Die Hauptstadt Argentiniens besuchen und endlich mal so richtig Einkaufen, Mode und Shopping in Buenos Aires erleben! Das macht nicht nur Spass sondern kostet – wenn man weiß wohin – auch richtig wenig Geld!
Aber das verraten einem die Standard Reiseführer für Buenos Aires nicht, denn wer von den typischen Reiseführer-Schreibern hatte schon mal den Bedarf für kleinstes Geld viele Klamotten in Buenos Aires zu kaufen. Wir hatten das Vergnügen und können Euch das nun im Rahmen dieses Artikels näher bringen!

Calle Florida – teures Pflaster

In der zentral gelegenen Fußgängerzone in Buenos Aires, der Calle Florida, finden Shopper alle Arten von Geschäften und Läden vor. Große Kaufhäuser mit ihren mächtig ausgebauten Hallen und Gewölben bieten hier sichtlich großstädtischen Einkaufsflair. Der kann auch mit internationalen Häusern mithalten. Die angebotenen Waren in diesen Geschäften und Ladenzeilen sind von guter bis bester Qualität, internationale Marken geben sich hier keine Blöße und präsentieren die aktuelle Mode, teils auch aus Mailand oder Paris.
Nachwuchsmusikanten in Buenos Aires
Auch einige Bars und Restaurants haben sich in der Fußgängerzone niedergelassen. Einen Cafe oder italienischer Cappucchino kann man auf der Straße relativ preisgünstig zu sich nehmen, während man dem geschäftigen Treiben der Passanten folgt. Dies sind zumeist die Einwohner und Angestellten der umliegenden Straßenblöcke, Touristen werden schnell als solche erkannt.

Büros und Oficinas in der Calle Florida

Viele oft alteingesessene Büros befinden sich oberhalb der Geschäfte, selbst war ich in einem Reisebüro, das mitten in der Fußgängerzone ein Stockwerk angemietet hat. Dort finden sich dann Großraumbüros, in denen die Telefonistinnen und Telefonisten ihre Kundenbetreuung durchführen, als auch einige persönliche Kundenberater, wie meiner, der sich freute, einen Deutschen kennenzulernen, er selbt sei Jude. Wir hatten ein nettes Gespräch, oberflächlich aber ganz ok. Nach einigem Suchen fand der Angestellte dann auch nach was ich suchte. Eine 3-tägige Flugreise nach Rio de Janeiro, an den Zuckerhut, mit einem guten, aber mit 120 Dollar pro Nacht auch nicht zu teuerem 3-Sterne Hotel mit Blick auf die Copacabana Beach. Zufrieden mit dem Service setzte ich an diesem Tag den Bummel durch die Calle Florida fort.

Wie lange ist die Calle Florida?

Die Calle Florida ist sicher mehr als 10 Quadras lang, oder breit, aus welcher Perspektive  man es auch sehen will. Quadras nennen die Spanier ihre Häuserblöcke, die in der Reisbrettstadt Buenos Aires alle etwa 100 Meter lang sind. 10 Quadras ist also in etwa ein Kilometer.

Leder kaufen in Calle Florida

Irgendwann hab ich mal gelesen, dass man in Buenos Aires doch Lederwaren kaufen soll, weil Argentinien das Land der Rinder und des Wahnsinns überhaupt ist. Stimmt schon, es gibt doch viele Rindviecher. Sowohl zwei- als auch vierbeinig. Aber die Preise in der Calle Florida sind sicher mit 100% Gewinnspanne und mehr kalkuliert. Wer wirklich echtes Leder, etwa einen Lederteppich oder Fell kaufen will, der findet eher was preiswertes ausserhalb der Stadt, wo auch die vierbeinigen Rinder zu finden sind. Wer aufs Geld nicht zu schauen braucht, dem kann man Florida 851 empfehlen. Dort ist ein echtes Lederwarengeschäft mir tollen Stiefeln und Stiefeletten, aber auch allen anderen möglichen Arten von Lederwaren zu finden, die Qualität passt auch, was ja auch nicht gerade üblich ist in dem Land der Gauchos und Rinderwahnsinnigen. Ich kann mich erinnern, dass ich dort immer vorbeiging, aber immer doch kurz innehielt, um zu sehen, ob es nicht was Neues gibt.

