Kostarika, amtlich spanisch República de Costa Rica, deutsch Republik Costa Rica, Staat in Zentralamerika, grenzt im Norden an Nicaragua, im Osten an das Karibische Meer, im Südosten an Panama und im Westen an den Pazifik. Das Land gilt als eines der fortschrittlichsten Lateinamerikas. So wurde bereits in den 1950er Jahren die Armee zugunsten der Förderung von Bildungs- und Gesundheitsprogrammen abgeschafft. Das Land gewinnt mehr als 90 % seines Energiebedarfs aus regenerativen Quellen und Ökotourismus wird stark gefördert. Rund 27 % der Landesfläche stehen unter Naturschutz.

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Schnellübersicht

Fläche 51 100 km2
Einwohner (2013) 4,87 Mio.
Hauptstadt San José
Verwaltungsgliederung 7 Provinzen
Amtsprache Spanisch
Nationalfeiertag 15. 9.
Währung 1 Costa-Rica-Colón (Ȼ) = 100 Céntimo (c)
Zeitzone MEZ − 7 Stunden
Costa Rica in Mittelamerika
Nationalflagge Costa Ricas

 

Staatsrecht

Nach der Verfassung vom 7. 11. 1949 ist Costa Rica eine präsidiale Republik. Staatsoberhaupt und Regierungschef ist der auf 4 Jahre direkt gewählte Präsident (unmittelbare Wiederwahl nicht möglich). Er ernennt die Mitglieder des Kabinetts, die ihm verantwortlich sind. Die Legislative liegt bei der Gesetzgebenden Versammlung (57 Abgeordnete, für 4 Jahre gewählt; es besteht allgemeine Wahlpflicht ab 18 Jahren). – Einflussreichste Parteien: Partei der christlich-sozialen Einheit (PUSC), Partei der nationalen Befreiung (PLN), Partei der Bürgerbewegung (PAC) und Befreiungsbewegung (ML).

Natur

Costa Rica wird von Nordwesten nach Südosten von den Kordilleren durchzogen: Cordillera de Guanacaste im Nordwesten, Cordillera Central (mit dem Vulkan Irazú, 3 432 m über dem Meeresspiegel), Cordillera de Talamanca im Südosten (im Chirripó Grande 3 819 m über dem Meeresspiegel). Nördlich und östlich der Gebirge erstreckt sich ein zum Teil sumpfiges Tiefland (etwa ein Fünftel der Landesfläche). Nach Süden geht die Cordillera Central in ein flaches Hochbecken (Meseta Central oder Valle Central, 1 100–1 500 m über dem Meeresspiegel) über, klimabegünstigt und mit fruchtbaren vulkanischen Böden das Hauptsiedlungsgebiet des Landes. Die karibische Küste (mit Lagunen und Mangrovesümpfen) ist wenig, die pazifische reicher gegliedert, v. a. durch die Halbinseln Nicoya und Osa, die durch eine Senkenzone von der Kordillere getrennt sind. Das tropische Klima bringt hohe Niederschläge (bis 6 000 mm jährlich) an der karibischen und geringere (2 000–3 000 mm) an der pazifischen Seite (wechselfeucht). Dem entspricht die Vegetation: immergrüner tropischer Regenwald beziehungsweise regengrüner Trocken- und Feuchtwald.

Bevölkerung

Costa Rica hat als einziges Land Zentralamerikas eine fast ausschließlich weiße Bevölkerung (meist altspanischer Herkunft); 7 % Mestizen, weiterhin Schwarze, Asiaten und Indianer (etwa 3.000 Muisca oder Chibcha). Im Valle Central leben auf 5 % der Landesfläche zwei Drittel der gesamten Einwohner. Stadtbevölkerung: 60 % (überwiegend in San José). Bevölkerungswachstum: 1,4 %. – Rund 95 % der Bevölkerung sind Christen (ganz überwiegend [rund 80 %] Katholiken); die größte nichtchristliche Religionsgemeinschaft bilden die Bahais (rund 11 500). Die katholische Konfession ist Staatsreligion. – Es besteht allgemeine Schulpflicht im Alter von 5 bis 15 Jahren. Die Alphabetisierungsrate wird auf 96 % (alle über 15 Jahre) geschätzt. Es gibt vier staatliche und 71 private Hochschuleinrichtungen; älteste Universität ist die Universidad de Costa Rica (gegründet 1843) in San José.

