Den Bewohnern der Vereinigten Staaten sagt man gelegentlich Exzentrismus nach. Besonders, wenn es um ihre Währung, den US Dollar geht. Sollten Sie also einem US-Amerikaner in Deutschland begegnen, der danach fragt, ob er auch mit seinem gewohnten Zahlungsmittel US Dollar bezahlen kann, so ruht das sicher auch von der Dominanz der Finanzpolitik der Federal Reserve of America her. Der Dollar der Vereinigten Staaten ist in seiner Präsenz nicht nur gültiges Zahlungsmittel im Land seiner Herausgabe.

 

Vereinigte Staaten von Amerika – Die Geschichte der Währung

 

1785 war die Geburtsstunde des US Dollars, der sich klar vom zuvor verwendeten Peso Dollar abgrenzen sollte und so ein Nationalbewusstsein für die neugeborene Nation mitgestalten helfen sollte. Im Konkreten wurde der Amerikanischen Kolonie verboten, die Britische Kolonialwährung nachzudrucken und nachzuprägen.

der DollarKolonialinterne Ausgaben zwangen die damals 13 Verwaltungsbezirke Fremdwährungen in Umlauf zu bringen, um ihre jeweiligen Haushaltsausgaben zu finanzieren.

 

Die damalige Konkurrenz zum British Empire waren die Spanier und Portugiesen. Also bediente man sich deren Währung, um einen überregionalen Handel für seine eigenen Interessen nutzen zu können.

Da der Begriff  “Taler” im spanischen Dollar heißt, lässt sich so auch die etymologische Herkunft der heutigen US Währung nachvollziehen.

 

Vorangegangen ist hierbei die politische Entscheidung zur Gründung der Bank of North America in der ersten Hauptstadt der Vereinigten Staaten, in Philadelphia im Jahre 1781. Von nun an lenkte ein zentrales Organ die Finanzpolitik der stolz aufstrebenden Nation.

 

In einem Abstand von zwei Jahren wurde, nach Einführung des Papiergeldes, die Münzprägung in Gang gesetzt. Dabei gab es das große Problem, dass viele der damaligen Bürger Nordamerikas nicht hinreichend lesen und schreiben konnten.

Daher entschloss man sich, ähnlich dem Britischen Münzsystem, Münzen in unterschiedlicher Form zu prägen. Dabei verzichtete man fortschrittlicher Weise auf die überaus konservative und mathematisch komplizierte Münzeinteilung der Briten.

 

Die damals herausgegebenen Münzen basierten auf dem durchaus fortschrittlichen und immer noch angewandten Dezimalsystem, bei dem 100 Cent einen Dollar ergeben. Natürlich gäbe es auch die 10 US Cent Münze, welche auch immer noch als eine 1 Dime bezeichnet wird.

10 solcher US Groschen mit einem Präsidenten Porträt auf der Kehrseite ergaben wiederum den ganzen Dollar. Diese Tradition des Dimes ist immer noch auf den aktuellen 10 US Cent Münzen zu lesen. Heutzutage gibt auch den half Dime, welcher der 5 Cent Münze entspricht. Auch wenn nur in ländlichen Regionen anzutreffen, gelten nicht selten 10 US Dollar als One Eagle. Ädequat gelten 20 US Dollar als Double Eagle.

 

25centHeute zwar unvorstellbar, damals jedoch gängige Praxis, wurden die Münzen in massivem Gold, Silber beziehungsweise Kupfer geprägt, um ihren Wert in Natura zu präsentieren.

Dies führte irgendwann dazu, dass aufgrund von inflationärem Gebrauch die Menge an Edelmetallen nicht mehr als Zahlungsmittel ausreichte.

 

Also führte man ein Gutscheinsystem ein, bei dem man jederzeit und zu einem festen Wechselkurs den Schein zu Gold hätte tauschen können. Die Einführung der Banknoten, des Papierdollars, begann zum Jahreswechsel 1861 zu 1862. Dies ist die Geburtsstunde des Goldstandards, welcher einem jeden Besitzer einer Banknote den Gegenwert von Gold zusicherte.

