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Südamerika – wohin geht die Reise?

Südamerika bildet zusammen mit Mittel- und Nordamerika den Doppelkontinent Amerika. Es ist der südliche Teil Amerikas und umfasst einschließlich der umgebenden Inseln (auch der Falkland- und Galápagosinseln) insgesamt rd. 17,85 Mio. km2, das sind etwa 12 % der Landfläche der Erde. Zudem ist Südamerika der viertgrößte Kontinent der Erde.

Es hat dabei etwa 400 Millionen Einwohner auf fast 17.5 Millionen km² Landfläche. Zum Vergleich: Die USA alleine hat schon mehr als 300 Millionen Einwohner. Die in Südamerika gesprochenen Sprachen sind Portugiesisch, das in Brasilien auch Amtssprache ist. Einige Länder im Norden Südamerikas verwenden zudem Englisch, Niederländisch, oder auch Französisch, als Landessprache: Die kleineren Länder Surinam (Niederländisch) oder auch Guyana, die Falklandinseln (Englisch) und franz. Guayana (Französisch) fallen hierbei sprachlich sozusagen aus dem Rahmen. Doch am weitesten ist natürlich Spanisch verbreitet, das im Rest Südamerikas gesprochen wird. Italienisch wird auch teils in Brasilien, Argentinien, Uruguay und Venezuela gesprochen. Von lokalen Dialekten und indigenen Sprachen mal abgesehen, kommt man also mit Spanisch, Englisch und Portugiesisch-Kenntnissen mehr als gut durch Südamerika.

Wo liegt Südamerika?

Das südamerikanische Festland liegt zwischen 12° 28′ nördlicher Breite (Punta Gallinas, Kolumbien) und 53° 54′ südlicher Breite (Kap Froward auf der Península de Brunswick, Chile) sowie 81° 20′ westlicher Länge (Punta Pariñas, Peru) und 34° 46′ westlicher Länge (Ponta de Pedra, Brasilien); die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt über 7 600 km, die West-Ost-Ausdehnung fast 5 000 km. Bezieht man die Inseln mit ein, so gilt Kap Hoorn (56° südlicher Breite) im Feuerlandarchipel als die Südspitze Südamerikas.

Welche Staaten finden wir dort?

Die Länder Südamerikas mit den Hauptstädten @America.de
Auf dem südamerikanischen Kontinent finden wir zwölf selbständige Staaten. Fr. Guyana liegt zwar auch im Nordosten von Südamerika, gehört aber zum Staatsgebiet von Frankreich. Die Falklandinseln und Südgeorgien mit den Sandwichinseln werden zwar von Argentinien beansprucht, gehören aber zur britischen Krone. Brasilien ist das größte Land mit den meisten Einwohnern, Suriname das kleinste mit den wenigsten Bewohnern.

Land Fläche Einwohner Hauptstadt
Argentinien 2.766.890 39.400.000 Buenos Aires
Bolivien 1.098.580 10.632.000 Sucre
Brasilien 8.547.400 204.860.000 Brasilia
Chile 756.950 18.006.000 Santiago
Ecuador 272.045 15.655.000 Quito
Fr.Guyana 83.534 244.100 Cayenne
Guyana 214.969 735.500 Georgetown
Kolumbien 1.138.910 48.002.000 Bogota
Paraguay 406.752 6.704.000 Asuncion
Peru 1.285.216 30.147.000 Lima
Suriname 163.465 542.000 Paramaribo
Uruguay 176.215 3.333.000 Montevideo
Venezuela 912.050 30.930.000 Caracas

Die Staaten Südamerikas geographisch gesehen

  • Andenländer: Bolivien, Chile, Ecuador, Kolumbien und Peru. Diese Länder weisen spezielle ethnische, sprachliche und kulturelle Gemeinsamkeiten auf, etwa die Verwendung des Quechua sowie die Adobe-Bauweise. Bei Adobe handelt es sich um Ziegel aus Lehm.
  • Amazonasbecken-Staaten: umfasst Gebiete in den Staaten Brasilien, Französisch-Guayana, Suriname, Guyana, Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Peru und Bolivien. Brasilien wird aufgrund seiner Größe auch oft als eigenständige Einheit gesehen.
  • La-Plata-Staaten: Argentinien und Uruguay. Beiden Ländern gemein ist die direkte Lage am Río de la Plata, dem 290 km langen und bis zu 220 km breiten Mündungstrichter der großen südamerikanischen Ströme Paraná und Uruguay.
  • Cono Sur: Argentinien, Chile und Uruguay, teils auch Paraguay.
  • Karibikstaaten: Venezuela, Guyana, Suriname und Französisch-Guayana.

