Die größten Seen der Vereinigten Staaten finden Sie in diesem Artikel, der Mithilfe von Wikipedia entstand. Einige der Seen sind zwischen den beiden Ländern Kanada und USA angesiedelt.

Vorstellung der fünf Großen Seen

Die Großen Seen (englisch Great Lakes) sind eine Gruppe fünf zusammenhängender Süßwasserseen in Nordamerika. Diese beinhalten auch die größten Seen der USA:

Karte-grosse-seen-usa

Karte der “großen Seen” in den USA credit: U.S. Army Detroit

 

Zu den großen Seen gehören:

  • Eriesee (Lake Erie)
  • Huronsee (Lake Huron)
  • Michigansee (Lake Michigan)
  • Oberer See (Lake Superior)
  • Ontariosee (Lake Ontario)

Hydrologisch gesehen bilden Huron- und Michigansee zusammen nur einen See mit einer schmalen Stelle, der Mackinacstraße. Der maximale Höhenunterschied zwischen den einzelnen Seen liegt bei circa 150 Meter, den größten Teil davon bilden die Niagarafälle zwischen dem Erie- und dem Ontariosee. Aufgrund ihrer Größe sind auf den Großen Seen die Gezeiten bemerkbar, die Auswirkungen sind allerdings gering und werden von meteorologischen Effekten überdeckt. Der Michigansee liegt als einziger der Großen Seen vollständig in den USA, die anderen vier liegen entlang der kanadisch-US-amerikanischen Grenze. Durch den Sankt-Lorenz-Strom werden sie in den Atlantik entwässert.

Über 35.000 Binneninseln beziehungsweise Binnen-Inselgruppen befinden sich im Gebiet der Großen Seen. Im kanadischen Teil des Huronsees liegt beispielsweise Manitoulin Island, die mit 2.766 Quadratkilometern flächenmäßig größte Binnenseeinsel der Erde.

Die Großen Seen sind ein wichtiges Reservoir für die Wasserversorgung der USA und Kanadas. Mit etwa 245.000 Quadratkilometern bilden sie die größte Süßwasserfläche der Erde, wobei der Baikalsee die Großen Seen allerdings noch im Süßwasservolumen aufgrund seiner großen Tiefe übertrifft.

Durch die starke Besiedlung und Industrialisierung des Gebiets kam es jedoch zu einer immer höheren Schadstoffbelastung und zur Massenvermehrung von eingeschleppten Tier- und Pflanzenarten, wie etwa dem Meerneunauge, der Schwarzmund-Grundel und der Dreikantmuschel. Ein Wasserschutzabkommen wurde 1978 von den USA und Kanada vereinbart.

Über den Illinois Waterway besteht eine Schifffahrtsverbindung zum Mississippi River, über den Sankt-Lorenz-Seeweg zum Sankt-Lorenz-Strom und damit dem Atlantik. Aufgrund der besonderen Verhältnisse auf den Seen hat sich eine eigene Sorte Massengutschiff herausgebildet, das Große-Seen-Schiff.

 

Vergleich der Großen Seen

 

See Oberer See Huronsee Michigansee Eriesee Ontariosee
Höhe über
Meeresspiegel
183 m 176 m 176 m 174 m 75 m
Oberfläche 82.103 km²
Anteil USA 52.256 km²Anteil Kanada 29.847 km²
59.586 km²
Anteil USA 23.235 km²Anteil Kanada 36.351 km²
58.016 km²
Anteil USA 58.016 km²Anteil Kanada —km²
25.667 km²
Anteil USA 12.945 km²Anteil Kanada 12.722 km²
19.011 km²
Anteil USA 9.042 km²Anteil Kanada 9.969 km²
Wasservolumen 12.100 km³ 3.540 km³ 4.918 km³ 484 km³ 1.639 km³
Durchschnittliche
Tiefe
149 m 59 m 85 m 19 m 86 m
Maximale
Tiefe
406 m 229 m 282 m 64 m 244 m
Große
Siedlungen
Duluth
Sault Ste. Marie
Thunder Bay
Sarnia Chicago
Gary
Green Bay
Milwaukee
Buffalo
Cleveland
Erie
Toledo
Hamilton
Kingston
Oshawa
Rochester
Toronto

 

Sieger ist der Obere See

Oberer See

Nordflanke des Oberer See

 

Der Obere See (englisch Lake Superior) ist der größte der fünf Großen Seen Nordamerikas sowie das nach dem Kaspischen Meer flächenmäßig zweitgrößte Binnengewässer der Erde und damit der flächenmäßig größte Süßwassersee.

