Mountains. Nördlich daran schließen sich die Mackenzie Mountains an. Diese dienen als Wendepunkt für das Becken des Mackenzie und Yukon River und sind die Quelle für den Pelly River, einem Quellfluss des Yukon . Die Franklin Mountains werden in verschiedenen Publikationen auch als Teil des Bereichs angesehen. Vor der Südwestküste British Columbias liegt die gebirgige Vancouver Island, umgeben von zahlreichen weiteren Inseln und Inselgruppen wie etwa den Gulf Islands. In dieser Region befindet sich der einzige gemäßigte Regenwald Kanadas.

Die kanadische Arktis umfasst alle Gebiete nördlich der Baumgrenze, also fast ganz Nunavut sowie die nördlichsten Teile von Yukon, Manitoba, Ontario, Québec, Labrador und der Nordwest-Territorien. Die Arktische Kordillere, die sich bis auf Ellesmere Island erstreckt, ist das nördlichste Gebirge der Welt. Die physikalische Landschaft der Arktis ist einzigartig. Das Millionen Jahre alte Eis zeigt Narben auf der Oberfläche, die viele Geschichten erzählen. Die historischen Eisdecken, die fast den ganzen Kontinent bedecken, haben hier ihren Ursprung. Wenn die Erde ihre Temperatur erhht, schmilzt das Eis und eine vernarbte Landschaft enthüllt ihre Schönheit. In der Arktis finden sich zudem viele Mineralien, Lebensräume einiger noch gar nicht richtig erforschter Tierarten und vieles mehr. Im kurzen arktischen Sommer, an dem es meist Tag und Nacht hell ist und die Temperaturen sogar auf bis zu 30 ° Celsius steigen, entfalten in der arktischen Tundra unzählige Blumen ihre Blütenpracht. In den dunklen, lang anhaltenden Nächten zwischen Herbst und Frühlingsanfang ist die spektakuläre Show der Nordlichter (Aurora Borealis) hier besonders gut am Himmel zu beobachten.

Kanadas Geographie lässt sich besser in unmittelbarer Natur erforschen als nur in Büchern oder Artikeln im Internet. In den vielen Parks des Landes finden sich die verschiedenen Landschaftsformen mit ihrer typischen Pflanzen- und Tierwelt. Kanadas Parks sind lebende Naturmuseen, ebenso faszinierend und mannigfaltig wie das Land selbst.