Brasilien ist das größte Land Südamerikas. Rein von der Fläche her gesehen ist es das fünft größte Land der Erde. Zudem ist der brasilianische Staat das bevölkerungsreichste Land in Südamerika, das zu 47 Prozent nur aus Brasilien besteht.

Schnellübersicht

Fläche 8 547 404 km2
Einwohner (2013) 200,4 Mio.
Hauptstadt Brasília
Verwaltungsgliederung 26 Bundesstaaten, 1 Bundesdistrikt
Amtsprache Portugiesisch
Nationalfeiertag 7. 9.
Währung 1 Real (R$) = 100 Centavo
Zeitzone MEZ − 4 bis − 6 Stunden (von Osten nach Westen)
Internet-TLD .br
Telefonvorwahl +55

amtlich portugiesisch República Federativa do Brasil, deutsch Föderative Republik Brasilien, Bundesstaat in Südamerika, umfasst als fünftgrößtes Land der Erde die östliche Hälfte (47 %) des Kontinents, grenzt im Norden an Venezuela, Guyana, Suriname und Französisch-Guayana, im Osten an den Atlantischen Ozean (rund 7 400 km Küstenlänge), im Süden an Uruguay, im Westen an Argentinien, Paraguay, Bolivien und Peru, sowie im Nordwesten an Kolumbien. Zu Brasilien gehören noch mehrere Inseln im Atlantik.

Das Land Brasilien

 

Brasilien in Südamerika

 

Somit grenzen alle Länder des Kontinents, außer Ecuador und Chile, an das Land. Der Name des Landes kommt vom Wort „Brasil“ und bedeutet “rotfarbenes Palisanderholz”. Dieses Holz wurde früher sehr viel aus Brasilien exportiert.

Die Landessprache in Brasilien unterscheidet sich im Vergleich zu den anderen Ländern des Kontinents. Von den Brasilianern wird Portugiesisch gesprochen. Die Hauptstadt ist Brasilia und es leben gut 200 Millionen Menschen im Land. In den Vereinigten Statten von Amerika leben zum Vergleich etwas mehr als 300 Millionen Menschen, ganz Europa umfasst mittlerweile knapp 740 Millionen Einwohner.

Chart Euro-Real

10 Jahres Chart des brasilianisches Real zum Euro

Die Landeswährung ist ja der brasilianische Real. Mittlerweile steht der Real bei 3,17 Real für einen Euro.

Die europäische Gemeinschaftswährung konnte in letzter Zeit erheblich Boden gut machen gegenüber der brasilianischen Währungseinheit.

Auch der US-Dollar gewann in letzter Zeit an Gewicht in Brasilien und steht momentan Ende 2013 bei 2,4 Real pro Dollar.

Da 2014 ja die Fußball Weltmeisterschaft in Brasilien ausgetragen wird, eine gute Ausgangssituation für Reisende in das südamerikanische Land.

Zu erwarten ist bei diesem Chartverlauf eine kleine Korrektur, da der letzte Anstieg doch recht stark ausfällt. Die Währungen der BRIC-Staaten standen alle etwas unter Druck in letzter Zeit. Doch wir werden hier keine Empfehlung für Spekulationen in Währungen ausgeben.

Die Landschaft Brasiliens und sein Klima

 

amazonas-brasilien

brasilianische Dschungellandschaft am Amazonasbacken

Das Landschaftsbild in Brasilien ist geprägt von sehr weitläufigen Regenwaldgebieten im Amazonas-Tiefland im Norden und von den Hochebenen, Hügeln und Gebirgen im Süden. Fast alle Einwohner leben an der Atlantikküste, da sich dort alle großen und wichtigen Städte befinden. Das Klima im Land ist vor allem tropisch und es gibt nur geringe Temperaturschwankungen aufgrund der Jahreszeiten. Der subtropische Süden ist bekannt für sein gemäßigtes Klima. Das so genannte Amazonasbecken ist dafür bekannt, dass es dort sehr häufig und auch viel regnet. Allerdings gibt es im Land auch Gegenden, in denen lange anhaltende Dürreperioden vorkommen können. In höheren Lagen von Brasilien kann im Winter auch Schnee fallen. Ein Blick auf die Landkarte Brasiliens läßt die Ausmaße des Landes erkennen.

