Die größten und längsten Flüsse in Südamerika sind hauptsächlich in der Region rund um Brasilien und Peru zu finden.

Brasilien ist auch das größte Land des südamerikanischen Kontinents und vereinnahmt mehr als 50% seiner Fläche.

 

Hier die Schnellübersicht der zehn längsten Flussläufe in Südamerika:

 

  1. Amazonas (mit Ucayali und Apurimac)     6.400 km     Peru, Brasilien
  2. Paraná (mit Rio Grande)     4.500 km     Brasilien, Paraguay, Argentinien
  3. Madeira (mit Mamoré und Grande, Bolivien)     3.240 km     Brasilien
  4. Rio Juruá     3.283 km    Peru, Brasilien
  5. Rio Púrus     3.211 km     Peru, Brasilien
  6. Rio Sao Francisco     2.900 km     Brasilien
  7. Orinoco (mit Guaviare)    3.010 km    Venzuela, Kolumbien
  8. Japura    2.816 km     Kolumbien, Brasilien
  9. Río Ucayali (mit Apurímac)    2.670 km    Peru
  10. Rio Paraguay    2.549 km    Brasilien, Bolivien, Paraguay, Argentinien

 

Das Amazonasbecken beinhaltet gleich mehrere der hier genannten Flussläufe.

RIO AMAZONAS

1. Der Amazonas (auch Amazonenstrom, portugiesisch Rio Amazonas, im brasilianischen Oberlauf Rio Solimões) ist ein Strom im nördlichen Südamerika.

Amazonas

Rio Amazonas

Etwa 300 km südlich des Äquators durchquert er das im Westen von den Anden

umrahmte, von tropischem Regenwald geprägte Amazonasbecken ostwärts bis zum Atlantik.

Der Amazonas ist mit einer mittleren Wasserführung von 206.000 m³/s der mit Abstand wasserreichste Fluss der Erde und führt mehr Wasser als die sieben nächst kleineren Flüsse zusammen.

Seinen Namen führt der Strom erst ab dem Zusammentreffen seiner beiden Quellflüsse Marañón und Ucayali in Peru, unterbrochen allerdings durch den brasilianischen Abschnitt oberhalb der Stadt Manaus mit dem Namen Rio Solimões.

Der längste Hauptstrang des Amazonas hat, gemessen über den kürzesten Fließweg ab dem Quellgebiet des Ucayali, eine Gesamtlänge von 6448 km. Die den Namen Amazonas führenden Abschnitte sind aber deutlich kürzer. Angaben, nach denen der Amazonas der längste Fluss der Erde wäre, sind strittig und beziehen die benachbarten Meeresbuchten Rio Pará und Baía de Marajó ein.

Der in Brasilien meist mehrere Kilometer breite Fluss hat eine relativ ausgeglichene Wasserführung, da die Hochwasserphasen der Nebenflüsse jahreszeitlich verschoben auf den äquatornahen Hauptstrom treffen. Dennoch kann er die angrenzenden bewaldeten Alluvialflächen (Várzea) auf einer Breite von bis zu 60 km überschwemmen.

In zwei Hauptarmen durchströmt er die Inselwelt des fast 200 km breiten Mündungsbereichs, der zudem über Tidegewässer mit dem Pará-Ästuar verbunden ist und so die große Insel Marajó abtrennt.

RIO PARANA

2. Der Paraná (Guaraní: Parana) ist ein weiterer großer Fluss in Südamerika. Er entspringt in Brasilien durch den Zusammenfluss des Paranaíba und des Rio Grande und bildet zusammen mit dem Río Uruguay den Río de la Plata.

rio-panama

Der Rio Parana mit Zuflüssen

 

Der Paraná ist 3998 km lang und fast vollständig seiner natürlichen Form beraubt, da er beinahe durchgängig angestaut ist. Das Einzugsgebiet des Paraná umfasst ohne den Rio de la Plata 2.582.672 km².

Er entspringt in Brasilien durch den Zusammenfluss des Paranaíba und des Rio Grande, der in dem riesigen Ilha-Solteira-Stausee am Dreiländereck der Bundesstaaten Minas Gerais, São Paulo und Mato Grosso do Sul stattfindet. Gleich nach dem zuvor genannten Stausee durchfließt der Paraná den Jupia-Stausee.

Danach fließt sein Wasser in einer weitläufigen Niederung, die sich östlich der Serra de Maracaju befindet, in Richtung Süden, wobei er auch einige Wasserfälle überwindet und später die Grenze zwischen den Bundesstaaten São Paulo bzw. Paraná und Mato Grosso do Sul bildet. Anschließend bildet er die Grenze zwischen Brasilien und Paraguay.

Zu den zuvor genannten Stauseen kommen noch: Três-Lagoas-Stausee, Porto-Primavera-Stausee und Ilha-Grande-Stausee. Wenige Kilometer oberhalb der Mündung des Iguazú in den Paraná befindet sich der Itaipú-Stausee. Fortan bildet der Paraná die Grenze zwischen Paraguay und Argentinien.

