Rio de Janeiro ist die zweitgrößte Stadt Brasiliens nach Sao Paulo und Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates. Sie liegt an der wunderschönen Guanabara-Bucht im Südosten Brasiliens. Fluss des Januars bedeutet der Stadtname von Rio übersetzt.

Rio-Copacabana-Nacht

Die Copacabana in Rio de Janeiro bei Nacht

Im eigentlichen, recht quirligen Stadtgebiet, leben rund 6,3 Millionen Menschen (Stand 2010).Die Metropolregion hat 11,9 Millionen Einwohner.

Bis 1960 war Rio de Janeiro die Hauptstadt Brasiliens und trat danach diese Funktion an Brasília ab, bleibt aber nach São Paulo bedeutendstes Handels- und Finanzzentrum des Landes.

Die Bewohner der Stadt nennt man Cariocas, nach einem Wort aus der zum Tupí-Guaraní gehörenden Sprache der Tupinambá, welches „Hütte des weißen Mannes“ bedeutet.

Es ist geprägt durch die Buchten und Strände entlang der Ufer, sowie durch “Morros” genannte Granithügel, die zu den Ausläufern der Serra do Mar gehören.

 

Cristo Redentor – Christusfigur am Corcovado

Christus Statue

Christus Statue am Corcovado

Wahrzeichen von Rio de Janeiro ist die 30 Meter hohe Christusfigur auf dem Gipfel des Corcovado im südlichen Teil von Rio de Janeiro. Zu erreichen mit der Corcovado Bergbahn oder mit einem der vielen Citytour-Busse, die natürlich an dieser Statue nicht vorbeikommen.

Cristo Redentor steht auf einem acht Meter hohen Sockel und wiegt 1145 Tonnen. Somit ist die Gesamthöhe des Bauwerks 38 Meter. Die Spannweite der Arme beträgt 28 Meter.

Baumaterial ist Stahlbeton, der mit einem Mosaik aus Speckstein überzogen ist. Sie war von 1931 bis 1981 die höchste Christus-Statue der Welt.

Die Errichtung der Christusstatue war ursprünglich im Jahre aus Anlass der hundertjährigen Unabhängigkeit Brasiliens geplant. Die Entwürfe stammen vom brasilianischen Bauingenieur Heitor da Silva Costa. Der Bau der Statue begann 1922, Finanzierungsprobleme verzögerten den Bau aber um fast zehn Jahre, ehe nach der Unterstützung der Erzdiözese Rios, des Vatikans und Frankreichs schließlich die Einweihung am 12. Oktober 1931 stattfinden konnte.

Am 7. Dezember 1999 um 7:00 Uhr Ortszeit sprang der österreichische Basejumper Felix Baumgartner vom rechten Arm der Statue aus mit dem Fallschirm ab. Zuvor war er an einem mit einer Armbrust hinauf geschossenen Seil hinaufgeklettert. Die Statue wird immer wieder durch Unwetter beschädigt, so verlor sie beispielsweise im Januar 2014 durch Blitzeinschlag einen Teil des rechten Mittelfingers. Daraufhin ist sie schnell repariert worden und bekam einen neuen Blitzableiter verpasst.

 

Der Zuckerhut in Rio de Janeiro

Zuckerhut-Rio-de-Janeiro

Der Zuckerhut an der Praia de Botafogo

Ist man hier oben am Wahrzeichen Rios, kann man neben großen Teilen der Millionenstadt auch den berühmten Zuckerhut sehen, auf den auch die Statue hinzusehen scheint.

Der Zuckerhut ist ein 395 m hoher, steilwandiger durch schalenartige Abschuppung des groben Gneises im feuchtheißen Klima entstandener Glockenberg, auf der Halbinsel Urca am westlichen Eingang zur Baia de Guanabara.

Der Zuckerhut besteht aus Graniten, die vor etwa 560 Millionen Jahren als Plutone in die Erdkruste aufstiegen.

Die bereits durch die Entstehung angelegte, domförmige Gestalt des Felsens wurde durch Desquamation weiter verstärkt, indem sich äußere Schichten des Gesteins wie Zwiebelschalen vom Rest des Berges lösten.