Staatsrecht

Nach der Verfassung vom 5. 10. 1988 (mehrfach, zuletzt 2003, revidiert) ist Brasilien eine präsidiale Bundesrepublik; Staatsoberhaupt und Regierungschef ist der Präsident (für 4 Jahre direkt gewählt, einmalige Wiederwahl möglich). Ihm steht der Rat der Republik als Konsultativorgan zur Seite. Die Legislative liegt beim Nationalkongress, bestehend aus Senat (81 Mitglieder, auf 8 Jahre gewählt) und Abgeordnetenkammer (513 Abgeordnete, für 4 Jahre gewählt). – Wichtigste Parteien: Partei der Brasilianischen Demokratischen Bewegung (PMDB), Arbeiterpartei (PT), Sozialdemokratische Partei Brasiliens (PSDB), Partei der Liberalen Front (PFL), Fortschrittspartei (PPB), Sozialistische Partei Brasiliens (PSB), Demokratische Arbeiterpartei (PDT), Liberale Partei (PL), BrasilianischeBrasilianische Arbeiterpartei (PTB), Sozialistische Volkspartei (PPS), Kommunistische Partei Brasiliens (PCdoB) und Grüne Partei. – Jeder Bundesstaat verfügt über eine Verfassung sowie eigene Gesetzgebungs-, Verwaltungs- und Gerichtsorgane.

Natur

Den größten Teil Brasiliens nimmt das Brasilianische Bergland ein (500–1 100 m über dem Meeresspiegel, im Pico da Bandeira 2 890 m), das mit einem Steilabfall zur atlantischen Küste abbricht (Serra do Mar). Im Süden und Südwesten vorwiegend ein Stufenland mit zum Teil bedeutenden Landstufen (z. B. Serra Geral), geht es als Hügelland in das Küstentiefland (mit großen Haffs) und das Tiefland des La-Plata-Systems über; im Südwesten erstreckt sich östlich des Paraguay das periodisch überschwemmte Tiefland des Pantanal. Nach Norden senkt es sich landeinwärts mit wenig ausgeprägten Höhenzügen und ausgedehnten Hochflächen (Planaltos, Chapadas) allmählich zum Tiefland des Amazonas. Im äußersten Norden hat Brasilien Anteil am Bergland von Guayana (Pico da Neblina, 3 014 m über dem Meeresspiegel, höchste Erhebung Brasiliens).

Der ganze Norden gehört dem Stromgebiet des Amazonas an, der Süden mit den Oberläufen von Paraguay, Paraná und Uruguay dem La-Plata-System, der Osten den kleineren Stromsystemen des Rio São Francisco und Parnaíba. Die meisten Flüsse sind wasserreich; Stromschnellen und Wasserfälle (z. B. Iguaçú-, Paulo-Afonso-Fälle) bilden ein großes Wasserkraftpotenzial, behindern jedoch die Schifffahrt. Brasilien ist ein überwiegend tropisches Land mit Differenzierungen vom innertropischen Äquatorialklima (im Norden) über das Klima der wechselfeuchten Tropen bis zum subtropischen Klima (im Süden). Die brasilianische Ostküste erhält durch den Südostpassat ganzjährig Niederschläge. Die im Regenschatten liegenden Binnengebiete sind zum Teil sehr trocken und von Dürren bedroht. Im Amazonasbecken und am östlichen Gebirgsrand herrschen tropische Regenwälder vor, im inneren Bergland Savannen (Campos) mit Galeriewäldern längs der Flüsse und lichte Buschwälder, in Südbrasilien Höhengrasländer und immergrüne Nadelwälder mit Araukarien. An der Küste kommen Mangrovenwälder vor.

Bevölkerung

Brasilien ist das bevölkerungsreichste Land Südamerikas. Nach statistischen Angaben überwiegen mit etwa 52 % der Bevölkerung Weiße, 41 % sind Mischlinge (Mulatten, Mestizen, Cafusos), 6 % Schwarze. In Wirklichkeit überwiegen die Mischlinge. Die ethnischen Grenzen sind fließend, die latent vorhandenen Rassenprobleme sind eher sozialer Art. Die indigenen Völker (rd. 500 000) leben in kleinen Gruppen v. a. im Amazonasgebiet und sind in ihrer Existenz bedroht. Eingewandert sind seit Beginn der Kolonialzeit v. a. Portugiesen. Seit Ende des 16. Jahrhunderts wurden 3–4 Mio. schwarzafrikanische Sklaven ins Land gebracht, die um 1800 rund die Hälfte der Bevölkerung ausmachten. Im 19. Jahrhundert kam es erneut zu lebhafter Einwanderung, zunächst von Deutschen und Italienern, dann v. a. von Polen, aber auch von Arabern und Japanern. Die Einwanderung (1820–1963 rund 5,5 Mio.) ist jedoch stark zurückgegangen.

Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte ist mit 21 Einwohnern je km2 gering, doch ist die Verteilung sehr ungleichmäßig. In den Küstenregionen des Nordostens, Südostens und Südens leben auf rund 36 % der Fläche rund 87 % der Gesamtbevölkerung; der jährliche Bevölkerungszuwachs liegt bei 1,4 %. Der massive Zustrom v. a. der Einwohner des Nordostens in die wirtschaftlich entwickelten Gebiete des Südostens führte zu einem starken Anwachsen der Elendsviertel (Favelas) in den Großstädten, die ein großes soziales Problem darstellen. Es besteht ein krasses Missverhältnis zwischen einer kleinen wirtschaftlich starken Oberschicht und der besitzlosen Masse; die Mittelschicht ist relativ klein. – Über 91 % der Bevölkerung sind Christen (rund 73 % Katholiken, etwa 18 % Protestanten [v. a. Pfingstler]). Die jüdische Gemeinschaft zählt rund 110 000 Mitglieder. Besonderheiten des religiösen Lebens sind die in ganz Brasilien präsenten afrobrasilianischen Religionen (Candomblé, Macumba, Umbanda, Xango) sowie der v. a. innerhalb der gesellschaftlichen Mittel- und Oberschicht verbreitete europäische Spiritismus (Kardecismus). – Es besteht achtjährige allgemeine Schulpflicht ab einem Alter von 7 Jahren. Die Alphabetisierungsrate wird auf (2003) 86 % (alle über 15 Jahre) beziehungsweise 94 % (15–24-Jährige) geschätzt. Es gibt rd. 1 000 Hochschuleinrichtungen, darunter über 150 Universitäten (davon 88 % in privater Trägerschaft).

Wirtschaft und Verkehr

Land- und Forstwirtschaft

Brasilien, ein Land mit großen natürlichen Reichtümern, gehört zu den am stärksten industrialisierten Ländern Südamerikas und gilt als typisches Schwellenland. Die Wirtschaftslage war in den 1980er-Jahren durch zunehmende Arbeitslosigkeit, rasch ansteigende Inflationsraten, stark schwankende Wachstumsraten des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und wachsende Defizite im Staatshaushalt gekennzeichnet. Die Auslandsverschuldung hatte sich stark erhöht, Zahlungsverpflichtungen aus Umschuldungsabkommen konnten zum Teil nicht erfüllt werden. Seit 1990, verstärkt seit Mitte der 1990er-Jahre, wurden umfassende Maßnahmen zur Stabilisierung (»Plano Real«) der wirtschaftlichen Entwicklung ergriffen (Währungsreformen, Steuererhöhungen, Subventionsabbau, Abbau der Auslandsschulden) und Privatisierungen, das heißt die Aufhebung beziehungsweise Lockerung des Staatsmonopols in bestimmenden Wirtschafts- (Stahl-, Düngemittelindustrie, Petrochemie, Bergbau) und Infrastrukturbereichen (Eisenbahn, Telekommunikation, Wasserwirtschaft) sowie im Energie- und Banksektor eingeleitet. Im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Rezession in Asien (1997/98) wurde das Wirtschaftswachstum erheblich beeinträchtigt, konnte sich aber trotz der seit 2000 anhaltenden Krise im Nachbarland Argentinien, des weltweiten Wirtschaftsabschwungs, der landesinternen Energiekrise, eines sich abwertenden Real und einer Hochzinspolitik stabilisieren.

