Venezuela – reizvolles Land in Südamerika

 

Kurzübersicht

Venezuela,

Fläche 912 050 km2
Einwohner (2013) 30,41 Mio.
Hauptstadt Caracas
Verwaltungsgliederung 21 Bundesstaaten, Hauptstadtdistrikt (Distrito Federal), 2 Bundesterritorien und die Dependencias Federales
Amtsprache Spanisch
Nationalfeiertag 5. 7. (Tag der Freiheitserklärung)
Währung 1 Bolívar (Bs.) = 100 Céntimo (c, cts)
Zeitzone MEZ − 5,5 Stunden

 

 

losroques

Strand in Los Roques, Venezuela

Venezuela ist ein südamerikanischer Staat, der im Norden Südamerikas, direkt am Karibischen Meer zu finden ist. Direkt angrenzende Länder sind Guyana im Osten, Kolumbien im Westen und Brasilien im Süden. Obwohl nur siebtgrößtes Land in Südamerika, ist das Land der Bolivar-Bewegung sogar fast dreimal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland. Allein die Küste von Venezuela erstreckt sich auf einer Länge von 2.800 Kilometern entlang dem Karibischen Ozean. Hier gibt es noch viele Plätze zu erforschen, die bis dato vom Massentourismus verschont geblieben sind.

 

Das Land Venezuela

Flagge Venezuelas

 

Das Land kann in vier Regionen, die Anden, die Orinoco-Ebenen im Zentrum, das Hochland von Guyana und die Maracaibo-Tiefländer, eingeteilt werden. Die Hauptstadt des Landes ist Caracas mit etwa 3,3 Millionen Einwohnern im eigentlichen Stadtbereich und etwa 4,5 Milonen in der Agglomeration (Stand 2011).

Caracas liegt im Norden Venezuelas in 760–920 m Höhe im Caracas-Tal, welches zum Küstengebirge (Cordillera de la Costa) Venezuelas gehört. Das Tal ist durch den über 2000 m hohen Ávila-Gebirgszug vom etwa 10 km Luftlinie vom Stadtzentrum entfernten karibischen Meer getrennt. Der See- und Flughafen von Caracas liegen in den Küstenorten La Guairaund Maiquetía. Das Klima ist tropisch mit einer mittleren Jahrestemperatur von 22,5 °C und jährlichen Niederschlägen zwischen 900 und 1300 mm.

Caracas ist das Finanzzentrum und Industriezentrum Venezuelas. Die bedeutendsten Industriezweige von Caracas sind die Textil-, die Leder-, die Maschinen-, Automobil- und die Metallindustrie. Die chemische Industrie, die Nahrungsmittelindustrie, sowie das internationale Netz von Erdölraffinerien von Petroleos de Venezuela spielen eine ebenfalls große politische und wirtschaftliche Rolle. Caracas ist Sitz der einzigen Börse des Landes, der Bolsa de Valores de Caracas.

Staatsrecht

Nach der am 30. 12. 1999 in Kraft getretenen Verfassung ist Venezuela eine präsidiale Bundesrepublik. Staatsoberhaupt, oberster Inhaber der Exekutive (Regierungschef) und Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist der Präsident (auf 6 Jahre direkt gewählt; einmalige unmittelbare Wiederwahl möglich). Er ernennt und entlässt die Mitglieder der Regierung, bestimmt die Richtlinien der Politik und kann Gesetze sowie die Verfassung außer Kraft setzen. Die Legislative liegt beim Einkammerparlament (Nationalversammlung, 167 Abgeordnete, für 5 Jahre gewählt). – Einflussreichste Parteien und Bündnisse: Movimiento V República (MVR), Bloque del Cambio (linkes Mehrparteienbündnis, dem u. a. Por la Democracia Social [PODEMOS], Patria para Todos [PPT], Partido Communista de Venezuela [PCV] und Unión de Vencedores Electorales [UVE] angehören). Wichtig sind auch Acción Democrática (AD), Causa Radical (CR), Partido Demócrata Cristiano COPEI (PDC COPEI) und Primero Justicia (PJ).

