La Paz – mehr als nur Regierungssitz

La Paz, Bolivien

Bild: “La Paz” im Talkessel mit den umliegenden Bergen

Die der Anzahl nach meisten Sehenswürdigkeiten Boliviens gibt es in und um die inoffizielle Hauptstadt La Paz. Hier findet sich der internationale Flughafen, der in der Nähe des zweithöchsten Berges im Land liegt. Bereits bei der Fahrt vom Flughafen in die ehemalige Vorstadt El Alto, welche etwa 900 Meter höher liegt, kann man eine der schönsten Aussichten des Landes erhalten.

Auch wegen der guten Fluganbindung bieten sich Expeditionen in das Land von La Paz aus an. In der Stadt selbst ist die vom Westen geprägte Architektur zu erkennen und es gibt auch noch Gebäude aus der spanischen Kolonialzeit zu bestaunen.

Die Infrastruktur der Stadt La Paz ist sehr gut ausgebaut. Besonders zu empfehlen sind eine Besichtigung der San Francisco Kirche und ein Besuch der zahlreichen Museen wie beispielsweise dem Kunst- oder dem Goldmuseum.

In La Paz findet sich ein Hexenmarkt, in dem es rituelle Dinge zu kaufen gibt. Neben vielen Wässerchen – etwa um die immer noch geliebte Ex-Freundin wieder zu bekommen – finden sich zum Beispiel getrocknete Lama-Föten, Tierschädel wie aus dem besten Museum oder Schlangengifte, die Heilung versprechen. Amulette sollen den Träger und seine Familie vor Unheil beschützen und viele irre Sachen mehr. Der Mercado de las Brujas ist sicher in seiner Art eines der Outstanding Highlights auf einer Bolivien-Tour, das findet man sonst nirgends.

Nur 10km südöstlich von La Paz liegt die Valle de la Luna. Das Mondtal besteht aus tausenden Felsen, Felsspalten, Erdhügeln und kraterähnlichen Formationen. Die Türme und Pyramiden sind graubraun bis rötlich und fast ohne Bewuchs. Ein Fussweg leitet den Besucher durch die eindrucksvolle Mondlandschaft.
In 50km Entfernung von La Paz beginnt der Cotapata-Nationalpark, der auch per Bike gut zu erkunden ist, perfekt kombinierbar mit einem Trip auf der Yungas Road.

Das zuckersüße Sucre

Sucre-Bolivien

Sucre – Die Hauptstadt Boliviens

Die Altstadt von Sucre, der offiziellen Hauptstadt Boliviens, zählt zum Weltkulturerbe der UNESCO. In der Stadt selbst kann der Besucher viel über den Weg zur Unabhängigkeit Boliviens erfahren, aber auch Gebäude und Denkmäler, Kirchen und Sakralbauten mitten in einer kargen Landschaft erkunden. Hier stechen die aus dem 16. Jahrhundert stammenden und sehr gut erhaltenen Kirchen San Lazaro und San Francisco heraus. Ebenso geschichtsträchtig ist die Casa de la Libertad, in dem 1825 Boliviens Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet wurde.

Vom Aussichtspunkt Mirador, der sich gegenüber von Recoleta befindet, haben Sie einen grandiosen Ausblick über die ganze Stadt. Gleich nebenan finden sich die Sonnenuhr und der antike Stadtplatz, an dem Sucre gegründet wurde. Warum nun Zuckerstadt? Im Französischen bedeutet der Name “Sucre” Zucker, und es gibt auch einige mondäne weisse Gebäude, wie in fast jeder älteren Stadt Südamerikas. Aber der Name wurde der Stadt im Rahmen des Unabhängigkeitskrieges von Spanien zu Ehren des revolutionären Führers und Freiheitskämpfers Antonio José de Sucre angedient.