Die Bedeutung der Landwirtschaft nimmt seit dem Zweiten Weltkrieg ständig ab. Sie beschäftigt nur noch rund 16 % der Erwerbstätigen und trägt 6 % zum BIP bei. Nach dem Flächenanteil herrschen Großbetriebe vor: Nur 14 % aller Betriebe sind größer als 100 ha, bewirtschaften aber insgesamt etwa 82 % der Betriebsfläche. Am wichtigsten für den Export ist mittlerweile Soja, gefolgt von Kaffee, Zucker, Orangensaftkonzentrat, Bananen, Bohnen und Kakao. Brasilien ist weltweit einer der wichtigsten Kaffeeproduzenten (Hauptanbaugebiet Nordparaná); bei Sojabohnen und Sojaprodukten zählt Brasilien zu den führenden Anbietern auf dem Weltmarkt. Die Nahrungsmittelerzeugung (Maniok, Bohnen, Mais u. a.) kann den Inlandsbedarf nicht mehr decken. Zur Gewinnung von Alkohol aus Biomasse (36 % aller in Brasilien hergestellten Pkw sind alkoholangetrieben) wurde der Zuckerrohranbau ausgeweitet. 17 % der landwirtschaftlichen Betriebsfläche sind Ackerland, fast die Hälfte dient als Weideland. Wichtig für den Export sind noch frisches beziehungsweise industriell verarbeitetes Rindfleisch und Geflügel. Die Errichtung großer Viehfarmen in den Regenwäldern Amazoniens, v. a. längs der Transamazônica, führte zu großflächigen Waldrodungen, die für Umwelt und Klima bedrohliche Ausmaße angenommen haben. Fast 80 % der Wälder des Landes zählen zu den tropischen Tieflandregenwäldern des Amazonasgebietes. Die riesigen Waldbestände (45 % der Gesamtfläche) werden nur z. T. holzwirtschaftlich (Edelhölzer) genutzt. Wegen der landwirtschaftlichen, mineralischen und industriellen Erschließung der Region sind aber bereits die Wälder der südlichen Bundesstaaten weitgehend zerstört. Der Fischfang spielt nur eine untergeordnete Rolle; dennoch hat Brasilien 1970 die 200-Meilen-Zone eingeführt.

Industrie: Das produzierende Gewerbe erbringt einen Anteil von 21 % des BIP. – Die Lagerstätten des Eisernen Vierecks (im Süden des Bundesstaates Minas Gerais, südlich und östlich von Belo Horizonte, rund 7 000 km2), deren Eisenerze einen Metallgehalt von mehr als 60 % aufweisen, und die Eisenerzvorräte der Serra dos Carajás im südöstlichen Amazonien gehören zu den reichsten der Erde; beachtlich sind ferner auch die Mangan-, Zinn- und Bauxitlagerstätten. Abgebaut werden auch Nickel-, Blei-, Wolfram-, Titan- und zunehmend Uranerze, Niob, Beryllium, Thorium u. a. sowie Quarz, Industriediamanten und Edelsteine, Gold, Silber, Platin. Die Steinkohlenvorkommen sind unzureichend. Zentren der Erdölförderung sind die Bucht von Bahia, Tucano sowie Carmópolis und v. a. die Offshoregebiete vor Rio de Janeiro. Erdgas wird im Amazonasbecken gefördert. Fahrzeug- und Maschinenbau, Elektrotechnik, Metallverarbeitung sowie die chemische Industrie tragen heute den industriellen Wachstumsprozess. Brasilien ist inzwischen der führende Eisen- und Stahlproduzent und auch größter Kraftfahrzeughersteller der Dritten Welt. Die Konsumgüterindustrie deckt weitgehend den inländischen Bedarf. Das verarbeitende Gewerbe konzentriert sich auf die vier Bundesstaaten São Paulo, Minas Gerais, Rio de Janeiro und Espírito Santo. – Die Stromerzeugung stammt zu rund 80 % aus Wasserkraft; am Paraná entstand eines der größten Kraftwerke der Welt (Itaipú mit 12 600 MW) in Zusammenarbeit mit Paraguay, am Tocantins ein weiteres (8 000 MW); das erste Kernkraftwerk (626 MW) Brasiliens nahm 1982 den Betrieb auf, ein zweites (Angra II [1 300 MW] im Rahmen des deutsch-brasilianischen Abkommens) wurde 2000 fertiggestellt. – Außenwirtschaft: Hauptimportgüter sind Industriegüter (69 %) und Rohstoffe (18 %). Hauptausfuhrprodukte Industrieerzeugnisse (51 %), Agrarprodukte (33 %) und Bodenschätze (14 %). Wichtigste Handelspartner sind die EU-Länder gefolgt von den lateinamerikanischen ALADI- und Mercosur-Mitgliedsländern und den USA.

Verkehr: Der Ausbau des Straßennetzes (1,7 Mio. km) hat in den vergangenen Jahren gute Fortschritte gemacht; wichtig sind die Fernstraßen, die Amazonien erschließen (Transamazônica) und Brasília mit den übrigen Landesteilen verbinden. Die Eisenbahn mit einer Streckenlänge von rund 29 000 km ist infolge wechselnder Spurbreiten, veralteter Anlagen, niedriger Fahrgeschwindigkeit und mangelhafter Betriebssicherheit nur wenig leistungsfähig (1999 Privatisierung). Brasilien ist die führende Schifffahrtsnation Südamerikas. Wichtigste Häfen: Rio de Janeiro und Santos, Angra dos Reis u. a.; ferner Küsten- und Binnenschifffahrt (rund 52 000 km Wasserstraßen). Für große Teile des Landes bietet die Luftfahrt die einzige Transportmöglichkeit; größte internationale Flughäfen: São Paulo (Guarulhos), Rio de Janeiro (Galeão) und Brasília.

