Ein faszinierendes, von der Natur vor langer Zeit geschaffenes kleines Wunderwerk ist jeder der zehn größten Seen in Südamerika, welche in diesem Artikel vorgestellt werden.

Für die schnelle Übersicht hier die Zusammenfassung:

  1. Maracaibo-See           13.000 km² Venezuela – Binnenmeer
  2. Uyuni-Salzsee            12.000 km² Bolivien – fast ganzjährig ausgetrocknet
  3. Entenlagune               10.145  km² Brasilien – Salzwasserlagune
  4. Titicacasee     8.288 km² Peru/Bolivien – größter Süßwassersee Südamerikas
  5. Mirim-Lagune                  3.750 km² Brasilien/Uruguay – Salzwasserlagune
  6. Coipasa-Salzsee          2.200 km² Bolivien
  7. General-Carrera-See 1.850 km² Argentinien/Chile
  8. Viedma-See       1.088-1.600 km² Argentinien – Gletschersee
  9. Argentino-See             1.490 km² Argentinien
  10. Poopó-See                    1.340 km² Bolivien

 

1. Der Maracaibo-See (spanisch Lago de Maracaibo) ist ein Binnenmeer im Maracaibobecken, im Nordwesten von Venezuela. Wegen seiner fast völligen Trennung vom Karibischen Meer wird er meist als See (spanisch lago) angesehen.

Lago maracaibo

Der Lago Maracaibo in Venezuela

Der See ist 13.512 km² groß und bis zu 35 m tief. Damit ist er der größte See in Südamerika.

Er ist durch die 38 km lange und 5,5 bis 14,6 km breite Meerenge Canal de San Carlos mit dem Golf von Venezuela und der Karibik verbunden.

An der Einfahrt in den See befindet sich die Hafenstadt Maracaibo. Die Flüsse Catatumbo, Santa Ana und Chama münden in den Maracaibosee.

Bei der Mündung des Catatumbo kommt es zum Phänomen des Catatumbo-Wetterleuchtens.

Der nördliche Teil des Sees enthält noch Brackwasser, während der südliche Teil völlig ausgesüßt ist.

Am Ostufer des Sees lagern die reichsten Erdölvorräte von Venezuela. Der Maracaibo-See wird wegen seiner kurzen Verbindung zum Meer auch von Hochseeschiffen befahren.

 

2. Der Uyuni Salzsee (spanisch Salar de Uyuni) ist mit mehr als 10.000 Quadrat­kilometern die größte Salzpfanne der Erde. Die Salzkruste wurde vor über 10.000 Jahren durch das Austrocknen des Paläosees Tauca gebildet. Der Salzsee liegt im Südwesten Boliviens auf einer Höhe von 3653 m und gehört zu den Landschaften des Altiplano.

Salar-de-Uyuni

Salzkegel im Salar de Uyuni

Mit einer Fläche von 10.580 km² hat der See eine größere Flächenausdehnung als beispielsweise Niederbayern. Er ist auch größer als der Onegasee, Europas zweitgrößter See. Der See ist maximal 72 Meter tief.

Mit gleißender Helligkeit am Tag und sehr kalten Nächten ähnelt er äußerlich einem zugefrorenen See.

Die Salzmenge des Salar de Uyuni wird auf ungefähr zehn Milliarden Tonnen geschätzt. Jährlich werden davon etwa 25.000 Tonnen abgebaut und in die Städte transportiert.

Darüber hinaus gilt der See als eines der weltweit größten Lithiumvorkommen. Der See ist so gut wie frei von jeglicher Art von Lebewesen. Er ist Brutplatz einiger nur in Südamerika vorkommender Flamingo-Arten.

Während der Regenzeit kann die Salzkruste lokal mit mehreren Dezimetern Wasser bedeckt sein; etwa von Ende Juni bis zum Beginn der Regenzeit Anfang Dezember ist der Salar trocken. Mit Ausnahme der schlammigen Uferzonen und einzelner Wasseraugen kann dann die bis zu 30 Meter dicke Salzkruste selbst von Bussen und LKWs befahren werden.

In dem See, etwa 80 Kilometer von Uyuni entfernt, liegt die Insel Incahuasi (quechua für Haus des Inka), die für ihre vielen bis zirka 20 Meter hohen und teilweise mehr als 1.200 Jahre alten Säulenkakteen bekannt ist.

 

3. Der Entensee (portugiesisch Lagoa dos Patos) ist eine Lagune im brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul. Sie umfasst bei einer Länge von etwa 290 km und einer Breite von etwa 64 km eine Fläche von etwa 10.145 km².

Entensee-Entenlagune

Die Entenlagune / der Entensee im Süden Brasiliens

Die Lagoa dos Patos ist im Süden bei Rio Grande mit dem Atlantischen Ozean verbunden.

Ursprünglich wurde diese Mündung von den ersten portugiesischen Seefahrern für die Mündung eines großen Flusses gehalten, der Rio Grande genannt wurde.