Durch den Oberen See verläuft die Grenze zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten. Sein Wasserspiegel liegt auf 184 m bei einer Gesamtfläche von 82.103 km² (entspricht etwa der Größe Österreichs). Seine größte Tiefe beträgt 406 m, vom nördlichsten Punkt bis zum südlichsten beträgt die Entfernung 290,2 km, die größte Ost-West-Ausdehnung beträgt 599,6 km.

Der Obere See grenzt im Norden an die Provinz Ontario in Kanada (kanadischer Seeanteil 29.847 km², amerikanischer Seeanteil 52.256 km²) und den US-Bundesstaat Minnesota, im Süden an die US-Bundesstaaten Wisconsin und Michigan. Die größte Insel im See ist die Isle Royale, von Süden ragt die Keweenaw-Halbinsel weit in den See hinein.

Der Obere See ist der Große See mit der besten Wasserqualität, da im Gegensatz zu den übrigen Seen an seinem Ufer nur wenige Industrieanlagen angesiedelt sind und er nicht von den anderen Seen gespeist wird.

Der See hat über 200 Zuflüsse. Die größten sind der Nipigon River, der Saint Louis River, der Pigeon River, der Pic River, der White River, der Michipicoten River und der Kaministiquia River.

Der Obere See fließt über den Saint Marys River in den Huronsee ab und ist damit Teil des Wasserweges der Großen Seen. Die Stromschnellen auf diesem Fluss erfordern Schleusen, die Soo Locks bei Sault Ste. Marie, damit Schiffe die acht Meter Höhenunterschied zum Huronsee überwinden können.

Der Obere See ist eine wichtige Transportroute für Eisenerz und andere Bergbauprodukte. Große Frachtschiffe, sogenannte Laker und kleinere seetüchtige Schiffe der Seawaymax-Klasse transportieren solche Güter auf dem Sankt-Lorenz-Seeweg.

Heutzutage spielt der Tourismus eine wichtige Rolle, das milde Klima macht das Gebiet im Sommer und Winter zu einem beliebten Ziel. Fischen, Bootfahren, Wandern, im Winter Skilanglauf und Schneemobilfahren sind die häufigsten Aktivitäten. Die Wasserqualität macht den See trotz der geringen Temperaturen zu einem attraktiven Tauchgebiet.

Der zweite Rang geht an den Huron See

Huron See

Die Bruce Peninsula am Huron See

 

Der Huronsee (englisch Lake Huron) gehört zur Gruppe der fünf Großen Seen Nordamerikas.

Durch ihn verläuft die Grenze der Vereinigten Staaten zu Kanada. Er grenzt an den US-Bundesstaat Michigan und an die kanadische Provinz Ontario.

Der Huronsee liegt auf 176 m Höhe, seine Fläche beträgt 59.586 Quadratkilometer, als maximale Wassertiefe wurden 229 Meter ermittelt. Der kanadische Seeanteil beträgt 36.351 km², der US-amerikanische beträgt 23.235 km².

Durch die Mackinacstraße ist der Huronsee mit dem Michigansee verbunden. Es handelt sich um keine Verbindung durch einen Fluss oder Strom, sondern um ein Gewässer ohne Gefälle. Daher kann der Huronsee zusammen mit dem Michigansee auch als ein See betrachtet werden.

Der Huronsee ist das zentrale Bindeglied der Großen Seen. Er ist mit dem Michigansee verbunden und erhält Zuflüsse aus dem Oberen See und mehreren in ihn mündenden Flüssen. Der Abfluss erfolgt durch den St. Clair River in Richtung Eriesee und weiter zum Ontariosee.