Geschichte

Kolonialzeit und Monarchie: Der Portugiese P. A. Cabral landete 1500 an der brasilianischen Küste und nahm sie für Portugal in Besitz. 1532 begann die portugiesische Besiedlung der Küstenstriche; 1549 wurde in dem neu gegründeten Bahia ein Vizekönig eingesetzt (seit 1763 in Rio de Janeiro). Während im Küstengebiet der mit afrikanischen Sklaven betriebene Zuckerrohranbau aufblühte, drangen von São Paulo aus die Waldläufer (Bandeirantes) bis an die Vorberge der Anden; die Indianer wurden dabei weithin ausgerottet oder versklavt. Die Suche der Bandeirantes nach Gold und Diamanten führte im 18. Jahrhundert zu den großen Funden in Minas Gerais, Mato Grosso und Goiás. Vor Napoleon I. flüchtete 1807 der portugiesische König Johann (João) VI. nach Brasilien; damit wurde Rio de Janeiro Hauptstadt des portugiesischen Reiches. Als nach der Rückkehr des Königs 1821 das Land wieder den Status einer Kolonie erhalten sollte, erklärte sich Brasilien am 7. 9. 1822 für unabhängig; der portugiesische Regent, ältester Sohn Johanns, wurde als Peter (Pedro) I. zum Kaiser von Brasilien ausgerufen (1825 von Portugal anerkannt). Innere Unruhen veranlassten ihn 1831 zur Abdankung; erst in den 1840er-Jahren stabilisierte sich unter seinem Sohn Peter II. die politische Lage. Die Sklaverei wurde bis 1888 aufgehoben; gleichzeitig nahm die Wirtschaft, besonders der Kaffeeanbau in São Paulo, einen bedeutenden Aufschwung, die Zahl der Einwanderer wuchs ständig.

Republik im Schatten des Militärs: Durch einen Putsch wurde 1889 die Monarchie beseitigt; nach der republikanischen Verfassung vom 24. 2. 1891 wurde Brasilien nach dem Vorbild der USA ein Bundesstaat, in dem São Paulo und Minas Gerais den vorherrschenden Einfluss erlangten. Der Kaffee-Export stieg stark an. Während des Ersten Weltkrieges begann die Industrialisierung, doch wurde nach 1918 die wirtschaftliche Entwicklung durch häufige Militärrevolten beeinträchtigt; Weltwirtschaftskrise und Zusammenbruch des Kaffeemarktes verstärkten die finanziellen und sozialen Schwierigkeiten, die politischen Lager radikalisierten sich. Präsident G. D. Vargas (1930–45, 1951–54), durch eine Aufstandsbewegung 1930 an die Macht gelangt, entwickelte über die Verfassung von 1934 und 1937 (Errichtung des »Estado Novo«) eine diktatorische Regierung. Aufstände der Kommunisten (1935) und der faschistischen Integralisten (1939) schlug er nieder. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte ein brasilianisches Truppenkontingent auf westalliierter Seite in Italien. Nach dem Sturz von Vargas (1945) führte Präsident General Eurico Gaspar Dutra (1946–51) wieder ein demokratisches System ein (Verfassung von 1946). Der als Nachfolger 1951 nunmehr gewählte Vargas verfolgte eine stark wirtschaftsnationalistisch geprägte Politik (Drosselung ausländischer Investitionen). 1954 von der Opposition zum Rücktritt gezwungen, tötete er sich selbst. Präsident J. Kubitschek de Oliveira (1956–61) bemühte sich um Erschließung des Landesinneren (Bau von Brasília). 1964 übernahm das Militär die Staatsgewalt, nachdem Präsident J. Goulart (1961–64) versucht hatte, eine Landreform und die Verstaatlichung von Erdölraffinerien durchzusetzen. Bis 1985 stellte die Armee die Präsidenten, die bis 1978 durch Dekrete regierten und die Opposition hart unterdrückten. Die Aufhebung der Ausnahmegesetze zum 1. 1. 1979 leitete einen Demokratisierungsprozess ein.

