Nach Peru auswandern – ist das eine einfache Angelegenheit?

Es gibt immer wieder Menschen, die sich mit dem Gedanken an das Auswandern – hier nach Peru- beschäftigen. Diese sollten sich das Land und die Lebensweise in einer möglichst langen Reise nach Peru vorab mal Ansehen. Um alles hier in Peru gut kennenzulernen. Ein kurzer Urlaub hilft meist schon, einen Eindruck von einem Land zu erhalten. Willst Du aber in ein Land auswandern, solltest Du schon etwas mehr Zeit vorher investieren, um es besser kennenzulernen. Einfach(er) ist Auswandern nach Peru, wenn Du genug Geld hast, um Dir den Umzug und die benötigten Papiere vor Ort von Fachleuten machen zu lassen.

Nach Peru auswandern ist so einfach nicht

Blick auf ein Tal in Peru – Oxapampa

 

Ob Du dort auch Leben kannst, das sollte jeder in einem längeren Aufenthalt von möglichst ein paar Monaten, etwa über die europäische Winterzeit, ausprobieren. Wenn Du dich mit dem Auswandern nach Peru ernsthaft auseinandersetzt, sollte auch mal eine Reise über ein paar Monate drin sein.

Wenn Du in Europa in einem Angestelltenverhältnis bist, kannst Du ja meist nur 3-4 Wochen aus dem Job weg, der Urlaubsplan läßt mehr normalerweise nicht zu. Aber sprich doch mal mit Deinem Chef, wenn Du ernsthaft vorhast, mal länger vom Job weg zu bleiben.

Eventuell kann ja eine Einigung im Bereich unbezahlter Urlaub erzielt werden. Und wenn Du dann zurück kommst, bist Du mit Sicherheit mal gut und richtig erholt. Und vielleicht ist ja auch der Keim des in die Fremde wollens schon so groß geworden, daß sich neue Ideen und Möglichkeiten auftun.

Dann solltest Du auch vorher gut überlegen, wohin Du ziehen willst, was Dir zum Leben wichtig ist und ob das auch dort vorhanden ist. Bevorzugst Du eher in der Großstadt, oder willst Du lieber am Meer wohnen, zieht es einen in die kühleren Bergregionen, oder will man im Hochregenwald oder gar direkt im peruanischen Dschungel sein neues Zuhause gründen?

Eine der wichtigsten Dinge, um permanent im Lande bleiben zu können ist die Aufenthaltserlaubnis, die man über verschiedene Wege erhalten kann. Am einfachsten ist ein Visa über eine Arbeit oder ein eigenes Geschäft zu erreichen, eine Heirat mir einem peruanischen Landsmann oder einer Peruanerin führt zudem zum Ziel.

Dass das alles nicht ganz einfach ist, wirst Du dann erst merken, wenn Du dich mal in die Bürokratie des Landes Peru einläßt. Da müssen Beglaubigungen, Überbeglaubigungen und Urkunden beigebracht werden, das ist schon recht aufwendig. Ich wünsche mir da manchmal die deutsche Bürokratie zurück. Aber was tut man nicht alles für den guten Zweck.

Woher kommen die Einwanderer Perus?

woher stammen die peruanischen Einwanderer
Das war uns eine kleine Recherche wert, und recht schnell wurden wir bei den Statistiken der Inmigraciones in Lima fündig, woher diese Infos stammen, allerdings noch auch dem Jahre 2012, eine Novellierung liegt bis dato nicht vor.

Die meisten Einwanderer Perus stammen aus den USA, gefolgt von Argentinien und Spanien. Abgeschlagen auf den letzten Plätzen liegt etwa Deutschland und auch die Schweiz. Damit ist das Land bei Mitteleuropäern als Einwanderungsland nicht so beliebt als etwa den Amerikanern.

Das liegt zum einen an der Entfernung: Peru ist nicht schnell mit dem Auto zu erreichen, da musst Du entweder ins Flugzeug steigen, oder mit dem Frachtschiff eine wochenlange Reise auf Dich nehmen. Des weiteren ist die Sprache oft ein Problem, die meisten Europäer lernen in der Schule Englisch als erste Fremdsprache, in Peru kommst Du allerdings nur mit Spanisch über die Runden. Auch die wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen sind hier in Peru natürlich erheblich schlechter als in den hochentwickelten Ländern Europas.