Auf den Zuckerhut führt eine Seilbahn, deren Seiten vollverglast sind. Am 27. Oktober 1912 wurde der erste Streckenabschnitt auf den Morro da Urca fertiggestellt. Ein Jahr später folgte der zweite Abschnitt, der bis auf den Gipfel des Zuckerhuts führt.

 

Rios Copacabana

Copacabana-Strandabschnitt

Badespass und Sonnen an der Copacabana

Vom Zuckerhut aus ist auch die Copacabana zu sehen, eine der bekanntesten Stadtteile Rio de Janeiros in der Zona Sul, der direkt zwischen dem Atlantik und den mit Favelas bevölkerten Granitfelsen liegt und über einen vier Kilometer langen Sandstrand verfügt.

Die Touristen werden vornehmlich den nördlichen Teil der Copacabana besuchen, hier verläuft das eigenständige Viertel Leme, welches mit der Chapeu Mangueira und dem Morro do Leme abschließt.

Leme ist ein überwiegend gehobenes Viertel, welches von der Oberschicht bewohnt wird. Im Süden, am Übergang zum Stadtviertel Ipanema liegt der Stadtteil

Arpoador. Im Westen liegt die Lagoa de Freitas und im Norden Botafogo.

Die Copacabana ist 5,08 km² groß und weist momentan mit 34.000 Bewohnern pro km² die höchste Bevölkerungsdichte Rios auf. In dem 109 Straßen fassenden Stadtteil Copacabana leben ca. 300.000Menschen. Sie wird mit einem kontrastreichen “Schmelztiegel” verglichen, da hier ein starkes Rassen- und Klassengemisch vorherrscht, welches in der Welt einzigartig ist.

An der Copacabana zeigt sich die ethnische, kulturelle und soziale Vielfalt der brasilianischen Gesellschaft.”

Im Gegensatz zum Nachbarviertel Ipanema, welches traditionell der Oberschicht zugerechnet wird, wird die Copacabana überwiegend von der Mittelschicht und gehobenen Mittelschicht bewohnt. Dieser Stadtteil hat mit dem größten Anteil an Senioren und Rentnern in Rio de Janeiro.

Die Avenida Atlântica ist die Prachtstraße, welche sich direkt an den Strand, der Praia de Copacabana, anschließt. Ihr Bürgersteig besteht aus den berühmten, wellenlinienförmigen geschwungenen Mosaiken, welche charakteristisch für die Copacabana sind. Bekannte 4-Sterne-Hotels, die direkt an der Avenida Atlântica liegen, sind das Rio Palace, das 37-stöckige Meridien, das Othon Palace Hotel und das Copacabana Hotel Palace, das wir bereits selber besuchen durften.

Für viele ein Traum, hier an der “Copa” mal ein Wochenende mit den Liebsten zu verbringen, dazu gehört dann aber auch der weltberühmte Song von Barry Manilow über die Copacabana, den man sich vorsorglich als MP3/4 auf sein Handy laden sollte.

Copacabana-Mosaik

Der Bürgersteig an der Avenida 
Atlantica

An der Avenida Atlântica konzentriert sich die Touristenszene mit einer großen Anzahl von Straßencafés und Restaurants.

Laut Berichten erhielt der Stadtteil seinen Namen durch Marienkunstwerke, die aus dem gleichnamigen, als Wallfahrtsort weit bekannten Copacabana am Titicacasee in Bolivien eingeführt wurden.

Der Strand und die Strandpromenade werden von einer großen Zahl von ambulanten Händlern aufgesucht, welche Waren verschiedenster Art wie z.B. Sonnenmilch, Handtücher, Maté oder Kokoswasser verkaufen. Fußball und Beachvolleyball kann am Strand teilweise auch noch nachts unter Flutlicht gespielt werden.

Der Strand von Copacabana mit seinem weißen Sand und seiner Sauberkeit genießt Weltruhm und steht symbolisch für den Ort, an dem Sport, Lebensfreude und der Körperkult Brasiliens zelebriert wird. Der Atlantische Ozean weist am Strandabschnitt der Copacabana zeitweise starke Strömungen auf. Bei starker Unterströmung ist das Schwimmen verboten. Hinzu kommt eine häufig starke Brandung und ein relative steiler Abfall an der Uferzone, was das Baden nicht ganz ungefährlich macht.