Dies geschah mit dem historischen Hintergrund, an dem die Vereinigten Staaten unter Abraham Lincoln gegen die Konföderierten Staaten von Amerika vier material- und mensch zermürbende Jahre lang Krieg führten.

 

Der wirtschaftlich fortschrittliche Norden begann folglich mit der industriellen Produktion von Dollarnoten, die nicht nur aus Papier, sondern auch aus Baumwollfasern bestanden. Dies war ein Material, wie es von den Jeanshosen von Arbeitern bekannt war. Diese Scheine erhielten in logischer Weise Reliefabbildungen bekannter Persönlichkeiten des Nordens. Damit konnte eine heroisch orientierte Bindung der Kriegsanhänger effektiv verstärkt werden.

 

Mit der Zeit der Industriealisierung begann auch der Versuch, die jeweils gegnerische Währung durch die Produktion von Falschgeld, den Blüten, in eine desaströse Inflation zu manövrieren. Damit dies den Konföderierten so schwer wie möglich gemacht werden musste, verwendete man einen für den Süden schwer zu beziehenden Farbton, der die Scheine in, mittlerweile weltbekannter, grüner Druckerfarbe erscheinen ließ.

 

Mit dem Federal Reserve Act von 1913 wurde auch die neue Institution, die Fedaral Reserve Bank, ins Leben gerufen. Diese entschied gleich als ersten Act, die Scheine in eine neue und ungeachtet ihres repräsentativen Wertes, einheitlich in ihrer Größe zu gestalten.

Wer also schon immer das Gefühl eines reichen Gangsters der Prohibitionszeit nachfühlen will, nimmt sich einen dicken Stapel von ein oder fünf US Dollarscheinen und legt als äußeren Schein einen 100er oder 200er drauf. Die Vorstellung, dass alle Scheine nur solche dicken Scheine sind, lässt einen schnell vom berühmten American Way Of Life träumen.

 

Dass jedoch auch finanziell hochgegriffene Träume platzen können, hat man zu einem wiederholten Mal während der Great Depression, der Weltwirtschaftskrise am Schwarzen Freitag 1929, erleben können.

 

Franklin Delano Roosevelts hatte nun die Folgen der Weltwirtschaftskrise mit der Politik seines großartigen Programms des New Deal erfolgreich zu bezwecken versucht. Dazu ließ er das American Federal Reserve Banksystem zur effizienten Geldnutzung umstrukturieren. Das war der Beginn der Abkehr vom bis dahin etablierten Goldstandard. Jegliches Gold in allen privaten Besitztümern musste an den Staat abgegeben werden und wurde im berühmten Fort Nox schwer bewacht eingelagert.

 

Nach Ende des 2. Weltkrieges wurde diese Währung durch ihre Stabilität und Repräsentanz eines politischen Systems von mehr als 40 Nationen zur Leitwährung gewählt. Unter der Leitung des britischen Ökonomen John Maynard Keynes wurde die nach ihm benannte Keynesianismus zum vorangingen Prinzip der US Finanzpolitik.

Diese regelte im Groben die Nachfrage von Dienstleistungen, sowie der Produktion von Gütern unter einem wirtschaftspolitischen Aspekt. Dieser kristallisierte sich nach dem 2. Weltkrieg zu einem Konkurrenzsystem zu dem des Ostblocks, mit dessen wirtschaftspolitischen Einstellungen.

 

In der Blütezeit des wirtschaftlichen Aufschwunges im Modell des Keynesianismus wurde der Dollar zu einer Pop Art Stilikone der westlichen Welt. Das Finanzsystem der Vereinigten Staaten expandierte mit seinem Einfluss auf weniger stabile Regionen im Pazifikraum. Da diese Inseln und Kleinstaaten sich für die Einführung des US Dollars als alleinige Hauptlandeswährung entschieden, kann man sagen, dass ihre Ökonomie an den der United States Of America gekoppelt wurde. Finanzkolonien einer politisch und militärisch einflussreichen Großmacht, wie die USA es heute ist. Im Oktober 2013 wurde eine neue Hundert Dollar Note eingeführt, wir wünschen uns, dass diese weniger gefälscht wird und einen guten Eindruck in der Welt hinterläßt.

 

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