Wirtschaft und Verkehr

Costa Rica ist ein lateinamerikanisches Entwicklungsland, dessen ehemals rein agrarisch geprägte Wirtschaftsstruktur sich durch die Errichtung von Freihandelszonen (Niederlassung von High-Tech-Firmen) und den Ausbau des Tourismus allmählich wandelt. Wirtschaftlich noch immer prägend ist die Landwirtschaft. Vorherrschend sind kleine und mittelgroße Familienbetriebe. Angebaut werden besonders für den Export: Kaffee (im zentralen Hochland), Bananen (an der karibischen und pazifischen Küste), ferner Kakao (an der karibischen Küste), Manilahanf, Zuckerrohr (Plantagen im zentralen Hochland und im nördlichen Tiefland); für die Selbstversorgung: Mais, Reis, Bohnen, Maniok; Viehzucht v. a. im nordwestlichen Tiefland (Export).

Der Waldbestand ist geschrumpft; trotz eines relativen Fischreichtums spielt die Hochseefischerei eine untergeordnete Rolle. – Neben Gold (in kleinen Mengen) wird auch Meersalz gewonnen. Mit dem Abbau der Bauxitvorkommen in Verbindung mit Aluminiumindustrie wird begonnen. Die Industrie stellt hauptsächlich Nahrungsmittel und Verbrauchsgüter her, in Freihandelszonen und Lohnveredlungsbetrieben Produkte der Elektrotechnik und Elektronik, chemische Erzeugnisse und Bekleidung. Der ökologisch ausgerichtete Tourismus hat in den 25 Nationalparks (12 % der Landesfläche) und weiteren Schutzgebieten gute Voraussetzungen. – Haupthandelspartner sind die USA, Guatemala, Mexiko, Venezuela, Japan und die EU-Staaten.

Von den rd. 37 000 km Straßen (dichtestes Netz in Zentralamerika) sind etwa 28 000 km unbefestigt. Das privat betriebene Eisenbahnnetz ist rd. 1000 km lang. Wichtigste Verbindung ist die Carretera Interamericana. Haupthafen an der atlantischen Küste Limón (Puerto Limón), an der pazifischen Küste Puntarenas und Caldera; internationaler Flughafen bei San José.

Geschichte

Nach der Landung von C. Kolumbus an der Küste des heutigen Costa Rica 1502 eroberten die Spanier das Land ab 1560. Bis zur Unabhängigkeitserklärung (1821) Provinz des Generalkapitanats Guatemala, schloss sich Costa Rica dem mexikanischen Kaiserreich A. de Itúrbides an. Nach dessen Sturz 1823 gehörte es bis 1838 zu den Vereinigten Provinzen von Zentralamerika. 1848 konstituierte sich die Republik Costa Rica, die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts häufig von inneren und äußeren Unruhen erschüttert wurde. Mit Präsident J. J. Rodríguez (1890–94) begann eine demokratische Entwicklung, die 1917–19 durch die Diktatur von F. Tinoco Granades unterbrochen war.

In der Wirtschaft wurde das Land stark von den USA abhängig, v. a. von den Bananenpflanzergesellschaften. 1948 begannen erneut innenpolitische Wirren, die zum Bürgerkrieg führten. J. M. Figueres Ferrer (Präsident 1952–58 und 1970–74) konnte die Lage unter Kontrolle bringen und die demokratische Ordnung wiederherstellen. Seitdem wechseln der sozialdemokratisch orientierte PLN und konservative Koalitionen in der Regierung einander ab. 1978/79 unterstützte Costa Rica die Sandinisten beim Sturz des Diktators Somoza in Nicaragua; Präsident O. Arias Sánchez (1986–90, PLN) erwarb sich große Verdienste um den Frieden in der Region. Nach R. A. Calderón Fournier (PUSC; 1990–94) und José María Figueres (PLN; 1994–98) gelangten 1998 mit Miguel Ángel Rodríguez Echeverría sowie 2002 mit Abel Pacheco wiederum Vertreter des PUSC in das Präsidentenamt.