 

Ipanema und Leblon

Ipanema Strand

Ipanema Strand

Ipanema ist der Name eines Stadtteils und eines berühmten Strandes von Rio de Janeiro.

Bekannt wurde das Viertel auch durch das Lied Garota de Ipanema (The Girl from Ipanema) von Antônio Carlos Jobim.

Neben der nordöstlich gelegenen Copacabana, ist Ipanema der wichtigste Strand Rios. Das direkt an ihn anschließende Stadtviertel Leblon gehört zu den gehobeneren von Rio. Die Kombination von Strand und angenehmem Großstadtviertel ist in dieser Form einzigartig. Zwischen dem ruhigen Strand von Copacabana und dem wilderen Strand von Ipanema liegen der Felsvorsprung Arpoador („Harpunier“) und ein militärisch genutztes Fort.

Die Gegend war früher überwiegend von französischen Siedlern bewohnt, bis die Portugiesen die französischen Kolonialisierungsversuche bekämpften und sie schließlich vertrieben. Der Stadtteil blieb aber nach einem der französischen Siedler (Le Blond) benannt.

Heute ist Leblon neben Ipanema und Copacabana eines der wohlhabenden Viertel, wenn es auch weniger bekannt ist. Während des Karnevals führen viele Umzüge durch Leblon.

 

Ein Nationalpark in der Stadt

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Im Nationalpark in Rio de Janeiro

Das seit 1961 zum Nationalpark Tijuca erhobene Gebiet befindet sich im Stadtgebiet von Rio de Janeiro und umfasst mehr als 3.000 Hektar (Ur-)Waldgebiet der Floresta da Tijuca.

Sehr viel war schon zerstört worden durch die Abholzung des Urwalds und der Nutzung als Kaffeeplantagen und Zuckerrohrfeldern. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der originalen Vegetation der Mata Atlântica wieder Raum gegeben.

Der brasilianische Kaiser Dom Pedro II gab 1861 den Auftrag, das Gebiet hinter dem Botanischen Garten wieder aufzuforsten, allerdings auch mit fremden Bäumen. Einige Jahre später ließ er ein Wegenetz und Aussichtsplätze anlegen, Vista Chinesa, Mesa do Imperador und Dona Marta.

Mehrere Straßen führen durch den Wald zu den Aussichtspunkten, Wanderwege führen zu Höhlen und Wasserfällen. Auffällige Gipfel sind die Pedra da Gávea und der 1.022 m hohe Pico da Tijuca. Auch das Wahrzeichen Rios, der Corcovado, befindet sich im Park.

Dank des Nationalparks ist das Klima in der Stadt Rio angenehmer und die Temperatur um einige Grad niedriger, was für die Bewohner und die Millionen Touristen sehr angenehm ist. Auf der Welt gibt es nur wenige Stadtwälder, die größer sind als dieser Nationalpark, er ist ein Muss bei einem Besuch Rios.

Kontaktdaten:

Estrada da Cascatinha, 850 – Alto da Boa Vista, Rio de Janeiro – RJ, 20531-590, Brasilien. Telefon: +55 21 2492-2252

 

Botanischer Garten

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Größte Seerose des Amazonasgebiets

Der Botanische Garten von Rio de Janeiro befindet sich im Stadtviertel Jardim Botânico im Süden der Stadt. Er wurde 1808 von Johann VI. gegründet.

Auf einer Fläche von etwa 140 Hektar beherbergt der Botanische Garten ca. 6500 Arten, darunter einige vom Aussterben bedrohte.

Der Botanische Garten von Rio zählt zu den zehn wichtigsten seiner Art weltweit.Die Unesco erklärte ihn zum Biosphärenreservat.

Die 128 Palmen der Hauptallee Barbosa Rodrigues stammen zum Teil noch aus der Zeit der Entstehung des Gartens. Neben zahlreichen Treibhäusern, Orchidarien und Rosengärten, bildet ein See mit Riesenwasserpflanzen, wie die größte Seerose des Amazonas, Vitória Regia, eine Hauptattraktion.