Landesnatur

Venezuela erstreckt sich vom Tiefland des Maracaibobeckens (mit dem Maracaibosee) im Nordwesten über die Kordillere von Mérida (im Pico Bolívar 5.007 m über dem Meeresspiegel), die sich als Doppelstrang in der karibischen Küstenkordillere (bis 2 765 m über dem Meeresspiegel) fortsetzt, über das Tiefland des Orinoco mit seinen Überschwemmungssavannen (Llanos) bis zum Bergland von Guayana im Südosten. Im äußersten Süden hat Venezuela Anteil am Amazonastiefland. Das tropische Klima bringt hohe Temperaturen (in den Höhenlagen gemildert) und, besonders an den Hängen der Kordilleren (mit Ausnahme der Nordküste) und im Bergland von Guayana, hohe Niederschläge im Sommer.

Bevölkerung

Die meisten Bewohner Venezuelas sind Mischlinge, v. a. Mestizen (rund 70 %). Die knapp 10 % Schwarzen leben v. a. im karibischen Küstengebiet. Der Anteil der Weißen (etwa 20 %) hat seit 1945 durch starke Einwanderung, besonders von Spaniern und Italienern, zugenommen. Nur wenige Indianer, die 38 Ethnien angehören, leben noch im äußersten Nordwesten, im Orinocodelta und im Bergland von Guayana. Hauptsiedlungsgebiete sind die Gebirge im Nordwesten und ihre Randzonen. Der durchschnittliche jährliche Bevölkerungszuwachs (1,9 %) liegt über dem Durchschnitt Lateinamerikas. – Rund 95 % der Bevölkerung sind Christen (ganz überwiegend [rund 90 %] Katholiken). Nichtchristliche Religionsgemeinschaften bilden die Bahais (rund 140 000), Muslime (rund 80 000) und Juden (rund 22 000). Eine religiöse Besonderheit bildet die in Venezuela entstandene afroamerikanische Religion Maria Lionza. – Es besteht eine neunjährige allgemeine Schulpflicht ab dem 6. Lebensjahr; dieser vorgeschaltet ist eine einjährige obligatorische Vorschule. Die Alphabetisierungsrate liegt bei 93 % (2002). Es gibt über 140 Hochschuleinrichtungen (darunter 35 Universitäten); älteste Universität ist die Universidad Central de Venezuela (gegründet 1721) in Caracas.

Wirtschaft

Wirtschaftsbasis des ehemals agrarisch ausgerichteten Staates ist das Erdöl. Die 1976 verstaatlichte Erdölindustrie erbrachte bis Mitte der 1980er-Jahre 60–80 % der Staatseinnahmen und 90–95 % der Exporterlöse. Der Hauptteil der Erdölförderung stammt aus dem Maracaibobecken. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die Lagerstätten des Orinocogebietes, in dem sich auch bedeutende Ölsandvorkommen befinden. Rasch wachsende wirtschaftliche Bedeutung erlangt die Erdgasförderung. Trotz nachhaltiger Bemühungen um eine Diversifizierung der Exporte werden diese auch weiterhin vom außerordentlich hohen Anteil von Erdöl und Erdgas (rund 80 %) bestimmt. Ein weiteres Bergbauprodukt ist Eisenerz (über 60 % Fe-Gehalt; Förderzentrum Cerro Bolívar), das überwiegend exportiert wird (v. a. in die USA). Eisenerzbergbau und Eisen schaffende Industrie wurden 1975 verstaatlicht, in den 1990er-Jahren ist jedoch eine Privatisierung staatlicher Betriebe eingeleitet worden. Weiterhin werden Manganerz, Gold, Diamanten und Bauxit gewonnen. Venezuela verfügt außerdem über Vorkommen an Nickel, Kupfer-, Blei- und Zinkerzen.