Die abwechslungsreiche Region Potosi

Sehenswuerdigkeit ToroToro Bolivien

Herrlicher Ausblick im ToroToro NP

Ein weiterer Punkt der interessierte Reisende in Bolivien anzieht ist die Stadt Potosi. Sie ist bekannt für die Silbergewinnung in der Kolonialzeit. Eine Erkundung der noch aktiven Mine im Cerro Rico gilt als beeindruckend. Es gibt hier zudem einige interessante Kirchengebäude und auch ein Ausflug in die Umgebung hat seine Reize. Sehr zu empfehlen ist ein Besuch des nahe gelegenen Thermalbades. Wer das Besondere sucht, der sollte sich aufmachen zur Lagune Colorado. Der in einem Nationalpark auf fast 4.300m liegende See beeindruckt durch seine Rot-Stiche und ist zudem Treffpunkt verschiedener Flamingo-Arten. Erreichbar ist die Lagune per Jeep-Touren aus Uyuni, Tupiza oder San Pedro de Atacama. Im gleichen Park befindet sich die Laguna Verde, am Fuß des Vulkans Licancabur auf 4.329 m gelegen, besticht sie durch ihre grüne Färbung, die durch verschiedene Mineralien erzeugt wird. Ebenfalls durch Mineralieneinschwemmung bekam die 10,9 qkm umfassende, nahe gelegene Laguna Blanca (Weißer See) ihren Namen.

Etwas weiter südwestlich auf dem Weg Richtung Salar de Chalviri kommen Sie zum Geothermalgebiet Sol de Mañana mit aktiven Geysiren, kochenden Schlammlöchern und Fumarolen. Die nahe gelegen Salavdor-Dahli Wüste hat verschiedenfarbige Sandformationen und Felsformationen zu bieten. Um den Nationalpark ToroToro zu erkunden, sollte man gut zu Fuss sein. Mit dem Bus sind es etwa vier Fahrstunden von Chontabamba aus zum Parkeingang. Hier heißt es kilometerlange Strecken auf über 3.700m Höhe zu bewältigen. Belohnt wird der Besucher mit dem Anblick frei fliegender Kondore, Dinosaurier-Fussstapfen, blinden Fischen und einer oft bizarren, sehr eindrucksvollen Landschaft. Zehn Kilometer östlich des Ortes ToroToro findet sich die Cueva de Umajalanta, die wohl größte Tropfsteinhöhle Südamerikas. Die beste Reisezeit für Bolivien sind die Monate Mai bis September, auf der südlichen Halbkugel entspricht das der Winterzeit.

Unendliche Salzwüste Uyuni

Salzwueste Uyuni

Salzwüste Uyuni

Die eindrucksvolle Salzwüste befindet sich auf 3.650 Metern. Sie weist eine Fläche von 12.000 Quadratkilometern auf und ist damit der größte Salzsee der Welt. Die Salzmenge des Salar de Uyuni wird auf ungefähr zehn Milliarden Tonnen geschätz, ebenso spektakulär wie der Umstand, dass sich hier das weltweit größte Lithiumvorkommen findet. Jährlich werden davon etwa 25.000 Tonnen abgebaut. In dem See, etwa 80 Kilometer von Uyuni entfernt, liegt die Insel Incahuasi mit vielen meterhohen und teilweise mehr als 1.200 Jahre alten Säulenkakteen. Auch versteinerte Algen sind zu sehen. Unendlich scheint die Wüste. wenn man sie das erste mal an einer der typischen Einfallrouten betritt.

Eine Übernachtung in einem komplett aus Salz bestehendem Salzhotel ist ein weiteres unvergessliches Highlight auf einer Bolivien-Tour. Etwas südlich von Uyuni findet sich ein Freiluft-Eisenbahnfriedhof “Cementerio de Trenes” mit zum Teil über hundert Jahre alten Zügen, die dank des quasi nicht vorhandenen Regens sehr langsam vor sich hin rosten. Nahe des Vulkans Tunupa befindet sich eine Grotte mit 3.000 Jahre alten Mumien.