Klima und Vegetation

Der größte Teil Südamerikas liegt im Bereich der Tropen, der Süden hat Anteil am gemäßigten, Feuerland am subpolaren Klima. Das Klima im Bereich der Anden wird von der Höhenlage bestimmt. Die Westküste im Norden mit extrem hohen Niederschlägen ist in der Mitte unter dem Einfluss des kalten Humboldtstroms wüstenhaft. Östlich der Anden herrschen im feuchtheißen äquatorialen Tiefland (Amazonasbecken) tropische Regenwälder vor; in den Tafel- und Bergländern Savannen (Feucht- und Trockensavannen), lichte Trockenwälder und Buschland, im Argentinischen Tiefland sind Grassteppen (Pampa), in Ostpatagonien Trocken- und Wüstensteppen, in Westpatagonien immergrüne Wälder verbreitet.

Tierwelt

Die Tierwelt ist reich an eigenen Arten: u. a. Jaguar, Puma, Guanako (Lama, Alpaka), Faultier, Ameisenbär, Gürteltier, Beutelratte; Kolibris, Meerschweinchen, Papageien, Kondor, Riesenschlangen. War Südamerika bis vor 12.000 Jahren ein Kontinent der Giganten, so ist heute der Tapir das größte Landsäugetier des Kontinents. Jaguar und Brillenbär stellen die größten Landraubtiere dar.

Bevölkerung

Mischlinge (Mestizen, Zambos, Mulatten) überwiegen. Restgruppen der ursprünglichen Bewohner, der Indianer, leben unvermischt fast nur noch im mittleren und nördlichen Andenhochland und im Amazonasgebiet. Schwarze (Nachkommen der besonders von Portugiesen eingeführten Sklaven) und Mulatten leben v. a. in Brasilien und den tropischen Küstengebieten. Seit dem 19. Jahrhundert wanderten zahlreiche Europäer (besonders Spanier, Italiener, Deutsche, Polen) und Asiaten (Japaner, Inder) ein. Deutschsprachige Einwohner und Nachfahren deutschstämmiger Einwanderer finden sich heute vermehrt im Süden Brasiliens und Chiles, in Argentinien, in Paraguay und in einigen Orten in Venezuela. Die Bevölkerungsverteilung ist bei einer durchschnittlichen Bevölkerungsdichte von rd. 20 Einwohner je km2 sehr ungleich. Obgleich es noch große ungenutzte Gebiete gibt, ist die Anziehungskraft der Ballungsräume und die damit ständig zunehmende Verstädterung groß. In Brasilien gibt es 13 Millionenstädte. Amtssprache ist in Brasilien Portugiesisch, in den übrigen Staaten Spanisch; Ausnahmen sind Guyana (Englisch), Suriname (Niederländisch) und Französisch-Guayana (Französisch).

Geschichte

Vorgeschichte: Früheste Besiedlungsspuren des Kontinents reichen möglicherweise bis ins 50. Jahrtausend zurück (Datierungen umstritten). Von der peruanischen Küste sind Funde von etwa 19 000 vor Christus nachgewiesen. Da die Entwicklung der Kulturareale des Kontinents sehr unterschiedlich war, ist eine einheitliche Periodisierung nicht möglich. Der Norden war stark den Einflüssen Mesoamerikas ausgesetzt, wo bereits ab 3500 v. Chr. (oder 5000) Mais kultiviert wurde und etwa ab 1500 die Entwicklung der mesoamerikanischen Hochkulturen begann. Die ältesten Keramiken (um 4000 vor Christus) wurden in Ecuador und Kolumbien gefunden, seit 1500 vor Christus war im nördlichen Südamerika (Peru) die Metallbearbeitung bekannt und gelangte vermutlich von hier aus erst nach Mesoamerika. Im zentralen Andengebiet begannen Anbau und Tierhaltung (Lamas, Meerschweinchen) um 6000 vor Christus, an der Küste mindestens 2000 Jahre später.