Demokratisierungsprozess bis heute: Die Präsidentschaft von J. B. de Oliveira Figueiredo (1979–85) stand im Zeichen wirtschaftlicher Rezession, wachsender Auslandsschulden und hoher Inflationsraten. Innenpolitisch setzte Figueiredo den Demokratisierungsprozess fort. So ließ er u. a. eine freiere Bildung politischer Parteien zu. Im Januar 1985 bestimmte ein Wahlmännergremium T. de Almeida Neves zum Präsidenten; da Krankheit ihn am Amtsantritt hinderte, führte Vizepräsident José Sarney die Geschäfte und übernahm nach Neves’ Tod (22. 4. 1985) das Amt. Sarney suchte unter dem Druck des Internationalen Währungsfonds die hohen Auslandsschulden abzubauen und die Wirtschaftskrise zu bewältigen (1988: Inflationsrate 934 %; Währungsreform mit Umwertung 1 : 1 000). Mitte der 1980er-Jahre formierte sich die »Bewegung der Landlosen«, die eine Agrarreform fordert. Am 5. 10. 1988 trat eine neue Verfassung in Kraft (u. a. Direktwahl des Präsidenten). Der Ende 1989 gewählte Präsident F. Collor de Mello trat im März 1990 sein Amt an. Seine Bemühungen um Sanierung der Wirtschaft hatten nur vorübergehend Erfolg. In eine Korruptionsaffäre verwickelt, wurde er vom Parlament am 29. 9. 1992 seines Amtes enthoben. Am 2. 12. 1992 übernahm der bisherige Vizepräsident I. Franco das Amt des Staatsoberhauptes. Am 21. 4. 1993 bestätigte die Bevölkerung die bestehende Staats- und Regierungsform.

Im Rahmen eines Stabilisierungsprogramms trat am 1. 7. 1994 mit der Einführung des »Real« als Währungseinheit eine Währungsreform in Kraft. Bei den Präsidentschaftswahlen vom 3. 10. 1994 siegte F. H. Cardoso (PSDB) mit 54,28 % der Stimmen (Wiederwahl 1998). Im Sinne des 1991 begonnenen Privatisierungsprozesses setzte die Regierung Cardoso in ihrer Wirtschaftspolitik die Lockerung des Staatsmonopols bei Energieerzeugung, Erdölförderung und Telekommunikation fort. Zu den ungelösten innenpolitischen Problemen gehören eine immer noch ausstehende echte Agrarreform, Menschenrechtsverletzungen (so gegenüber den Indianern des Amazonasgebiets) und ein Abbau des Verwaltungsapparats. Im November 1994 trat Brasilien dem Vertrag von Tlatelolco über die Nichtweiterverbreitung von Kernwaffen in Amerika bei. Am 1. 1. 1995 trat der Vertrag über die Zoll- und Freihandelszone Mercosur in Kraft. Bei der Präsidentschaftswahl im Oktober 2002, bei der Cardoso nicht mehr kandidieren konnte, siegte der Gründer der Arbeiterpartei PT und ehemalige Gewerkschaftsführer Luiz Inácio Lula da Silva. Damit übernahm Anfang Januar 2003 erstmals ein sozialistischer Politiker das Amt des Staatspräsidenten (Wiederwahl 2006). Die ökonomische Gesundung erfolgte auf Kosten des sozialen Bereiches. Eine Radikalisierung der Proteste der Landlosen- und Indigenenbewegung konnte durch einen Agrarreformplan abgewendet werden, der ab Mitte 2004 zu greifbaren Ergebnissen führte.

2011 wurde Dilma Rousseff als erste Frau zum Staatsoberhaupt Brasiliens gewählt. Trotz ihres umstrittenen, harten Regierungsstils, der sich sehr von dem ihres Mentors Lula abhebt, betrugen im März 2012 ihre Zustimmungswerte 72 Prozent, im März 2013 waren sie auf 79 Prozent angestiegen. Mitte Juni begann jedoch eine Gruppe von jungen Menschen, welche die Fahrpreiserhöhungen bei öffentlichen Transportmitteln in São Paulo ablehnte, zu protestieren. Die gewaltvolle Repression, mit der die Polizei auf die Demonstrierenden reagierte, löste eine Kette von landesweiten Protesten hervor: In den folgenden Wochen gingen die Menschen zu Hunderttausenden auf die Straße und es sollten so viele werden wie nie zuvor. Die Ablehnung der Fahrpreiserhöhung war bald nicht mehr die zentrale Forderung der Protestierenden, auch wenn sich Gouverneure und Bürgermeister, sowohl von der Regierungskoalition, als auch der Opposition gezwungen sahen, die Erhöhung zurückzunehmen. Gekämpft wurde gegen die Austragung der Fußballweltmeisterschaft 2014, Korruption, Missachtung von Menschenrechten, Angriffe auf soziale Rechte sowie auf die Rechte von Frauen, Homosexuellen und Indigenen. Ein Großteil der Kritik richtete sich an die Regierung und ihre Politik, beziehungsweise auf die Abwesenheit von sozialer Politik. Präsidentin Rousseff reagierte darauf mit dem Versprechen eines „großen Pakts“ für ein besseres Brasilien. Von Juni auf Juli sanken die Zustimmungswerte von Präsidentin Rousseff auf 31 Prozent ab.

