Eine Besonderheit in Südamerika ist das Land Französisch Guayana, das zu Frankreich gehört und daher auch ein EU-Mitglied ist. Es befindet sich im Norden von Südamerika am Atlantik, zwischen Brasilien und Suriname. Der Lebensstandard hier ist höher als in allen anderen Ländern Südamerikas, drum kann man davon ausgehen, dass sich das Land sich wohl auch in Zukunft nicht von Frankreich trennen wird.

Frankreichs Flagge

Die Flagge Frankreichs

Im ganzen Land wird daher Französisch gesprochen und das offizielle Zahlungsmittel ist der Euro. Mit etwa 91.000 km² Fläche ist Französisch Guayana so groß wie das Land Österreich, es hat dabei aber nur etwa 229.000 Einwohner.

Französisch-Guayana gehört zum Bergland von Guayana, das, von vielen Flüssen stark zerschnitten, hier nur noch Höhen bis 700 m über dem Meeresspiegel erreicht. Der bis 40 km breiten Küstenebene sind die Îles du Salut, zu denen die Teufelsinsel gehört, vorgelagert. Das Klima ist tropisch mit hohen Niederschlägen. Etwa 90 % der Fläche sind von tropischem Regenwald bedeckt, an der Küste sind Mangrovensümpfe verbreitet. Zwei große Flüsse durchlaufen das Land, das ist zum einen der Maroni, der die Westgrenze zu Surinam bildet und der Oyapock, der im Osten die Grenze zu Brasilien darstellt.

Fast die Hälfte der Bevölkerung (Kreolen, Schwarze, Asiaten) lebt in der Hauptstadt, eine geringe Zahl von Indianern an der Küste und im Landesinnern, Buschneger (Maron) am Río Maroni. Amtssprache ist Französisch, Umgangssprache eine französische Kreolsprache. 74 % der Bevölkerung sind römisch-katholisch.

Wappen-fr-guayana

Wappen Französisch Guayanas

Französisch-Guayana gehört zur Europäischen Union, aber nicht zum Schengen-Raum. EU-Bürger können sich frei im ganzen Land aufhalten und auch Arbeit suchen, bei der Einreise wird der Reisepass, oder Personalausweis kontrolliert.

Ein Visa braucht man aber nicht ausstellen, verlängern oder erneuern lassen, so wie es in den anderen südamerikanischen Ländern notwendig ist, wenn man länger dort leben will. Ein angenehmer Nebeneffekt der EU-Zugehörigkeit: Die Flugpreise von Paris CDG etwa in die Hauotstadt Cayenne sind deutlich preiswerter, als die in den Rest Südamerikas.

Mal ausgenommen von Sonderangeboten nach Recife in Brasilien etwa.

Nordwestlich von Cayenne entstand seit 1967 Kourou. – Die Küste wurde 1599 von Spaniern entdeckt, 1604 von Franzosen besiedelt, endgültig 1816 französisch, 1852/54–1948 Sträflingskolonie (Teufelsinsel, Cayenne); seit 1946 französisches Überseedépartement.

In der Wirtschaft spielen neben dem Anbau für den Eigenbedarf lediglich der Zuckerrohranbau, die Krabbenfischerei (für den Markt in den USA) und der Holzeinschlag eine gewisse Rolle. Holzreichtum (besonders Harthölzer) und Bodenschätze (Bauxit, Gold, Tantalit) werden wegen der geringen Erschließung noch wenig genutzt.

Verkehr in Fr.Guayana

Eins vorweg: es gibt anders als in den anderen südamerikanischen Ländern kaum öffentlichen Busverkehr, er begrenzt sich auf die Hauptstadt und ist fast immer unpünktlich.

Topografiekarte Fr.Guayana

Topokarte Fr.Guayana

Der Mittelstreckentransport wird nur von Sammeltaxis abgewickelt. Dies sind Minibusse mit bis zu 10 Plätzen, die ohne Fahrplan auf der Küstenstraße verkehren.

Erst wenn die Busse voll sind, fahren sie los – man muss also einiges an Zeit einplanen.

Die Preise sind moderat, so kostet beispielsweise Cayenne-Kourou 10 €, Cayenne – Saint-Laurent-du-Maroni 35 € und Cayenne – Saint-Georges de l’Oyapock 40 €.

Will man in eine der Städte im Urwald, muss man mit einem Flugzeug der Air Guyane fliegen, da es keine Straßen in diese abgelegenen Gebiete gibt.

Angeflogen werden die Orte Maripasoula und Saul.

Boote verkehren zwischen Saint-Laurent und Apatou, eine nette Tour, für die man sich aber auch einiges an zeit mitnehmen sollte.

 

Die größten Städte

Die Einwohnerzahlen nach den Städtenamen sind gerundet aus dem Jahr 2010.

  • Cayenne, 58.000
  • Saint-Laurent-du-Maroni, 36.000
  • Kourou, 26.000
  • Matoury, 25.500
  • Remire-Montjoly, 19.000

 

Klima und Wetter

Das Klima in Französisch Guayana ist tropischer Natur, bei einer Jahresmitteltemperatur von 28 Grad Celsius. In der Regenzeit von November bis etwa Anfang Juli fällt das Quecksilber auch nachts nicht unter 22 Grad Celsius, also ein recht warmes Fleckchen Erde.Es kommt einem aber immer wärmer vor, bedingt durch die hohe Luftfeuchtigkeit.

In der Trockenzeit, die sich über den Rest des Jahres erstreckt, steigt das Thermometer schon mal auf 30 Grad am Tag und fällt dann auf beinahe 20 Grad in der Nacht. Als beste Reiseziet zeichnet sich daher Ende Juli bis Anfang November für dieses EU-Land in Südamerika ab. Flüge ab Paris CDG in die Hauptstadt Cayenne gibt es bereits ab etwa 500 €.

 

Interaktive Landkarte für Französisch Guayana

Dank der interaktiven Karte von Französisch Guayana können Sie nun per Mausklick eintauchen in die Vielfalt des Landes im Norden Südamerikas. Erforschen Sie von der Hauptstadt Cayenne aus dieses bezaubernde Land auf unserer neuen Landkarte.