Im Nordwesten bildet der Rio Guaíba eine Nebenbucht, im Nordosten die Lagoa do Casamento.

Unter anderem liegt die Großstadt Porto Alegre an der Lagoa dos Patos. Durch den Canal São Gonçalo besteht im Süden eine Verbindung zur Lagoa Mirim.

 

4. Der Titicacasee (spanisch Lago Titicaca) ist mit einer Fläche von 8.288 Quadratkilometern nach dem Maracaibo-See Südamerikas zweitgrößter See. Er befindet sich auf dem Altiplano, der Hochebene der Anden. Der westliche Teil mit 4.916 km² des Sees gehört zu Peru, der östliche Teil mit 3.372 km² zu Bolivien. Gemessen an seiner Fläche ist er der 18. größte natürliche See der Welt.

Titicacasee

Lage des Titicacasee – Lago de Titicaca

Seine Fläche ist etwa 15,5 mal so groß wie die des Bodensees (einschließlich Untersee) und fast so groß wie Korsika. Er ist stark verschmutzt.

Der Titicacasee ist das höchstgelegene, kommerziell schiffbare Gewässer der Erde.

Er liegt auf einer Höhe von 3810 m über dem Meeresspiegel, ist 178 km lang und bis 67,4 km breit und hat eine maximale Tiefe von 281 m.

In den See ragen mehrere Halbinseln, bei der Copacabana-Halbinsel verbindet nur die schmale Straße von Tiquina den Südteil des Sees, Wiñaymarka, mit dem Nordteil, dem Lago Chucuito.

Mehr als 25 Flüsse fließen in den Titicacasee. Den einzigen Abfluss bildet der Río Desaguadero, der etwa zehn Prozent des überschüssigen Wassers befördert.

Das übrige Wasser verdunstet. Es gibt eine Vielzahl großer und kleiner Inseln, von denen einige Relikte der Inka-Kultur beherbergen, zum Beispiel die Isla del Sol.

 

5. Die Mirim-Lagune (auf portugiesisch: Lagoa Mirim) ist ein ausgedehnter See, mit einer Fläche von 3750 km², der an der Grenze zwischen Brasilien und Uruguay liegt. Ihr Name leitet sich von dem Wort mirĩ aus dem Tupí-Guaraní her, das „klein“ bedeutet.

Miri Lagune

Lage der Mirim-Lagune zwischen Uruguay und Brasilien

Uruguay hat einige Badeorte am Ufer der Lagune, die über Sandstränden und geringe Wassertiefe verfügen.

Der flussartige Canal São Gonçalo verbindet den See mit der noch größeren Lagune Lagoa dos Patos.

Ein anderer Teil der Seeufer ist durch ausgedehnte Feuchtgebiete gekennzeichnet, unter denen der Bañado de Taim herausragt, der von der UNESCO zum Erbe der Menschheit erklärt worden ist.

Das Einzugsgebiet des Sees erstreckt sich über beide Länder und ihre Wirtschaft basiert hauptsächlich auf der Viehzucht.

Trotzdem ist der Anbau von Reis sehr wichtig, wobei man die günstigen Bedingungen für die Entwicklung dieses Getreides ausnutzt.

Der Tourismus ist ebenfalls eine wichtige Einnahmequelle.

Die Hauptzuflüsse aus dem Territorium von Uruguay sind der Cebollatí und der Tacuarí und, an der Grenze beider Staaten, der Yaguarón (portugiesisch Jaguarão).

 

6. Der Coipasa-Salzsee (spanisch Salar de Coipasa) ist ein Hochgebirgssee im Anden-Hochland von Südamerika. Der See liegt auf einer Höhe von 3.680 m über dem Meeresspiegel in etwa 160 km Luftlinie von der Stadt Oruro entfernt im gleichnamigen Departament und ist mit einer Fläche von 2.218km² der zweitgrößte Salzsee Boliviens.

Coipasa-salzsee

Der Coipasa-Salzsee, der kleine Bruder des Uyuni

Südlich des Salar de Coipasa befindet sich der Salar de Uyuni, Boliviens größter Salzsee, und im Nordosten der Poopósee, mit dem der Salar de Coipasa durch den Río Laca Jahuira verbunden ist.

In Jahren starken Niederschlags überflutet der Poopósee über den Río Laca Jahuira das Coipasa-Salzbecken, der dann weiter nach Süden bis zum Nationalpark Lauca in Chile entwässert. In der Trockenzeit verdunstet das Wasser und hinterlässt mächtige Salzkrusten, die über weite Strecken gut befahrbar sind. Diese Salzkrusten werden in Handarbeit in sogenannten Salinas, Salzabbau-Stätten, abgebaut.

Der Salar de Coipasa ebenso wie der Salar de Uyuni sind Überreste von weitaus größerer Seen, die hier vor 25.000-40.000 Jahren das Altiplano-Hochland bedeckten. Durch die sich ändernden Klimabedingungen trockneten diese Gewässer langsam aus und die im Seewasser gelösten Mineralien fällten aus.