Brasiliens Sehenswürdigkeiten

Aufgrund der Größe des Landes gibt es auch recht viele Sehenswürdigkeiten und Attraktionen, die Erwähnung finden sollten. Klar, dass wie hier im Rahmen dieses kurzen Artikels nur einige wenige sehenswerte Orte und Bauwerke anschneiden können.

Im Südosten des Landes leben am meisten Menschen. Dort befinden sich auch die Millionenstädte und die Badeorte an den Küsten. Dies ist auch noch das Haupturlaubsgebiet in Brasilien. Die wohlhabenden Einwohner der Millionenstädte fahren etwas raus, um dem Trubel ihrer Stadt zu entkommen.

 

Rio de Janeiro

 

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Copacabana Strand Rio de Janeiro

Rio war früher die Hauptstadt Brasiliens und ist bekannt als eine der interessantesten Städte auf der ganzen Welt.

Am bekanntesten in der Stadt, die zwischen Bergen und dem Meer liegt, ist sicher der Zuckerhut und die legendäre Copacabana.

Zu den schönsten Stränden hier zählen eben die berühmte Copacabana und Ipanema.

Auch nahe der Stadt gibt es weitere interessante Strände, falls einem der Trubel der Großstadt mal zuviel werden sollte.

Das Wahrzeichen von Rio de Janeiro ist der Corcovado mit der riesigen und mächtigen Christusstatue.

In der ehemaligen Hauptstadt gibt es zudem sehr viele interessante Museen, in denen die Vergangenheit Brasiliens erklärt wird.

 

Sao Paulo

 

Sao Paulo

Sao Paulo

Eine weitere enorm wichtige Stadt Brasiliens ist Sao Paulo.

Die wichtigsten Zentren für Industrie und Handel befinden sich hier.

Im Südosten ist das Klima gemäßigt und die beliebtesten Strände sind Tramandai und Torres.

Ein Ausflug am Wochenende an den Strand ist für die Brasilianer sehr wichtig, und da das Wetter meist gut ist, trifft man die Brasilianer meist dort an.

Dort findet man die Waschbrettbäuche und knappen Bikins genauso wie in Rio de Janeiro also am Wochenende am weitläufigen Sandstrand.

 

Florianopolis

 

Florianopolis

Florianopolis

Florianopolis ist eine Inselstadt, die nur über Brücken mit dem Festland verbunden ist.

In der Nähe der Stadt liegen die Städte Joinville und auch Blumenau.

Hier leben vor allem italienische und auch deutsche Auswanderer.

Das Oktoberfest Brasiliens wird zudem hier jedes Jahr begangen.

Unter anderem verbringen Südamerikaner aus  Uruguay, Chile und Argentinien hier sehr gerne ihren Sommerurlaub, v.a. im Januar.

 

Iguazu Wasserfälle

 

Iguazu Wasserfälle

Die Wasserfälle von Iguazu

Neben Argentinien und Paraguay sind die gigantischen Iguazu Wasserfälle auch hier in Brasilien eine der Hauptattraktionen.

Im Dreieck zwischen diesen Ländern befindet sich die wohl atemberaubendste Sehenswürdigkeit ganz Südamerikas.

Es besteht die Möglichkeit, mit Booten bis nah an den Abgrund der Fälle zu fahren.

Zudem können sich Urlauber via Hubschrauber über das Gebiet fliegen lassen, was von Naturschützern natürlich eher ungern gesehen wird. Drum haben wir bei unseren Besuchen in Iguazu auch nur vom Boden Fotos machen können.

 

Der Nordosten Brasiliens

 

Im Nordosten von Brasilien leben weniger Menschen als im Südosten. Bekannt ist der Teil des Landes vor allem aufgrund seiner historischen Stätten und der tollen Strände. Hier ist es zu empfehlen, der Stadt Salvador da Bahia und Recife einen Besuch abzustatten.

 

  • Salvador da Bahia

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Küstenstreifen im Norden Brasiliens

 

Mit knapp 3 Millionen Einwohner ist Salvador die Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Bahia.