Das wird aber auch teils kompensiert durch niedrigere Lebenshaltungskosten, einer geruhsamen Lebensweise seiner Einwohner, als auch eine gewisse Art von Freiheit, die wir in deutschen Landen und drum herum vergeblich suchen. Und heutzutage gibt es ja auch die Möglichkeit, per Internet zu arbeiten und so seine Brötchen zu verdienen. Und dann sieht das schon besser aus: Wenn Du tausend Dollar im Monat in Peru zur Verfügung hast, dann gehörst Du definitiv schon zu den Besserverdienern.

Visa für Peru verlängern

Peru Visa Stempel

Peru Visa

Prinzipiell kannst Du als Urlauber in Peru per Visa-Stempel in den Reisepass 183 lang im Land bleiben, dann musst Du dich wieder in eins der Nachbarländer begeben, um wieder einzureisen. Oder natürlich, Du fliegst weiter weg, etwa nach Kolumbien, Brasilien oder Argentinien, und kommst dann wieder retour. Mit dem Bus kann man nach Gusto entweder nach Ecuador, Brasilien, Bolivien oder Chile fahren. Wohnt man in der Hauptstadt Lima, ist alles relativ weit weg, eine Zwei-Tagestour ist da mindestens einzuplanen.

 

Reise von Lima nach Ecuador zur Visa-Verlängerung

Die Version nach Ecuador hat uns recht gut gefallen. Auf der Fahrt von Lima in den Norden mit der Busgesellschaft Tepsa, die von ihrem Terminal in Javier Prado in San Isidro / Lima aus starten, haben wir gleich einige Städte kennengelernt. Der Service in der Tepasa Suite (150 Soles) ist zudem sehr zu empfehlen, da kommt keine andere Gesellschaft in Peru mit. Die größten Mitbewerber sind hier in Peru momentan Oltursa, Exluciva (Civa) und Cruz del Sur. Alle Gesellschaften nutzen heute relativ neue Busse und sind von aussen sehr schön anzusehen.

Doch wenn man dann mal einige Stunden unterwegs ist, dann offenbaren sich die Unterschiede bei den peruanischen Busgesellschaften. Das ist beim Service der Azafata, der Bus-Kaffeebringer, als auch bei der Hygiene auf dem WC zu bemerken. Die Fahrt an sich ist nun nicht so toll, wir sehen etwas vom Pazifik, dann aber nur mehr Sand und Felsen, über Trujillo, Chiclayo und Piura führt die Strecke nach Tumbes.

Die kleineren Ortschaften im Norden Perus sind hier an der Küste gelegen und laden zum Verweilen ein. Wer es mehr wie an der Adria will, mit Touristenrummel und Gedränge, der läßt sich in Mancora oder Punta Sal abladen. Dort ist das zumeist das surfende Jungvolk unterwegs und Feste werden hier laufend gefeiert.

Wer es etwas ruhiger mag, der fährt noch ein Stückchen weiter und steigt in einem der kleineren Städtchen aus, die an der Strecke liegen. Unterkunft gibt es dort zuhauf, von 50 Soles pro Nacht bis nach oben offen. 180 US-Dollar etwa kann man sich die Übernachtung in einem Doppelzimmer der luxuriösen Hotels dort auch kosten lassen, wenn man denn will.

Von Tumben aus geht es dann mit einem Taxi über die Grenze von Peru nach Ecuador, dort nach Huaquillas und Aquas Verdes, das Büro der Grenzbeamten liegt etwas ausserhalb der Stadt. Du kannst dich aber mit einem (peruanischen) Taxi dort hinfahren lassen, der Fahrer soll halt warten, und Du fährst mit dem gleichen Auto wieder retour.

Die ecuadorianischen Taxifahrer nutzten wie im Lande üblich Preise in US-Dollar und gerne wird hier der Neuankömmling abgezockt. Also am besten mit dem peruanischen Kollegen in Soles zur Grenze und wieder retour. Der peruanische Taxista kann einen aber auch nach Ecuador fahren, wenn Du es entsprechend aushandelst, da fährst Du normalerweise günstiger.