Der See ist nach dem indianischen Stammesverband der Wyandot (auch Huronen) benannt. Der See war auch namensgebend für die so genannte “Huronischen Vereisung”, deren Spuren man in seinen Gesteinsschichten gut erkennen kann.

Im Huronsee liegt Manitoulin, die weltweit größte Binnenseeinsel. Sie begrenzt nach Norden zusammen mit Drummond Island und Cockburn Island den sogenannten “North Channel”. Nach Osten umschließt sie zusammen mit der Bruce Peninsula die Georgian Bay.

Drittgrößter der Großen Seen: Der Michigansee

Michigansee-Dunes

Die Dünen des schlafenden Bären am Michigansee

 

Der Michigansee (engl. Lake Michigan) gehört zur Gruppe der fünf Großen Seen Nordamerikas. Er liegt 176 m hoch, hat eine Fläche von 58.016 km² und eine maximale Wassertiefe von 281 m (zum Vergleich: die Schweiz hat eine Fläche von 41.287 km²).

Seine Länge beträgt 494 km, seine Breite 190 km und das Ufer erstreckt sich über 2633 km. Als einziger der Großen Seen liegt er vollständig in den USA, er grenzt an die Bundesstaaten Indiana, Illinois, Wisconsin und Michigan.

Der Name Michigansee leitet sich wahrscheinlich von mishi-gami ab, was in der Sprache der Anishinabe-Indianer so viel wie großes Gewässer bedeutet. Der Name des Bundesstaates Michigan ist wiederum dem Namen des Sees entlehnt.

Durch die Mackinacstraße ist der Michigansee mit dem Huronsee verbunden. Hydrologisch handelt es sich bei Michigan- und Huronsee aber um einen einzigen See, die Mackinacstraße ist mit ca. 8 km Breite die engste Stelle. Dementsprechend gibt es dort auch kein Gefälle. Höhenunterschiede zwischen beiden Seen sind durch Gezeiten bedingt.

Die Strände von Nordmichigan sind die einzigen Strände weltweit, an denen man Petoskey-Steine finden kann. 1838 wurde begonnen, den Clinton-Kalamazoo-Kanal zum Lake St.Clair zu bauen, der jedoch nie fertiggestellt wurde. Am Ostufer des Sees befindet sich das Naturschutzgebiet Sleeping Bear Dunes. Am Ostufer befindet sich auch das Pumpspeicherkraftwerk Ludington.

Der Schifffahrtsverkehr auf dem Michigansee hat Tradition. Im 21. Jahrhundert findet der Verkehr hauptsächlich mit modernen Fähren und Frachtschifffahrt statt. Ein Oldtimer der Schifffahrt auf dem Michigansee ist die City of Milwaukee.

An vierter Stelle findet sich der Eriesee

Eriesee-mit-Park

Der Staatspark Preque Island am Eriesee

 

Der Eriesee ist der südlichste und viertgrößte der fünf Großen Seen Nordamerikas. Der Name leitet sich von den Erie-Indianern ab. Durch ihn verläuft die Grenze der Vereinigten Staaten zu Kanada.

Den Zufluss bildet der Detroit River. Über die Niagarafälle entwässert er in den Ontariosee. Der Eriekanal verbindet den See mit dem 580 Kilometer südlich gelegenen Hudson River.

Der See liegt auf durchschnittlich 174 m Höhe, seine Fläche beträgt 25.667 Quadratkilometer.

Er ist 388 km lang und bis zu 92 km breit, die Küstenlinie beträgt 1369 km. Der Eriesee ist der flachste der Großen Seen mit einer durchschnittlichen Wassertiefe von 19 m und einer Maximaltiefe von 64 m. Aufgrund seiner geringen Tiefe weist er auch die höchste Wassertemperatur auf. Das Einzugsgebiet umfasst eine Fläche von rund 58.790 km². Der kanadische Seeanteil beträgt 12.722 km² und der US-amerikanische Seeanteil beträgt 12.945 km².