Zudem findet man im Garten:

* Casa dos Pilões, eine ehemalige Pulverfabrik
* Bromelienhaus
* Treibhaus mit fleischfressenden Pflanzen
* Zoo mit über 2500 verschiedenen Tierarten
* Nationalmuseum aus der Kaiserzeit

 

Kontaktdaten:

Estrada da Cascatinha, 850 | Alto da Boa Vista | Rio de Janeiro | RJ |
Telefon: +55 (21) 2491-1700/ 2492-2252 / 2492-2253

 

Pedra da Gavea

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Pedra da Gavea

Pedra da Gávea ist ein 842 m hoher Felsen in der Floresta da Tijuca und liegt in Barra da Tijuca.

Er besteht hauptsächlich aus Gneis und Granit.

Er ist weltweit der größte einzelne Granitblock in Meeresnähe und mehr als doppelt so hoch wie der weit berühmtere Zuckerhut, der mit 396 Metern richtiggehend klein im Vergleich zu diesem Granitboliden wirkt. Zum Teil gut sichtbar ist der Felsen auch vom Strand von Ipanema.

Karneval in Rio

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Sambaschulen tanzen den Karneval in Rio

Die Stadt ist auch bekannt wegen des jährlich stattfindenden Karnevals von Rio. Dieser beginnt offiziell am Freitag vor Aschermittwoch und ist eine der Hauptattraktionen der Stadt.

Die vielfarbige Parade der Sambaschulen gehört zu den größten und bekanntesten Festen der Welt.

Jede Samba-Schule wählt jährlich ein bestimmtes Thema, entsprechend werden dann die Festwagen dekoriert, und die Kostüme darauf abgestimmt.

Danach werden Einzelheiten, wie Rhythmus, Choreographie, Präsentation, Zusammenspiel der Gruppe und weiteres abgestimmt. Die meisten der prächtig kostümierten Teilnehmer des Spektakels “Karneval in Rio” haben das ganze Jahr über hart gearbeitet, um sich die Kostüme leisten zu können, die sie hier für nur wenige Stunden tragen.

Jedes Jahr steigt eine Schule mit der besten Punktzahl aus der Ersten Liga in die Grupo Especial auf. Für die Gewinner der Grupo Especial gibt es einen Geldpreis, fast noch wichtiger ist jedoch die Ehre, Mitglied einer Gewinnerschule in dieser Gruppe zu sein. Insgesamt gibt es vier Liegen, ähnlich wie im Fussball.

Die Reihenfolge der einzelnen Paraden der Grupo Especial wird durch das Los bestimmt, es treten Karnevalssonntag und -montag jeweils 6 Sambaschulen auf. Jede dieser Schulen tritt mit 3-5.000 Teilnehmern an, aufgeteilt in bis zu 40 Gruppen mit 5 bis 8 Festzugswagen, die jeweils genau zwei Stunden Zeit für ihre Parade bekommen. Ein Überschreiten, aber auch ein Unterschreiten dieses Zeitlimits kostet sie wertvolle Punkte.

Maracana Stadion

Maracana Stadion in Rio de Janeiro

Auf den Tribünen des nach Plänen des gerade in Brasilien sehr bekannten Architekten Oscar Niemeyer 1984 in nur 120 Tagen erbauten Sambódromo im Stadtteil Estácio haben bis zu 92.000 Zuschauer Platz. Damit ist es das größte Fussballstadion in Südamerika.

Die Paraden beginnen in der 700 Meter langen Arena jeweils um 21 Uhr und dauern pro Festtag etwa zehn Stunden.

Das bedeutet, dass die letzte Parade bereits im Licht des folgenden Morgens durchgeführt wird.

Am Aschermittwoch gegen Mittag findet dann die Punkteauszählung statt, die in den TV-Kanälen im ganzen Land live übertragen wird. Hierbei bewerten insgesamt 40 Punktrichter, jeweils 4 für die 10 Bewertungskategorien.

Die Siegesfeier wird wie bei einer Fußball-Weltmeisterschaft mit Feuerwerk und Freudenfesten der siegreichen Escola de Samba gebührend gefeiert. Auch die zwei- und drittplatzierten bekommen Geld für die Vereinskasse.

Hier geht es zu weiteren Informationen zu Brasilien und seinen größten Städten.

Quellen: Wikipedia, Corcovado Org, Nationalpark Jardim Botanico