Die letzten 500 Kilometer durchquert er Argentinien, wobei er in Richtung seiner Mündung immer sumpfigeres Gebiet durchfließt. Er bildet schließlich zusammen mit dem Río Uruguay den 290 Kilometer langen Río de la Plata.

RIO MADEIRA

3. Der Rio Madeira ist ein rechter Nebenfluss des Amazonas. Mit einem Abfluss von 31.200 m³/s ist er der weltweit größte Nebenfluss.

Rio Madeira

Der Rio Madeira

Er entsteht aus dem Zusammenfluss von Río Mamoré und Río Beni östlich von Nova Mamoré und hat einen mäßig gewundenen, generell nordöstlich gerichteten Verlauf.

Der Fluss führt den Namen Rio Madeira auf den unteren 1.450 Kilometern des Flusssystems. Bereits an seinem Beginn ist er mit einer Wasserführung von rund 18.000 m³/s etwa so groß wie der Mississippi.

Am Zusammenfluss ist der Río Beni wasserreicher als der Río Mamoré und stellt damit den hydrografischen Hauptquellast dar, dessen Beginn mit dem Quellgebiet des wiederum wasserreicheren Río Madre de Dios in den peruanischen Anden liegt.

Den längsten Quellast stellt der Río Mamoré dar mit dessen längstem Nebenfluss Río Grande (im Oberlauf Río Caine genannt) und dessen wiederum längstem Quellfluss Río Rocha.

Mit ihm wird für den Rio Madeira eine Gesamtlänge von 3.380 Kilometern angegeben.

Wie der Amazonas ist auch der Rio Madeira ein Weißwasserfluss. Wesentliche Teile seiner Wasserführung entstammen den niederschlagsreichen andinen Randgebirgsketten.

RIO JURUA

4. Der 3283 Kilometer lange Juruá (portugiesisch Rio Jurúa (in Brasilien); spanisch Río Yurua (in Peru) ist ein rechter Nebenfluss des Amazonas in Peru und Brasilien.

Rio Jurua

Rio Jurua

Der Fluss entspringt im Bergland der peruanischen Region Ucayali südöstlich von Puerto Portillo und fließt von dort in Richtung Nordwesten. Bei Foz do Breu kreuzt der äußerst windungsreiche Fluss die Grenze nach Brasilien und fließt vorerst in nördliche und dann – parallel zum Purus – in nordöstliche Richtung durch das Bundesland Amazonas.

Dort liegt die gleichnamige Gemeinde Juruá am Fluss. Auf insgesamt 1823 Kilometer Länge ist der Juruá schiffbar.

RIO PURUS

5. Der 3210 Kilometer lange Rio Purus (portugiesische Schreibweise; im Spanischen Río Purús) ist ein rechter Nebenfluss des Amazonas, des größten Stromes von Südamerika.

Rio Purus

Rio Purus

Der Fluss entsteht in einer Mittelgebirgs-Region östlich der peruanischen Anden aus dem Zusammenfluss von Río Curiuja und Río Cujar in der Region Montana.

Dort befinden sich deren Quellen in der peruanischen Provinz Ucayali, rund 320 Kilometer nördlich von Cuzco. Von dort aus fließt der Purus in nordöstlicher Richtung nach Brasilien, wo er in einem sehr stark mäandernden Flusslauf und mit nur wenig Gefälle dem großen Amazonas zufließt.

Seine Mündung liegt etwa 150 km westlich der Großstadt Manaus. Der Purus ist über den größten Teil seiner Länge schiffbar; über den Rio Acre, einen seiner Nebenflüsse, bis hin nach Bolivien.

RIO SAO FRANCISCO

6. Der Rio São Francisco ist ein 3.199 Kilometer langer Fluss bzw. Strom in Südamerika.

Rio Sao Francisco

Rio Sao Francisco in Bahia

Er entspringt im Osten Brasiliens im Süden des Bundesstaat Minas Gerais in der Serra da Canastra und fließt durch die Bundesstaaten Bahia, Sergipe, Pernambuco und Alagoas in Richtung Südatlantik.

Von seiner Quelle fließt der São Francisco hauptsächlich in nördliche Richtung durch zwei sehr große Stauseen: Três-Marias-Stausee und viel weiter nördlich Sobradinho-Stausee, danach auf der Grenze von Bahia und Pernambuco durch den Itaparica-Stausee. Danach knickt er leicht nach Südosten ab, um als Grenzfluss der kleinen brasilianischen Bundesländer Sergipe und Alagoas in den Südatlantik zu münden.

Der São Francisco ist in seinem Mittellauf auf 1.368 Kilometer Länge schiffbar. In der Nähe der Grenze zum Bundesstaat Bahia befinden sich die Stromschnellen von Pirapora und dort, wo der Fluss das Küstengebirges durchbricht, die Paulo-Afonso-Fälle (Cachoeira de Paulo Afonso) mit dem Paulo-Afonso-Wasserkraftkomplex und auch das Wasserkraftwerk Xingó. Dadurch ist der Unterlauf nicht schiffbar. Das Einzugsgebiet des Flusses umfasst 617.812 km².

RIO ORINOCO

7. Der Orinoco ist mit einer Wasserführung von 35.000 m³/s der viertgrößte Fluss der Welt und der zweitgrößte Südamerikas.