Wirtschaftliche Schlüsselbranchen sind neben der Erdölindustrie (Erdölraffination) die Aluminiumverarbeitung sowie die Eisen-, Stahl- und Gießereiindustrie. Weitere bedeutende Zweige sind die petrochemische und Nahrungsmittelindustrie sowie das Textilgewerbe. Die Elektroenergieerzeugung erfolgt zum größten Teil durch das Wasserkraftwerk Guri (10 300 MW) am Río Caroni. Nur knapp 25 % der Gesamtfläche werden landwirtschaftlich genutzt: rund 3,4 Mio. ha als Ackerland (einschließlich Dauerkulturen), 18,2 Mio. ha als Weideland. Hauptanbauprodukte sind Mais, Reis, Baumwolle, Zuckerrohr, Bohnen, Sorghumhirse, Maniok und Sesam. Bananen, Ananas, Orangen u. a. Früchte werden in großen Mengen geerntet. Der Kaffee, an den Kordillerenhängen angebaut, bildete bis 1925 das wichtigste Exportprodukt. Haupthandelspartner sind die USA, Kolumbien, Mexiko, Brasilien, Ecuador und Deutschland.

Verkehr

Das Land wird von einem weitmaschigen Straßennetz durchzogen (etwa 96 000 km, davon sind rund 32 000 km geteert). Autobahnen verbinden die Großstädte Caracas und Valencia miteinander und mit ihren Häfen La Guaira und Puerto Cabello. Der Eisenbahnverkehr spielt sowohl beim Personen- als auch beim Frachttransport eine untergeordnete Rolle. Das Eisenbahnnetz umfasst lediglich knapp 700 km. Bedeutendste Binnenschifffahrtswege sind der Kanal von Maracaibo, der zu den Erdölfeldern am Maracaibosee führt, sowie der Orinoco. Der Hafen Puerto Ordaz wurde für den Abtransport von Eisenerz ausgebaut. Wichtigste Seehäfen sind La Guaira, Puerto Cabello und Maracaibo (Erdölexport). Der binnenländische Flugverkehr ist gut ausgebaut. Wichtigster internationaler Flughafen ist »Simón Bolívar« nahe Caracas.

Geschichte

Das Gebiet von Venezuela, obwohl schon sehr lange besiedelt (älteste Keramik um 2500 v. Chr.), gehörte keiner der großen altamerikanischen Kulturen an, die engsten Beziehungen hatte es zum karibischen Raum. Kolumbus entdeckte die Küste auf seiner dritten Reise (1498), Alonso de Hojeda (* um 1473, †1515 oder 1516) gelangte 1499 zum Golf von Maracaibo und gab – nach den indianischen Pfahlbauten – dem Land den Namen Venezuela (»Klein-Venedig«). Die Welser erhielten 1528 von Kaiser Karl V. das Recht zur Kolonisation. Gegensätze zwischen ihnen und den Spaniern brachten Venezuela wieder an die spanische Krone. 1577 wurde Caracas (gegründet 1567) Sitz eines Gouverneurs, 1777 wurde das Generalkapitanat Venezuela geschaffen. Die Loslösung von der spanischen Herrschaft begann, nach vergeblichen Versuchen 1797 und 1806, mit der Revolution in Caracas 1810 unter der Führung S. Bolívars. Am 5. 7. 1811 wurde die Unabhängigkeit erklärt, die erst nach wechselvollen Kämpfen 1821 Realität war.

Seit 1819 gehörte Venezuela zu der von Bolívar gegründeten Republik Groß-Kolumbien, nach deren Zerfall 1829/30 wurde es selbstständig. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein prägten aber Bürgerkrieg und Diktaturen das Land. Seit den 1920er-Jahren profitierte Venezuela von seinen Erdölvorkommen und entwickelte sich auf dieser Grundlage zu einem der modernsten lateinamerikanischen Staaten. Im Zweiten Weltkrieg entstanden neue politische Parteien, die sich den drängenden sozialen Fragen zuwandten (z. B. 1941 die Acción Democrática, AD). Die AD, 1945–48 erstmals an der Macht, wurde nach dem Putsch des Militärs gegen Präsident R. Gallegos (gewählt 1947) verboten, aber nach dem Sturz des Diktators Marcos Pérez Jiménez (1958) war sie erneut die stärkste politische Kraft.