Das Barrio Flores

<3>Im Barrio Flores kaufen die Profis
Hier finden sich Straßenzeilen voll mit Mode und modischen Accesoires, die Straßen sind ab vormittag überfüllt von zumeist auch recht hübschen argentinischen Frauen, die sich Kleidung entweder für sich selbst oder auch für ihren Modeshop kaufen.

Arbeiten für einen Hungerlohn in BsAs

Eine Bekannte arbeitet dort in einem der Kleidershops. Verglichen mit europäischen Verhältnissen nicht nur absolut unterbezahlt, sondern auch überlastet. Nicht mal 1000 Pesos pro Monat, umgerechnet etwa 200 Euro, verdient sie in dem Laden, der einem jüdischen Händler gehört. Von der Anfahrtszeit mit Zug und Bus aus einem der ärmeren, , südlich gelegenenViertel Montag bis Freitag, von 08:30 bis 18:30 ist der Laden geöffnet, eine halbe Stunde Pause verbringt sie dabei oft im Laden, weil eine Kollegin schnell mal wohin ist und nicht mehr rechtzeitig zurück ist.

Der offizielle Mindestlohn liegt irgendwo bei 1240 Pesos, aber die Verträge kann man ja anpassen, Teilzeit und so weiter, 12 Stunden 5 Tage die Woche für 200 Euro im Monat, das ist schon eher üblich, der Anteil der sogenannten Schattenwirtschaft ist nach wie vor immens in Argentinien, genauso wie in den anderen Ländern Südamerikas. Das ist auch in Paraguay, Kolumbien, Bolivien, Brasilien oder auch Uruguay nicht anders. In Bolivien, Peru und Ecuador sicher noch etwas mehr, dort ist der Lebensstandard noch etwas niedriger und die Leute eher bereit, für ein paar Mucken zu arbeiten.

Sonderangebote und Rummel

Den ganzen Tag auf den Beinen, und Hunderte, nein Tausende von Kunden wälzen sich durch die kleinen Gänge in dem shop de ropa. Irrsinn made in Argentina. Oft muss man sich auf dem breiten Bürgersteig richtig gehend durchkämpfen, gerade wenn man wieder ein In-Laden “Ofertas”, also Sonderangebote, zu bieten hat, dann stehen die Schlange von fast nur kaufwütigen Damen und man muss schauen, wie man da durch kommt.

Mode Grossistas in Buenos Aires

Da hier in Flores ja quasi ein Modegroßhandel stattfindet, laufen die Käufer häufig mit mehreren Tüten bewaffnet durch die Gegend, was natürlich auch die Bewegungsfreiheit wieder mehr einengt. Mit der stadteigenen Metrolinie A kommt man übrigens vom Plaza de Mayo bis fast ins Modeparadies Flores. Hier kann man wirklich billig Kleidung kaufen.

Wer kauft die Klamotten in Flores?

Aus dem ganzen Land kommen Modeshop-Besitzer und Besitzerinnen, um sich in dieser Straße der Mode einzudecken mit den aktuellen Klamotten, zu Preisen die man zwar auch kurz hinter der Grenze zu Bolivien bekommen kann. Die Qualität in Bolivien ist jedoch schlechter, als die in Buenos Aires zu kaufende, und so fahren die Modedamen auch aus dem nördlichsten Zipfel Argentiniens, etwa Jujuy. immer zum Einkaufen nach Flores in Buenos Aires, das sind dann gleich mal schlappe 2.000 Kilometer Busfahrt. Zug gibts nicht und Flug wäre zu teuer. Alles für den Umsatz!