Danach geht es mit dem Bus wieder zurück nach Lima. Wir haben für die Tour dann doch insgesamt 7 Tage gebraucht. Vor allem aus dem Grund, weil es uns im Norden Perus recht gut gefallen hat. Eine nette und preiswerte Unterkunft hatten wir bei einem sehr freundlichen Vermieter-Ehepaar gefunden. Und wer weiß, vielleicht sieht man sich ja mal wieder, auf einer Reise von Lima nach Ecuador.

Von Lima aus nach Chile – zur Verlängerung des Visums – mit dem Bus fahren

Auch nach Chile sind wir mal gekommen, als mal wieder eine Verlängerung des Aufenthaltsrechts für Peru anstand. Mit dem Bus der Linie Oltursa fuhren wir vom Busterminal in Aram Buru, das im limenischen Stadtteil San Isidro liegt. Die Preise im unteren Teil des Busses sind mit 150 Soles etwas höher als oben. Du erhälst etwas mehr Beinfreiheit und komode 160-Grad Sitze. Oben im Bus sind die Sitze etwas enger gesetzt, zahlst dafür aber auch nur 100 Soles.

Und wie immer in Südamerika am besten etwas im voraus buchen, damit man nicht die vorderen Plätze nehmen muss. Ich wünsch es natürlich keinem, aber bei einem Busunfall sind die vorne sitzenden Passagiere in der Regel eher verletzt, als die Fahrgäste in den mittleren und hinteren Reihen der Busse.

Auf der Fahrt kommen Anhänger der Wüstengebiete voll auf ihre Kosten. Es gibt fast nur Sand- und Steinwüste auf dem Weg zu sehen. Einen kurzen Halt in der Stadt Nazca kann zum Einkauf eines Getränks, etwa einen Bierchen, wie dem Cusquena, Cristal, Pilsen, oder dem brasilianischen Brahma nutzen. Aber auch Empanadas oder Tamales werden einem gegen wenig Geld angeboten.

Dann geht s weiter auf der 20-22 Stunden Tour von Lima nach Tacna. Tacna liegt nahe der Grenze zu Chile, die in Santa Rosa liegt. Um nach Chile auszureisen und gleich wieder einzureisen, kannst Du mit einem der vielen Kleinbusse oder mit dem Taxi nach Arica in Chile fahren. Dabei passierst Du die Aduana – Zollstation – und bekommst die ersehnten Stempel in den Reisepass gedrückt.

Der Preis für diese Fahrt im Taxi von der Handelsstadt Tacna nach Arica in Chile beträgt mit dem Taxi 15 Soles von Peru aus, die Rückfahrt von Chile nach Peru kostet dann schon 20 Soles oder etwa 4.000 chilenische Pesos. Mit dem Kleinbus kommst Du etwa auf die Hälfte der Kosten, teilst Dir aber die kleinen Plätze im Bus mit den vielen Händlern, die Waren in der peruanischen Freihandelszone in Tacna kaufen und diese nach Chile transportieren.

Kontrollen der SUNAT

Sunat-Peru-Zoll

Sunat – Die Zollbehörde in Peru

Hierbei kommen nicht selten Verzögerungen durch Kontrollen der peruanischen SUNAT, dem peruanischen Zoll, zustande. Eine Fahrt mit dem Taxi ist daher auf jeden Fall zu empfehlen, sofern das Kleingeld ausreicht. Aufpassen auch wenn Du in Tacna Waren einkaufst, die etwas mehr an Wert haben: In diesem Fall unbedingt eine Rechnung mitführen, denn auf der Busfahrt zurück nach Lima wird auch der große Reisebus von der SUNAT mindestens einmal kontrolliert.

Dabei wird dann eine Rechnung verlangt. Kaufst Du einen Fernseher oder eine Stereoanlage, dann ist das auch schlecht im Gepäck unterzubringen, Du musst diese Waren beim Zoll unbedingt angeben. Auch Hochprozentiges ist sehr preiswert in Tacna zu kaufen, auch hier gilt nicht übertreiben und am besten im Gepäck -gut gesichert- transportieren.

Umzug nach Peru

Ist man dann soweit, dass man entschlossen hat, in Peru ansässig zu werden, dann will man auch seine Sachen hierher bringen.  Je nachdem wieviel Umzugskartons man transportieren muss, sollte auch der Transportweg entsprechend gewählt werden. Am besten und schnellsten ist hierbei Luftfracht, wenn auch etwas teuer. Hat man viele Kartons und Umzugsgut, ist der Seeweg zu bevorzugen. Hier heißt es, mit einer Spedition zusammen zu arbeiten. Doch nicht jede Spedition ist auf einen Transport nach Peru vorbereitet.