Allerdings veränderte der neu gegründete PAC das traditionelle Zweiparteiensystem. Gegen führende Politiker von PLN und PUSC wurden 2003 und 2004 Untersuchungen wegen Korruption eingeleitet. Am 28. 5. 2004 unterzeichnete Costa Rica das 2003 ausgehandelte Zentralamerikanische Freihandelsabkommen (CAFTA) zwischen den zentralamerikanischen Staaten und den USA; es wurde im Oktober 2007 in einem Referendum bestätigt. Der Sozialdemokrat Arias Sánchez (PLN), der bereits 1986–90 Präsident gewesen war, gewann die Wahlen im Februar 2006 mit knappem Vorsprung (Amtsantritt: 8. 5. 2006).

Klima

Das Klima des Landes lässt sich in eine Trocken- und eine Regenzeit einteilen. In den Monaten von Mai bis zum November ist die Regenzeit und die trockenen Monate sind in der Zeit von Dezember bis April. Aufgrund der Lage bei den nördlichen Breitengraden befindet sich Costa Rica in den Tropen. Das ist auch der Grund, weshalb an der Karibikküste in Puerto Limone teilweise doppelt soviel Regen im Jahr fällt, als in der Hauptstadt San Jose.

Sehenswürdigkeiten Costa Rica

Auch in Costa Rica gibt es viele tolle, interessante Sehenswürdigkeiten. Um den Urlaub bestmöglich genießen zu können werden als beste Reisezeit die Monate März/April und von Juli bis September empfohlen.

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San Jose Stadtansicht

In der Hauptstadt San Jose können viele recht alte und auch neue Dinge erkundet werden. Mit an die 350.000 Einwohner ist diese Stadt noch nicht so groß wie andere mittelamerikanische Hauptstädte, das Flair ist daher eher kolonial, einige Museen laden zum Besuch ein. Es wird einem auch sicher nicht langweilig, da immer irgendwelche spannenden Ausstellungen stattfinden und auch ein Besuch von einem der zahlreichen Museen Abwechslung bietet.

In der Nähe von San Jose etwa, befindet sich die Stadt Cartago, die eine fast 500-jährige Geschichte aufweist. Hier kann der echte, alte Kolonialbaustil kennen gelernt werden.

Die Lage des Landes mit den beiden Küsten zum Pazifik und der Karibik hin lädt außerdem zu zahlreichen Wassersportmöglichkeiten ein. Eine davon wäre das Tauchen, denn vor Costa Rica wartet eine wunderbare Unterwasserwelt, in der es sicher auch das eine oder andere Korallenriff zu entdecken gibt. Die weitläufigen Strände sind in vielen Orten noch recht natürlich.

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Strand in Costa Rica

Ebenso sind die Häfen in den Städten Costa Ricas sehr sehenswert. Auch wenn das Land nicht besonders groß ist, so bietet es auch einige Nationalparks für die Urlauber. Diese sind außerdem in verschiedenen Klimazonen.

Es gibt welche, die in den Bergen liegen und sogar im tropischen Regenwald. Besonders zu empfehlen ist ein Besuch vom Braulio-Carillo Nationalpark. Dieser bietet sehr viele Waldgebiete und der Tortuguero Park beheimatet einige faszinierende Seeschildkröten. Außerdem gibt es dort auch noch einige Vögel und Reptilien zu beobachten.

Aber auch die faszinierenden Vulkane in Costa Rica, die teilweise auch noch aktiv sind, können auf die eine oder andere Art und Weise von Touristen erkundet werden.

Quellliteratur: The Costa Rica reader. History, culture, politics, hg. v. I. Molina u. S. Palmer (Durham u.a.); D. Kirst: Costa Rica; Wikipedia.org