Hauptzufluss des Eriesees ist der vom Huronsee und Lake St. Clair her kommende Detroit River. Weitere bedeutende Zuflüsse sind Grand River (Eriesee, Ohio), Grand River (Eriesee, Ontario), Huron River (Eriesee, Michigan), Huron River (Ohio), Maumee River, Sandusky River und Cuyahoga River. Über den Niagara River und die Niagarafälle entwässert er in den Ontariosee. Eine Schifffahrtsverbindung besteht über den Wellandkanal, der Teil des Sankt-Lorenz-Seewegs ist.

Der Eriesee bildet einen Teil der Grenze zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten. Im Norden liegt die kanadische Provinz Ontario, im Süden die US-Bundesstaaten Ohio, Pennsylvania und New York. Am Seeufer liegen die Städte Buffalo, Erie, Toledo und Cleveland. Im See liegen insgesamt 27 Inseln, von denen neun zu Ontario und die übrigen zu Ohio gehören. Middle Island ist der südlichste Punkt Kanadas, während der auf einer Halbinsel gelegene Point-Pelee-Nationalpark der südlichste Punkt des kanadischen Festlandes ist. Mit 42 km² Fläche ist die auf kanadischer Seite gelegene Pelee Island die größte Insel des Eriesees.

Seit dem 19. Jahrhundert wird am Eriesee Weinbau betrieben. Die kanadischen Anbaugebiete erstrecken sich am Nordufer sowie auf Pelee Island. Das Weinbaugebiet Lake Erie AVA liegt im amerikanischen Bundesstaat New York.

Der fünfte im Bunde: Der Ontariosee

Ontariosee-bei-Toronto

Blick auf Toronto über den Ontariosee

 

Der Ontariosee (englisch Lake Ontario) ist der flächenmäßig kleinste der fünf Großen Seen Nordamerikas, die miteinander durch Flussläufe verbunden sind. Nach Tiefe und Volumen ist er jedoch nach dem Eriesee der zweitkleinste.

Durch den Ontariosee verläuft die Grenze der Vereinigten Staaten zu Kanada. Er liegt auf 75 m Höhe und seine Fläche beträgt 19.011 km².

Der kanadische Seeanteil beträgt 9969 km² und der amerikanische Seeanteil beträgt 9042 km². Zum Vergleich: Seine Ausdehnung entspricht ungefähr der Größe des deutschen Bundeslandes Rheinland-Pfalz; die Fläche des größten Sees Europas, des Ladogasees, übertrifft er um rund 1000 km².

Die Wassertiefe beträgt bis zu 244 Meter. Der Hauptzufluss erfolgt über den Niagara River aus dem Eriesee. Weitere Zuflüsse sind der Trent River, der Genesee River, der Oswego River und der Salmon River. Der Ontariosee entwässert über den Sankt-Lorenz-Strom. Durch den arktischen Einfluss ist der Uferrand durchschnittlich drei Monate im Jahr zugefroren, dient aber im Sommer als Wärmespeicher, so dass er im Gebiet um die Niagarafälle u. a. den Weinanbau ermöglicht.

Das Wasser aus dem See wird auch für die Trinkwasserversorgung und zur Kühlung von Bürogebäuden in der Stadt Toronto verwendet.

Wie bei den anderen Großen Seen Nordamerikas, so sind auch beim Ontariosee die Gezeiten – anders als bei vielen kleineren Binnenseen – bemerkbar. Der Ontariosee hat rund 1500 Inseln, die größte namens Wolfe Island liegt am östlichen Abfluss des Sees in den Sankt-Lorenz-Strom.

Der Name des Sees leitet sich von der Sprache der Wyandot ab, wo das Wort ontarío „Großer See“ bedeutet. Die kanadische Provinz wurde später nach dem Ontariosee benannt. In frühen Karten wurde der See teilweise anders genannt. In den Relation des Jésuites trug er den Namen „Lac Ontario ou des Iroquois“ oder „Ondiara“. Eine französische Karte aus dem Jahr 1712 bezeichnete ihn als „Lac Frontenac“. In der irokesischen Sprache hieß der See „Skanadario“.

Wegen der Ähnlichkeiten in Form und Fläche diente der Lake Ontario als Namensgeber für den Ontario Lacus auf dem Saturnmond Titan.