Erster verfassungmäßiger Präsidentenwechsel

 

1964 erlebte Venezuela den ersten verfassungsmäßigen Präsidentenwechsel. Soziale Unruhen konnten beigelegt werden, auch gelang die Eindämmung der Guerillabewegung, deren Aktivitäten 1962–65 ihren Höhepunkt erreicht hatten. 1968–83 wechselten AD und die christlich-soziale COPEI in der Regierungsverantwortung einander ab; die Wahlen 1983 (Jaime Lusinchi) und 1988 gewann die AD. Im Februar 1989 wurde Carlos Andrés Pérez zum zweiten Mal (erstmals 1973–78) ins Amt des Präsidenten gewählt. Sein Programm zur Sanierung der Staatsfinanzen zeigte zwar 1990 erste Erfolge, doch kam es immer wieder zu Massenprotesten gegen die rigorose Wirtschaftspolitik, im Februar 1992 zu einem (gescheiterten) Militärputsch von H. Chávez Frías. Im August 1993 wurde Pérez wegen des Vorwurfs der Unterschlagung öffentlicher Gelder durch das Parlament abgesetzt. Die Wahlen im Dezember 1993 gewann der parteilose Rafael Caldera als Kandidat eines linksgerichteten Parteienbündnisses.

Seine Regierung suchte der sich verschärfenden Wirtschaftskrise mit Programmen zur Reduzierung des Haushaltsdefizits (u. a. Privatisierung des Erdölsektors sowie anderer Staatsbetriebe) zu begegnen. Die Präsidentschaftswahl im Dezember 1998 gewann Chávez Frías mit einem populistischen Programm. Seine Pläne zum Umbau von Staat und Gesellschaft leitete er ein mit der Wahl einer verfassunggebenden Versammlung (Juli 1999), in der seine Anhänger eine breite Mehrheit erlangten; die neue Verfassung, welche die Stellung des Präsidenten stärkt, wurde im Dezember 1999 durch Referendum angenommen, die danach angesetzten erneuten Präsidentschaftswahlen bestätigten Chávez Frías im Juli 2000 mit großer Mehrheit. Populistische Aktionen (Plan »Bolívar 2000«), zum Teil umstrittene Eingriffe in die Arbeit von Parlament, Justiz und Medien sollen der Erneuerung des Landes dienen. Nach teilweise blutigen Massenprotesten wurde Präsident Chávez Frías im April 2002 abgesetzt, die Macht übernahm kurzzeitig P. Carmona Estanga.

Chavez kommt an die Macht

 

Nach zwei Tagen Arrest übernahm jedoch Chávez Frías wieder das Präsidentenamt. Mitte Oktober 2002 begannen Massenproteste, bei denen vor dem Hintergrund der schweren Wirtschaftskrise des Landes der Rücktritt von Präsident Chávez Frías und Neuwahlen gefordert wurden. Anfang Dezember 2002 weiteten sich diese zu einem Generalstreik aus, der v. a. die Erdölindustrie des Landes traf. Der Streik wurde zwar Anfang Februar 2003 beendet, doch hielten die Protestmaßnahmen der Opposition weiterhin an. Im Mai 2003 verständigten sich Regierung und Opposition über ein Referendum zu vorgezogenen Neuwahlen, das im August 2004 stattfand und klar scheiterte. Der im Amt bestätigte Präsident Chávez Frías kündigte den Fortgang seiner »bolivarischen Revolution« an, während die oppositionelle CD (Coordinadora Democrática), die das Referendum eingereicht hatte, ihm Wahlbetrug vorwarf, der von internationalen Beobachtern jedoch nicht bestätigt wurde. Rhetorischer Antiimperialismus und die durchaus tragfähige Achse Havanna–Caracas machen Chávez zum Idol der Linken Lateinamerikas.