Der älteste Hinweis auf den Kartoffelanbau fällt gleichfalls in diese Periode. Aus der Zeit 2500–1800 vor Christus stammt die älteste bekannte Tempelanlage aus Stein (Chuquitanta, Peru), etwa ab 1000 vor Christus setzte mit einer Vielzahl technischer Neuerungen (u. a. in Weberei und Metallbearbeitung) die Entwicklung der andinen Hochkulturen ein. Im tropischen Tiefland, wo paläoindianische Kulturen ab 11 000–10 000 vor Christus nachweisbar sind (Venezuela, Brasilien), taucht Keramik um 3000 vor Christus auf. Insgesamt ist die Vorgeschichte dieser Region noch wenig erforscht. Der äußerste Süden des Kontinents war bis zur Entdeckung durch die Europäer von nomadisierenden Jägern bewohnt, in Nordchile entstanden ab 4000 vor Christus Fischerkulturen, ab 500 vor Christus waren Keramik und Feldbau bekannt.

Entdeckung und Erforschung Südamerikas

Die großen Reiche der altamerikanischen Kulturen Süd- und Mittelamerikas (Azteken, Inka und Maya) wurden sämtlich durch das Vordringen der Europäer nach 1492 zerstört.

Der Streit zwischen Spanien und Portugal um die Entdeckungen und Eroberungen wurde im Vertrag von Tordesillas (1494) beigelegt, er grenzte die Interessensphären voneinander ab. Die spanische und portugiesische Sprache und Kultur verdrängten die vorherrschenden Traditionen. Im Laufe der Jahrhunderte entstand daraus eine eigene Kultur; die von ihr geprägte Region erhielt den Namen Lateinamerika.

Im Bereich der Westindischen Inseln sowie in Guayana setzten sich seit dem 17. Jahrhundert auch die Interessen anderer europäischer Mächte durch: 1621 Gründung der Holländisch-Westindischen Kompanie, 1664 der Französisch-Westindischen Kompanie.

Spanische Kolonialzeit

Die überseeischen Besitzungen in Amerika galten als integraler Bestandteil der spanischen Monarchie. Durch die Eroberungen und ihre Folgen wurde die indianische Bevölkerung sehr stark dezimiert; um Arbeitskräfte zu gewinnen, wurden aus Afrika schwarze Sklaven herbeigeschafft. 1524 richtete die spanische Krone die erste Verwaltungsbehörde für das spanische Amerika ein, 1535 entsandte Karl V. einen Vizekönig nach Neuspanien, das große Teile Nordamerikas, Mittelamerikas und Venezuela umfasste. Zu dem 1543 gegründeten Vizekönigreich Peru gehörte der übrige spanische Herrschaftsbereich in Südamerika (Hauptstadt Lima). Im 18. Jahrhundert wurden zwei weitere Vizekönigreiche gebildet: Neugranada (1717/39, Hauptstadt Bogotá) umfasste die heutigen Länder Ecuador, Kolumbien, Panama, Venezuela; Río de la Plata (1776, Hauptstadt Buenos Aires) verwaltete die Gebiete der heutigen Länder Argentinien, Uruguay, Paraguay und Bolivien.

Spanien konnte sein überseeisches Imperium über drei Jahrhunderte im Wesentlichen behaupten. Als letzte amerikanische Kolonien verlor es 1898 Kuba und Puerto Rico.

Portugiesische Kolonialzeit

Nach der Organisation von Handelsniederlassungen begannen Besiedlung und Verwaltungsaufbau in Brasilien ab 1549. Auch hier wurden afrikanische Sklaven eingeführt. Im 17./18. Jahrhundert brachten die Streifzüge der sogenannten Bandeirantes, die auf der Jagd nach Indianersklaven, Gold und Diamanten ins Landesinnere vordrangen, eine Ausdehnung des portugiesischen Einflussgebiets.

19. und 20. Jahrhundert: Die ersten Erhebungen in den Kolonien in der Folge der Französischen Revolution blieben erfolglos, erst die Änderung der Herrschaftsstrukturen in Spanien und Portugal nach den napoleonischen Kriegen ermöglichte die Bildung selbstständiger Staaten anstelle der Kolonien. Dieser Prozess war v. a. im spanischen Machtbereich von Gründungen begleitet, die keinen Bestand hatten, Grenzstreitigkeiten sind zum Teil bis in die Gegenwart noch nicht vollständig beigelegt. Die Bildung der heute noch existierenden Staaten war im Wesentlichen bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts abgeschlossen.