Der inselreiche Titicacasee

Titicaca See

Lago Titicaca

Aus landschaftlicher Sicht ist sicher auch der Titicacasee, oder auch Lago de Titicaca, atemberaubend. 15 mal so groß wie der Bodensee und nach dem Maracaibo der zweitgrößte See Südamerikas. Er befindet sich nicht nur in Peru, sondern zu einem Teil auch auf bolivianischem Boden. Das Städtchen Copacabana ist ein wichtiger Wallfahrtsort in Bolivien und liegt hier am Titicaca Lake. Es lohnt sich zudem, die 150 Höhenmeter auf den Aussichtspunkt am Cerro Calvario zu erklimmen. Bootstouren auf dem Titikaka-See führen Sie an Ausflugsziele wie die Isla del Sol und die Isla de la Luna.

Auf der Isla del Sol leben etwa 2.000 Menschen. In Yumani findet man den Inkatempel, die Inkatreppe und den Inkabrunnen. In Cha’llapampa lohnt ein Besuch des Goldmuseums und das Labyrinth des Inka. Etwas außerhalb, zwischen Cha’llapampa und Cha’lla befinden sich die Ruinen und die Roca Sagrada, der die Form eines Pumas widerspiegelt. An der sehr schönen Bucht mit weißem Sandstrand fühlt man sich in die Karibik versetzt, wenn auch die Temperaturen zum Baden etwas niedrig sind, kann man hier die Seele baumeln lassen und mal alle Viere von sich strecken.

In der Mythologie der Inka soll der Sonnengott Inti seine Kinder, den ersten Inka Manco Cápac und seine Frau Mama Ocllo, auf einem Felsen der Isla del Sol zur Erde gelassen haben. Somit spielte die Isla del Sol in der Mythologie der Inka eine sehr wichtige Rolle.

Christus wirkt in Cochabamba

Christus in CochabambaCochabamba liegt 220 Kilometer entfernt von La Paz in 2.500 m Höhe im fruchtbaren Cochabamba-Tal, umgeben von mehr als 5.000 m hohen Bergen. Zu den Top Attraktionen und Wahrzeichen der Stadt zählt die 34,2 Meter hohe Christus Statue Cristo de la Concordia auf dem Cerro de San Pedro, die mit Sockel 40 Meter misst und damit sogar zwei Meter höher als ihr berühmtes Vorbild auf dem Corcovado in Rio de Janeiro ist.

Eine Seilbahn führt auf den Berg mit seinem beeindruckenden Panoramablick auf die Umgebung, unbedingt ansehen. Der grösste Strassenmarkt Südamerikas ist hier südlich des Stadtzentrums zuhause: La Cancha erstreckt sich über zahlreiche Straßenzüge und Plätze und ist tagtäglich geöffnet. Höhepunkt des religiösen und kulturellen Lebens ist die Mitte August stattfindende Fiesta de la Virgen de Urkupiña, eine viertägige Feier zu Ehren der Schutzpatronin Cochabambas.

Yungas Road – Die Todesstrecke von La Paz

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Todesstrecke bei La Paz

Dieses Highlight Boliviens ist nichts für schwache Nerven: La Ruta de la Muerte. Auf der Strecke von La Paz ins tropische Los Yungas werden nicht nur 3.600 Höhenmeter in nur 64km zurückgelegt, es muss auch mit Nebel, schwersten Regenfällen und gefährlichen Erdrutschen gerechnet werden. Dann wird die matschige Piste, auf der auch keine Leitplanken zu finden sind, zur Höllentour. Zudem ist die Straße an vielen Stellen nur drei Meter breit. Paraguayische Zwangsarbeiter haben den überwiegenden Teil der Strecke in den 1930er Jahren erstellt. Eine Auto- oder Bustour auf dieser Strecke ist buchbar, doch kann man dies wegen der genannten Gefahren nicht empfehlen. Mittlerweile wird die Death Street vornehmlich von Mountainbikern genutzt, die ihren Sport dort ausleben können. Neben den  Downhill-Radfahrern finden sich auch Motorräder, die üblicherweise die Strecke von unten aufwärts befahren, auf der Hangseite ist die Route leichter kontrollierbar. Eine Besonderheit gilt nur hier in Bolivien: Linksverkehr. Wer von unten kommt und Richtung La Paz will, hat Vorfahrt. Im Jahr 2011 wurden hier 114 Unfälle gezählt, bei 42 Toten.