Präsident lebt seinen Chavinismus

 

Dennoch ist der Chavismus nur bedingt exportfähig, weil er wesentlich auf einer erdölfinanzierten Entwicklung beruht. Im April 2006 verließ Venezuela die Andengemeinschaft (aus Protest gegen Freihandelsabkommen, die die einzelnen Mitgliedsstaaten mit den USA vereinbarten) und trat im Juli desselben Jahres dem Mercosur bei, dem es bereits seit 2004 als assoziiertes Mitglied angehört; der Anpassungsprozess soll bis etwa 2014 abgeschlossen sein. Die Präsidentschaftswahlen am 3. 12. 2006 gewann Chávez mit deutlicher Mehrheit. Zu Beginn seiner 3 Amtszeit ließ sich Chávez vom Nationalkongress in einer Art Ermächtigungsgesetz für 18 Monate mit Sondervollmachten ausstatten, die es ihm erlauben, mit Dekreten ohne Mitwirkung des Parlaments zu regieren. Zur Verwirklichung der “bolivarischen Revolution” zur Umwandlung Venezuelas in eine sozialistische Republik strebte er eine Verfassungsreform an, mit der u. a. die Macht des Präsidenten ausgeweitet (Möglichkeit der unbeschränkten Wiederwahl), die Autonomie der Zentralbank aufgehoben und das Militär umbenannt werden sollte. In einem am 2. 12. 2007 abgehaltenen Referendum wurde die neue Verfassung mit knapper Mehrheit (51%) abgelehnt. Im Vorfeld der Wahl hatte der ehemalige Verteidigungsminister Raúl Baduel, ein Unterstützer des Präsidenten beim Putsch 2002, die neue Verfassung als “Staatsstreich” abgelehnt.

Im September 2010 fanden die Wahlen für die Nationalversammlung statt. Die PSUV und die PCV erhielten 98 Sitze mit einem Stimmenanteil von 48,13 %, der Tisch der demokratischen Einheit (Mesa de la Unidad) erzielte 65 Sitze bei einem Stimmenanteil von 47,22 % und Patria Para Todos bekam 2 Sitze für 3,14 % der Stimmen. Später erklärte Patria Para Todos, dass sie ein Teil der MUD sein würden. Kurz bevor die alte Nationalversammlung austrat, verabschiedete sie ein Ermächtigungsgesetz für Chávez, die dem Präsidenten 18 Monate lang erlaubte, Sondergesetze ohne parlamentarische Zustimmung zu verabschieden.

Am 7. Oktober 2012 wurde Hugo Chávez zum dritten Mal als Präsident wiedergewählt und blieb dies bis zu seinem Tod am 5. März 2013. Danach übernahm Vizepräsident Nicolás Maduro als stellvertretendes Staatsoberhaupt die Amtsgeschäfte des Präsidenten, obwohl eine Entscheidung des Verfassungsgerichts darüber, ob nicht stattdessen Diosdado Cabello die Aufgabe als stellvertretenden Staatsoberhauptes zusteht, noch ausstand.

Ära Chavez geht zu Ende

Nach dem Tod von Hugo Chávez am 5. März 2013 kam es am 14. April 2013 zu Neuwahlen, die Nicolás Maduro mit 50,78 % gewann.

Seit dem 12. Februar 2014 wird Venezuela von einer Protestwelle gegen Staatschef Nicolás Maduro erschüttert. Bislang sind nach offiziellen Angaben mindestens 42 Menschen sowohl auf Seiten der Regierungsgegner als auch auf Seiten ihrer Anhänger ums Leben gekommen. Mindestens 785 Menschen wurden verletzt. Zudem gab es rund 2.200 Verhaftete, darunter 58 Ausländer, unter dem Vorwurf, Unruhen im Land zu schüren. Grund für die Proteste seien eine hohe Inflation, eine verbreitete Korruption sowie die hohe Kriminalität im Land. Der Präsident bezeichnet die Proteste als versuchten Staatsstreich.

Am 5. März 2014 brach Venezuela die diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Panama ab. Präsident Maduro warf dem Land Konspiration mit den USA gegen Venezuela vor. Ursache war eine durch Panama beantragte Sondersitzung der Organisation Amerikanischer Staaten wegen der andauernden Unruhen in Venezuela.