Erst mit der Auflösung des europäischen Kolonialreichs nach dem Zweiten Weltkrieg kamen neue selbstständige Staaten hinzu. 1948 wurde die OAS gegründet. Sie trägt dazu bei, das Verhältnis der lateinamerikanischen Staaten zu den USA zu verbessern, das seit Ende des 19. Jahrhunderts durch die Interventionspolitik der USA stark belastet war. Die Diktaturen, die – oft mit Unterstützung der USA – in vielen Ländern Lateinamerikas herrschten, wurden zwar seit den 1970er-Jahren abgelöst oder zu demokratischen Zugeständnissen gezwungen, doch verhinderten Korruption, Terrorismus linker und rechter Gruppierungen, Drogenhandel und die damit zusammenhängenden wirtschaftlichen und sozialen Probleme noch in den 1990er-Jahren eine echte Demokratisierung.

Gewählte Präsidenten erweiterten ihre Macht durch Verfassungsänderungen (Peru, Venezuela), schwere Finanzkrisen belasteten Wirtschaft und Gesellschaft. Andererseits zeigt die Auseinandersetzung mit den Diktaturen der Vergangenheit in Argentinien und Chile, dass die autoritären Strukturen allmählich überwunden werden. Neben der OAS existieren verschiedene Organisationen für eine regionale Zusammenarbeit auf politischem und wirtschaftlichem Gebiet (Andengemeinschaft, Karibische Gemeinschaft, Mercosur, Südamerikanische Nationengemeinschaft).

Wie ist die Oberflächenaufteilung?

Südamerika wird auf der Westseite vom Hochgebirge der Anden durchzogen (im Aconcagua 6 962 m über dem Meeresspiegel). Im Osten überwiegen Mittelgebirge und Tafelländer (Bergland von Guayana, im Pico da Neblina bis 3 014 m über dem Meeresspiegel; Brasilianisches Bergland, im Pico da Bandeira bis 2 890 m über dem Meeresspiegel; Patagonisches Tafelland 1 000–1 500 m über dem Meeresspiegel), zwischen denen sich ausgedehnte Tiefländer erstrecken mit den Hauptströmen des Kontinents: Orinoco, Amazonas und Paraguay-Paraná, die zum Atlantischen Ozean fließen.

Fluganbindung nach Südamerika

Heutzutage ist der Kontinent Südamerika von Europa aus natürlich relativ einfach per Flug zu erreichen:

Die portugiesische Fluggesellschaft TAP Airlines ist bei weitem die wichtigste ausländische Fluggesellschaft mit vielen Verbindungen nach Brasilien. Eine Reihe von Zielen in Nord-und Ost- Brasilien, darunter direkte Verbindungen von Lissabon nach Porto Alegre in Südbrasilien. Auch die brasilianische Hauptstadt Brasilia wird hier angeflogen, diese Destination besitzt nur sehr wenige andere internationale Verbindungen.

Dann ist noch sehr wichtig zu nennen die spanische Fluggesellschaft Iberia. Sie fliegt in die meisten der ehemaligen spanischen Kolonien, wobei weder Bolivien noch Paraguay angeflogen werden. Die niederländische KLM fliegt neben anderen Destinationen auch zwischen Amsterdam und Surinam.

Die französische Air France verbindet Paris mit den Aussenbezirk Französisch-Guayana. Natürlich sind solche Leistungen nicht ausschließlich – KLM fliegt etwa auch nach Buenos Aires. Direkt aus Amsterdam geht es in die argentinische Metropole, als auch in die peruanische Hauptstadt Lima.

Die TAP fliegt nach Caracas, der Hauptstadt Venezuelas, Air France nach Rio de Janeiro und Lima. Viele weitere internationale Verbindungen exisitieren nach Südamerika. Bei den schnellen Fliege(r)n von Condor etwa finden sich immer wieder günstige Flüge etwa nach Recife im Nordosten Brasiliens, aber auch nach Salvador de Bahia, Fortaleza, Sao Paulo und Rio de Janeiro sind beliebte Ziele im größten Land Südamerikas.

Andere führende europäische Fluggesellschaften wie British Airways, Lufthansa, Swiss Airlines und Alitalia nutzen wichtige südamerikanische Gateways von ihren jeweiligen Hubs, während südamerikanische Fluggesellschaften auch in mehreren großen europäischen Städten ihre Hubs betreiben.