Der Coipasa-Salzsee ist umgeben von mehreren Bergen vulkanischen Ursprungs, von denen der höchste der Cerro Pucarani mit einer Höhe von 4.910 m ist, der im nordwestlichen Teil des Salzsees liegt.

 

7. Der General-Carrera-See (spanisch Lago General Carrera od. Lago Buenos Aires) ist ein See, der sich zwischen Argentinien und Chile befindet.

General Carrera See

General Carrera See, Lago Buenos Aires, Patagonien

Er liegt in der Región de Aisén und in der Provinz Santa Cruz an der argentinisch-chilenischen Grenze.

Der Lago Buenos Aires / Lago General Carrera besitzt eine Gesamtfläche von rund 1850 km².

Erreichbar ist der See von der chilenischen Seite über die Fernstraße Carretera Austral.

Von Puerto Ingeniero Ibáñez führt eine Fährverbindung nach Chile Chico, die Fahrt dauert rund 2 1/2 Stunden.

Chile Chico ist Grenzstadt zu Argentinien.

Das Klima ist aufgrund der südlichen Lage bereits recht polar.

 

8. Der Viedma-See (spanisch Lago Viedma) ist ein 80 km langer und 15 km breiter Gletschersee in der argentinischen Provinz Santa Cruz nahe der Grenze zu Chile im Nationalpark Los Glaciares in den Anden.

Lago Viedma

Der Lago Viedma in der Mitte mit Nachbarseen

Seine Oberfläche beträgt 1.088 bis 1.600 km² und sein Abfluss geht zum Atlantik via Rio Santa Cruz.

Der Lago Viedma liegt in den argentinischen Anden, die in diesen südlichen Breiten zu Patagonien gezählt werden, nahe der chilenischen Grenze.

In der Umgebung gibt es mehrere Dreitausender, wie den Cerro Fitz Roy (3.406 m), den Cerro Torre (3.128 m) und den Poincenot (3.076 m).

Am Fuße des Fitz Roy befindet sich die Ortschaft El Chalten.

Der wichtigste zum Viedmasee führende Gletscher ist der 575 km² große Viedma-Gletscher, der sich im Westen befindet.

Das Gletscherwasser färbt den See türkisblau.

Der Lago Viedma ist verbunden mit dem südlicheren Gletschersee Lago Argentino, im Bild links zu sehen.

Nördlich gelegen ist der Lago San Martin, im Bild rechts vom Viedma gelegen.

 

9. Der Argentino-See (spanisch Lago Argentino) ist ein See von etwa dreifacher Größe des Bodensees im südlichen Argentinien, der Provinz Santa Cruz (Patagonien). Er ist der größte See in Argentinien und über 15.000 Jahre alt.

Lago Argentino

Der Gletscher Perito Moreno am Lago Argentino

Er wird von mehreren Gletschern gespeist, darunter dem größten Gletscher von Südamerika, dem Upsala-Gletscher und dem bekanntesten, dem Perito-Moreno-Gletscher.

Der See entwässert über den Río Santa Cruz in den Atlantik.

Das westliche Ende des dort stark verzweigten Sees reicht bis in die Anden. Die Gletscherzungen des südlichen Eisfeldes münden an mehreren Stellen in den See.

Weltberühmt ist der Perito-Moreno-Gletscher, von dessen etwa 50 Meter hohen Gletscherfront riesige Eisberge in den See abbrechen. In manchen Jahren teilt die Gletscherzunge einen Teil des Sees ab.

Dann staut sich der eine Teil auf, bis der Druck der Wassermassen zu groß wird und die Gletscherzunge in einem wilden Spektakel zerbirst. Der See ist Teil des Nationalparks Los Glaciares.

 

10. Der Poopó-See (spanisch Lago Poopó) ist ein rund 1340 km² großer Salzsee in den Anden in Bolivien (Südamerika).

Lago Poopo

Der Poopo See in Bolivien, Nasa-Aufnahme

Das Stillgewässer, das sich südöstlich des Titicaca-Sees ungefähr 50 km südlich von Oruro auf 3686 m Höhe in einem abflusslosen Becken der Anden befindet, wird vom Río Desaguadero gespeist, dem Abfluss des Titicaca-Sees.

Mangels Wassernachschub war der See 1994 völlig ausgetrocknet. Die durchschnittliche Tiefe des Sees beträgt nur 3 m.

Der Poopó-See ist vor etwa 10.000 Jahren aus dem etwa 43.000 km² großen Tauca-See hervorgegangen.

Der Tauca ist ein Glazialgewässer, das die drei Teilbecken des heutigen Poopo-Sees, des Coipasa-Salzsee und des Salar de Uyuni umfasste und eine Wassertiefe von bis zu 60 Metern aufwies.

Am schlammigen Wasser des Sees finden sich sogar Flamingos.

Quellen: Wikipedia.org, Nasa.gov

 

Die Seen und Flüsse Kanadas werden in einem weiteren Artikel auf America.de besprochen, ebenso wie die Großen Seen und die größten Flüsse der USA.