Der restaurierte Teil der Stadt mit dem Namen Pelourinho wurde zum Weltkulturerbe der UNESCO erhoben, hier zeigt sich die Schönheit brasilianischer Baukunst in den Straßen und Gassen der Stadt.

Der Leuchtturm mit dem Namen Barra, an der Südspitze der Halbinsel gelegen, ist nicht sonderlich aufregend. Der Sonnenuntergang von dort aus aber eine wahrhaft traumhafte Impression.

Der Personenaufzug Lacerda ist zudem eine der Besonderheiten bei einem Besuch der Stadt Salvador de  Bahia. Der Aufzug verbindet die beiden wichtigsten Stadtteile untere und obere Stadt und hat eine Kapazität von 2×23 Personen.

  • Recife

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Recife Strandansicht

 

Entlang der Küste findet sich die Großstadt Recife. Die Stadt stand eine Zeit lang unter niederländischer Herrschaft.

Im Stadtbild fallen die Kanäle in der Altstadt und auch die Hochhäuser sofort auf.

Gerade der Nordosten Brasiliens hat sich in den letzten Jahren vermehrt touristisch erschlossen. Zuerst kamen nur die Brasilianer selbst, um dort Urlaub zu machen, mittlerweile sind auch viele Touristen aus Europa und den Staaten dort anzutreffen. Viele Fluggesellschaften bieten Billigflüge nach Recife an.

 

Der brasilianische Bundesstaat Piaui

 

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Gesteinsmassive in der Serra de Capivara

Weiter geht es ins Landesinnere des Giganten : dort findet sich im Bundesstaat Piaui der mit 130 Hektar sehr große Nationalpark Serra da Capivara. Dieser wurde auch von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Tolle Gesteinsformationen und auch sehr alte Höhlenmalereien sorgen dort für ein unvergessliches Erlebnis.

Eine Wanderung im Nationalpark führt den Besucher zurück zu den Wurzeln Brasiliens.

 

Das Amazonasdelta

 

Naturpark-Dschungel

Amazonas-Delta

Im zentralen Norden Brasiliens liegt das weltbekannte Amazonas Gebiet. Dichte Regenwälder, die teilweise gerodet sind, bestimmen das Landschaftsbild. Es gibt die Transamazonika Straße, die 5000 Kilometer quer durch das gesamte Gebiet führt.

Einige Reiseanbieter haben sich auf Amazonasreisen spezialisiert. Die Kundschaft ist zahlungskräftig und besteht meist aus erfahreneren Touristen, die schon mehr gesehen haben, als “nur” den Dom zu Köln.

 

Manaus

 

Manaus

Manaus Stadtansicht

Die Hauptstadt der gleichnamigen Region ist Manaus. Zu empfehlen ist auch ein Besuch im Amazonas Theater, das bereits 1896 errichtet wurde.

Von der Stadt Maunas aus kann auch an interessanten und erlebnisreichen Bootsfahrten auf dem Amazonas teilgenommen werden.

Safaris, Angelausflüge und Campingtouren gehören ebenso zum Angebot, wie Heliflüge oder auch lange Wanderungen durch die zauberhafte Landschaft.

 

Die Hauptstadt Brasilia

 

Brasilia

Brasiliens Hauptstadt Brasilia

Der Westen Brasiliens ist geprägt durch riesige Plantagenanlagen und Rinderherden. Mitten drin liegt die Hauptstadt Brasilia.

Seit 1960 ist sie die Hauptstadt des Landes. Die Architekten der Stadt wurden als Genies der Baukunst tituliert, den Namen Oscar Niemeyer etwa, kennt man überall im Land.

Er war der Architekt vieler neumoderner, futuristischer Bauten in Brasilien. Leider hat er uns Ende des Jahres 2012 verlassen. Unbedingt besichtigt werden sollte die Kathedrale in Brasilia, welche teils auch unterirdisch liegt.

 

Goiania

 

Goiania

Goiania

Südwestlich von Brasilia liegt die Stadt Goiania, von wo aus perfekt Ausflüge zum Rio Araguaia und zur Bananal Insel unternommen werden können.

Bekannt wurde Goiania international allerdings durch einen Unfall 1987, als radioaktives Material gestohlen und von den Dieben unter Freunden und Bekannten verteilt wurde.

Als Folge davon starben vier Personen. Teile der Stadt sind bis heute radioaktiv belastet, was sicher einige Touristen von einem Besuch dieser Gegend abhalten wird.