Umzug-Peru

Umzug nach Peru geplant?

Hier heißt es: im Internet suchen. Bei wenigen Kartons kann eine Mitfahrgelegenheit genutzt werden. Viele Speditionen, die Umzüge nach Übersee durchführen, nehmen auch kleinere Posten als “Beiladung” in fremden Containern mit. Man muss diese Transportunternehmen nur abfragen bzw. finden. Anfragen bei Umzugsunternehmen nach einem 20″ Container von Hamburg nach Lima waren zuletzt sehr teuer. Es wurden  3.000 bis 4.000 Euro an Kosten genannt.

Ein halber Container ist sicher eine Möglichkeit, hier zu sparen. Der Umzug  einer Einrichtung nach Peru ist aber nicht ganz einfach. Deswegen entscheiden sich mehr als 90% der Betroffenen für ein anerkanntes internationales Umzugsunternehmen, das sich auf Umzüge nach Übersee und speziell Peru spezialisiert hat.

Was gibt es allgemein bei einem Überseeumzug zu beachten:

  • Entscheide Dich für einen erfahrenen Spezialisten, der bereits länger am Markt ist. Die Mitarbeiter einer professionellen Umzugsfirma kennen den Bestimmungsort und sind es daher gewohnt, in Peru einen Umzug ein- oder auszuladen. Ein Spezialunternehmen ist zudem meist günstiger, weil es mehrere Umzüge kombinieren kann.
  • Lege unbedingt im voraus fest, was alles mitzunehmen ist, hier kannst Du viel Zeit und Geld sparen.
  • Bespreche dies mit Ihrem Umzugsunternehmen und frage die Fachleute um Rat, wo sich eventuell noch etwas einsparen lässt.
  • Fordere bei verschiedenen Frachtunternehmen ein Angebot an und vergleiche diese.

Zollbestimmungen für Umzugsgut nach Peru

Eine detaillierte Ladeliste auf Spanisch muss vorgelegt werden. Zudem ein gültiger Reisepass im Original, der Seefrachtbrief im Original, Aufenthaltsgenehmigung (Carne Extranjeria) und ggf. Arbeitgeberbescheinigung. Das Umzugsgut wird mit 14% verzollt, Elektrogeräte zwischen 20 und 30% (Stand 2015). Der Umziehende muss bei der Verzollung im Land sein, am besten ist es natürlich, wenn Sie direkt am Hafen in Callao, oder am Flughafen Jorge Chavez, anwesend sind.

Kraftfahrzeug nach Peru einführen

Bei der Einfuhr eine Fahrzeugs nach Peru ist folgendes vorzulegen und zu beachten:

Kaufrechnung des Fahrzeugs im Original mit Kopie, Reisepass im Original mit einer Kopie vorlegen, Seefrachtbrief, Bureau Veritas oder SGS Zertifikat. Die einzuführenden Fahrzeuge dürfen nicht älter als 5 Jahre sein (Stand 2015). Der Umziehende muss bei der Verzollung zudem unbedingt persönlich anwesend sein.

Mit dem Hund oder Katze nach Peru

Will man sein Haustier mit nach Peru bringen, dann braucht man einen Gesundheitsnachweis des Tieres und ein Impfbuch. Mitsamt den Kosten für den Flug müssen Sie für einen Hund etwa mit 500 Euro rechnen.

Fazit

Um einen näheren Eindruck von Peru zu gewinnen, kannst Du die Bilder und die Videos aus Peru ansehen. Der Artikel über Immobilien in Peru ist auch recht beliebt bei den Besuchern von America.de. Peru bietet in vielen Teilen des Landes noch recht günstige Preise für Immobilien. Eine ausgiebige Reise nach Peru sollte den nötigen Eindruck schaffen, wenn Du hier ansässig werden willst.

Hast Du ernsthaft vor, nach Peru auszuwandern oder eben in Peru einzuwandern, kann ich Dir gerne noch einige individuelle Tipps geben und Deine Fragen persönlich oder per Mail beantworten. Nutze zur Kontaktaufnahme bitte die Mailadresse, die sich im Impressum von America.de finden lässt.