Klima und Wetterbedingungen

Venezuela liegt zwar in der tropischen Klimazone, allerdings gibt es abhängig von der jeweiligen Höhenlage und auch den Winden sämtliche Klimatypen, die von tropisch feucht bis hin zu alpinem Klima reichen. In weiten Teilen des Landes gibt es auch von Mai bis November eine Regenzeit. Die Durchschnittstemperaturen, das ganze Jahr über, liegen zwischen 26 und 28 Grad Celsius.

Sehenswürdigkeiten des Landes

 

Merida

Los Roques

Los Roques

Auch Sehenswürdigkeiten gibt es einige im Land zu entdecken. Abenteuerurlauber werden besonders in Merida auf ihre Kosten kommen.

Hier gibt es unter anderem das längste Kabelbahnnetz der Welt.

Zudem besteht die Möglichkeit zum Gleitschirmfliegen, Mountainbiking, Wildwasserrafting und auch zum Kanufahren und Wandern.

Santuario Nacional ist ein wichtiger Ort für Pilger, da es hier 1652 eine Erscheinung eines Schutzheiligen gegeben haben soll.

Los Roques ist eine Gruppe bestehend aus 300 erleuchteten Inseln und auch Sandbänken, die sich im Meer nördlich vor Caracas befindet. Allerdings wurde hier auf den Bau von Hotelanlagen und den damit verbundenen Massentourismus verzichtet.

Wasserfall Salto Angel

salto angel

Salto Angel

 

Die wohl mit Abstand größte TouristenattraktionVenezuelas ist der Salto Angel.

Das ist mit seinen 979 Metern der höchste Wasserfall weltweit.

Es kann ein 807 Meter hoher Fall des Wassers von unten eindrucksvoll beobachtet werden.

Mit seiner Größe ist der Wasserfall zudem auch 16 mal so groß wie der bei den Niagarafällen.

Die Attraktion ist mitten in der Wildnis und abseits sämtlicher Straßen zu finden.

Es besteht die Möglichkeit einer abenteuerlichen Übernachtung in Hängematten am Fuße der Wasserfälle.

Dies ist zu empfehlen für Touristen, die sich mit dem Boot den Fällen nähern.

Die Hauptstadt Caracas

Caracas

Caracas

Das Stadtbild der Hauptstadt Venezuelas ist gezeichnet von einigen modern anmutenden Bauten, wie etwa die auf dem Foto erkennbaren Wolkenkratzer, aber auch die Armut im Land kann hier in der Stadt erkundet werden.Teile der Stadt sind wie auch in anderen südamerikanischen Ländern von Armut gesäugt.

In der Stadt Caracas gibt es aber auch einige empfehlenswerte Theater, Museen, Geschäfte und Nachtclubs.

Das Leben des Landes spielt sich auch vor allem in der Hauptstadt ab, es finden sich die wichtigen Firmensitze alle in Caracas.

Natürlich ist auch das Landleben wichtig, die Produktion von Lebensmitteln liegt dort, Caracas hängt wie so viele große Städte am Tropf der am Land lebenden Erzeuger.

Roraima

Sehr imposant anzusehen ist auch Roraima. Das ist ein 2.810 Meter hohes Sandsteinplateau. Ein Besuch ist besonders empfehlenswert für Naturliebhaber und Wanderer. Eine gewisse Sportlichkeit sollte jedoch vorhanden sein, weil ein Aufstieg zur Spitze ca. 12 Stunden in Anspruch nimmt.

Amazonas-Dschungel

Auch der Dschungel des Amazonas kann in Venezuela kennen gelernt werden. Hier sind immer noch einige Indianerstämme zuhause. In der Stadt Puerto Ayacucho werden auch diverse Touren in den Dschungel angeboten.

 

Quellliteratur: Beiträge zur Landeskunde Venezuelas, hg. v. C. Borcherdt; Strukturanpassung u. Demokratie – die Quadratur des Kreises? Das Beispiel Venezuela, hg. v. S. Kurtenbach; D. Kaiser u. O. Gordones: Venezuela; Die bolivarische Republik, hg. v. R. Sevilla; Venezuela unter Chávez – Aufbruch oder Niedergang?, hg. v. O. Diehl u. W. Muno, besonderer Dank geht an Wikipedia.org