Rio Orinoco Luftbild

Rio Orinoco Luftbild

Die Länge des Orinoco allein beträgt 2010 km und als Flusssystem (ab Quellgebiet des Río Guaviare) etwa 3.010 km.

Das dennoch hohe Volumen des Orinoco erklärt sich durch die hohen Niederschläge in fast dem gesamten, etwa eine Million Quadratkilometer umfassenden Einzugsgebiet, die von 1.000 mm/a bis über 4.000 mm/a reichen.

Das Flussgebiet liegt nur wenig nördlich des Äquators, ist teilweise von den Anden und anderen Gebirgen gerahmt (Sierra Nevada del Cocuy: 5.330 m) und von tropischem Regenwald und Feuchtsavannen bedeckt.

Es liegt zu etwa zwei Dritteln auf venezolanischem Staatsgebiet und zu etwa einem Drittel auf dem Kolumbiens.

RIO JAPURA

8. Der Rio Japurá [ˌʒɐpuˈɾa] (span. Yapurá), im kolumbianischen Oberlauf Río Caquetá genannt, ist ein 2.816 Kilometer langer, linker Nebenfluss des Amazonas in Südamerika.

Rio Japura

Rio Japura

Der Río Caquetá entspringt östlich von Pasto in den Anden im südwestlichen Kolumbien, nur etwa 10 km von den Quellen des Río Magdalena entfernt.

Von dort fließt er in südöstliche Richtung nach Brasilien, wo er auf einer Fließstrecke von 733 km Rio Japurá genannt wird.

Der Japurá ist mit einer mittleren Wasserführung von rund 18.600 m³/s der drittgrößte Nebenfluss des Amazonas (nach dem Rio Madeira und dem Rio Negro).

Zum Rio Negro bestehen Verbindungen über mehrere natürliche Wasserwege. Die für ein Einzugsgebiet von rund 255.700 km² außergewöhnliche Größe des Flusses geht auf die hohen Niederschläge in Teilen des westlichen Amazonasbeckens zurück.

Bei Tefé mündet der Strom, begleitet von vielen kleineren Seitenarmen, in den Amazonas. Im 18. Jahrhundert sprach man von einer achtarmigen Mündung.

RIO UCAYALI

9. Der Río Ucayali ist einer der beiden Quellflüsse des Amazonas in Südamerika.

Rio Ucayali

Rio Ucayali

Er entsteht seinerseits durch den Zusammenfluss von Río Urubamba und Río Tambo bei Atalaya.

Der Río Ucayali vereinigt sich im nordöstlichen Peru nahe dem Äquator mit dem kürzeren, jedoch mit einem rund 10 Prozent höheren mittleren Abfluss etwas größeren Río Marañón zum Amazonas.

Der Río Ucayali bildet zusammen mit dem Río Hornillos, dem Río Apurímac, dem Río Ene und dem Río Tambo mit einer Länge von 2670 km den längsten Oberlauf des Amazonas.

Hierbei weisen die einzelnen Teilstücke des Amazonas-Zulaufs folgende Einzelstrecken auf:

  • Río Apurimac: 730,7 km
  • Río Ene: 180,6 km
  • Río Tambo 158,5 km
  • Río Ucayali 1.600,1 km

Der Río Ucayali hieß nach der spanischen Eroberung anfangs San Miguel, dann Ucayali, Ucayare, Poro, Apu-Poro, Cocama und Rio de Cuzco.

RIO PARAGUAY

10. Der 2.549 km lange in Südamerika fließende Río Paraguay ist der bedeutendste Nebenfluss des Río Paraná. In seinem Oberlauf heißt er auf Portugiesisch Rio Paraguai, in seinem Unterlauf auf Spanisch Río Paraguay.

Rio Paraguay

Rio Paraguay

Die Bezeichnung auf Guaraní lautet Ysyry Paraguái. Der Name bedeutet „Wasser, das zum Wasser geht“, abgeleitet von der Sprache der Ureinwohner. Der Río Paraguay entspringt in Brasilien im gebirgigen Hochland von Mato Grosso ungefähr 115 km nördlich von Cuiabá.

Von dort aus fließt der Río Paraguay in südlicher Richtung. Er verlässt das Hochland und durchquert die Niederung des Pantanal. Dort fließt er zumeist parallel zur bolivianischen Grenze. Im Süden des Pantanals bildet er die Grenze zwischen Brasilien und Paraguay.

Anschließend durchquert er Paraguay in Nord-Süd-Richtung und durchquert dabei die paraguayische Hauptstadt Asunción. Dort vereinigt er sich auch mit seinem größten Nebenfluss, dem Río Pilcomayo. Unmittelbar danach bildet er die Grenze zwischen Paraguay und Argentinien. Etwas nördlich von Corrientes mündet er in den Paraná.

Der Río Paraguay ist der längste und größte Fluss Paraguays. Er ist auf 2000 km Länge schiffbar. Nach dem Paraná ist er der zweitwichtigste Handelsweg der Staaten, die er durchfließt. Sein größter Hafen ist Asunción.

Quellen: Wikipedia, NASA