Sehenswürdigkeiten rund um Santa Cruz de la Sierra

Sehenswerte Wasserfaelle Samaipata

Wasserfall in Samaipata

Die Stadt Santa Cruz selbst hat im Zentrum eine imposante Kathedrale mit dem Namen Basílica Menor de San Lorenzo zu bieten, in der die Holzvertäfelung an der Decke seines Gleichen sucht. Der Plaza 24 de Septiembre schließt hier an und bietet mit seinem altwerten Baumbestand Schutz vor der oft starken Sonneneinstrahlung. Hier kann man die schönsten Mädchen Boliviens vorbei schlendern sehen, so sagt man das zumindest auch im Nachbarland Argentinien.
Das 24ha große Biocentro Güembe liegt etwas außerhalb von Santa Cruz, in 15 Minuten per Taxi zu erreichen. In riesigen Freigehegen erleben Sie die ganze Welt der heimischen Tiere, einzigartig das größte Schmetterlingsgehege der Welt. Die wohl spektakulärste Attraktion die Santa Cruz zu bieten hat liegt in Samaipata, einem kleinen Ort etwa 2 Stunden Fahrzeit südwestlich von Santa Cruz. Dort kann man in tropischen Wasserfällen baden, die Inka Opferstätte „El Fuerte“ besichtigen oder in einem Wald aus riesigen prähistorischen Farmen spazieren.

Inka – Abenteuer: Ausgrabungen in Tiahuanaco

El Fraile - sehenswuerdige Statue in Tiahuanaco

El Fraile

Tiahuanaco ist eine bedeutende Ruinenstätte einer Prä-Inka-Kultur nahe Tiawanacu und liegt knapp 4.000 m über dem Meeresspiegel, 70 km westlich von La Paz. Die Ruinen von Tiahuanaco zählen zu den wichtigsten archäologischen Stätten in Bolivien und gehören zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Bedeutung des Begriffes ist sinngemäß „Setz Dich nieder, kleines Lama“. Die bekanntesten Sehenswürdigkeiten hier sind das Sonnentor und die Mönch-Statue el Fraile.

Bis heute wurde nur ein kleiner Bereich der Gesamtfläche der einstigen Stadt freigelegt, sodass hier noch vieles zu entdecken ist. Wenn Sie sich mit einer Schaufel bewaffnen und die Gegend durchgraben, können Sie vielleicht den ein oder anderen Inka-Schatz bergen. Wenige hundert Meter entfernt liegt das Ruinenfeld Puma Punku, dessen äußerst exakt behauene Monolithen zu einem unvollendeten Bauwerk der Aymara-Kultur gehören sollen.

Madidi – artenreichster Nationalpark Boliviens

Madidi-NP-sehenswerte Fauna und Flora

Der Nationalpark Madidi bietet eine riesige Artenvielfalt

Wir finden den 19.000 qkm großen Nationalpark Madidi im Departamento La Paz, etwa 200 km nördlich des Regierungssitzes zwischen der Anden-Kordillere und dem Amazonas. Besonderheit ist die einzige Bärenart Südamerikas, der Brillenbär (Andenbär) und der sonst nirgends auf der Erde zu findende Titi-Affe. Alleine 85 Prozent der Amphibienarten des Landes leben hier.

Am besten zu erreichen ist dieser Teil des Landes über die Stadt Rurrenabaque, von wo aus sich mehrtägige Dschungel-Besuche, auch mit Übernachtungen in klassischen Urwald-Lodges für wenig Geld, vor Ort buchen lassen.