Der US-Staat Wyoming befindet sich im Westen der USA in der Rocky-Mountains Region. Der Name stammt von den Algonkin-Indianern und bedeutet „Große, ebene Fläche“. Wyoming grenzt im Norden an Montana, im Osten an South Dakota und Nebraska, im Süden an Colorado und im Westen an Utah und Idaho. Der größte Ort und gleichzeitig die Hauptstadt ist Cheyenne mit 60.000 Einwohnern auf 1848 Metern gelegen. Höchster Punkt ist mit 4.207 m der Gannett Peak. Der Spitzname kommt vom Staatsmotto und ist „Equality State“ also in etwa “Gleiches Recht für alle”.

 

Der US-Bundesstaat Wyoming

 

Wind River Mountains

Wind River Mountains Ölgemälde von Albert Bierstadt

Mit seinen 253.336 km² ist Wyoming flächenmäßig der zehntgrößte Bundesstaat der USA und damit in etwa halb so groß wie Spanien. Nach Colorado ist er mit 2044 m auch der durchschnittlich am zweithöchsten gelegene Staat der USA. Er befindet sich im westlichen Zentrum des US-Staatsgebiets und zählt somit durch seine Lage (wie auch seine Kultur) zum sogenannten, legendären (Wilden) Westen (daher auch der Kosename Cowboy State). Wikipedia schreibt zu diesem Bundesstaat aussergewöhnlich viel, das wir Euch nicht vorenthalten wollen:

Wyoming gehört gemeinsam mit seinen südlichen und westlichen Nachbarstaaten Colorado und Utah zu den Bundesstaaten, deren Grenzen ausschließlich nach geographischen Längen- und Breitengraden definiert wurden. Die Grenzziehung entspricht einem Rechteck.

Im Prinzip ist das Gebiet von Wyoming ein weites, gebrochenes Plateau, aus dem verschiedene Bergkämme der Rocky Mountains aufragen. Aus einer Querschnittsperspektive gesehen, befindet sich dieses Plateau in einer Schräglage, die von einem höher gelegenen Westen in einen tieferen Osten übergeht. Diese Neigung beschreibt auch den Übergang von den weiten östlichen Ebenen der Prärien über zentrale Beckenlandschaften zum westlich gelegenen Felsengebirge. Wyoming ist also ein Staat, der die großen Kulturlandschaften der Great Plains und der Rocky Mountains verbindet – eine Position, die er nur mit drei der 50 weiteren Bundesstaaten teilt: Montana im Norden, sowie Colorado und New Mexico im Süden.

Eine weitere geographische Bedeutsamkeit ist Wyomings Lage an der Great Continental Divide, der großen kontinentalen Wasserscheide des nordamerikanischen Kontinents, welche die Bundesstaatsfläche in nordwestlich-südöstlicher Richtung durchzieht. Sie verläuft entlang der Absaroka Range und Wind River Ranges und setzt sich im Great Divide Basin, und später der Park Range (großteils in Colorado), fort. Alle Flüsse, die östlich dieser Linie entspringen, entwässern Richtung Osten und münden irgendwann alle in den Missouri River, der in den Mississippi River und schließlich in den Atlantischen Ozean (Golf von Mexico) fließt. Jene Flüsse, die westlich der Wasserscheide ihren Lauf beginnen, enden im Pazifik (entweder im offenen Ozean, wenn sie dem Columbia River westwärts folgen, oder im Golf von Kalifornien, wenn sie nach Süden in den Green River und später den Colorado River entwässern).

Wyoming kann in drei große geographische Räume gegliedert werden, die alle grob ein Drittel des Staatsgebiets umfassen: die Great Plains, die Intermountain Basins (Gebirgsbecken) und die Rocky Mountains.

Great Plains

great plains

DIe Great Plains

Der östliche Teil Wyomings wird von den Great Plains (großen Ebenen) eingenommen, weitläufigen Prärien, die sich vom Süden Kanadas durch das Zentrum der USA bis hinunter an die mexikanische Grenze ziehen und eine wesentliche, weltweit bekannte Kulturlandschaft bilden.

Die Prärien Wyomings sind einerseits durch gänzlich flache Landstriche gekennzeichnet, andererseits jedoch durch die vorherrschenden, sanft rollenden Hügel. Der Großteil dieser Gegend ist von mit Kurzgras bewachsenen, weitgehend baumlosen Steppenlandschaften geprägt, die nur an den Flüssen z. T. von Pappeln und Gebüsch durchsetzt sind. Ackerbau (am ehesten Weizen) ist in diesen windigen, trockenen Weiten kaum möglich, stattdessen wird extensive Weidewirtschaft betrieben.

In der Prärie im Nordosten von Wyoming befindet sich am Belle Fourche River mit 945 m der tiefste Punkt des gesamten Bundesstaates. Das teils dicht mit Ponderosa-Kiefern bedeckte Inselgebirge erreicht in Wyoming Höhen von knapp über 2000 m und beherbergt ein bekanntes Naturdenkmal: das Devils Tower National Monument, ein monumentaler vulkanischer Monolith, der 386 m über dem Belle Fourche River emporragt und eine Höhe von 1558 m erreicht. Den Sioux und Cheyenne und auch anderen First Nations ist dieser Berg heilig und trägt in Lakota den Namen Mato Tipila (Hütte des Bären).

Rocky Mountains

Vornehmlich im Nordwesten des Bundesstaates und teilweise auch im Südosten erheben sich gewaltige Gebirgsketten, die allesamt Teil der Rocky Mountains sind. Das Felsengebirge splittert sich in Wyoming in verschiedene Bergkämme auf, die sich gewöhnlich in nord-südlicher oder nordwestlich-südöstlicher Richtung erstrecken. Die Bighorn und Laramie Mountains begrenzen hierbei die Prärien und markieren den Übergang in ausgedehnte Beckenlandschaften, die von den Gebirgszügen eingerahmt werden.

Besonders hoch und wild zerklüftet präsentiert sich die Wind River Range, in der neun Viertausender in den Himmel ragen. Hier befindet sich auch die höchste Erhebung Wyomings: der Gannett Peak, der je nach Messung 4202 m, 4207 m oder 4210 m erreicht.

Ein sehr geschätztes Fotomotiv und Sinnbild mächtiger, unberührter Natur ist die Teton Range mit ihrem 4196 m hohen Grand Teton Peak, dem zweithöchsten Berg des Bundesstaates, am Rande des gleichnamigen Nationalparks südlich des Yellowstone-Nationalpark.

Grand teton

Der Grand Teton

Grand Teton und Snake River

Aufgrund ihrer relativ ergiebigen Niederschläge sind die Bergketten der Rocky Mountains dicht bewaldet. Wegen der Höhe und der Rauheit des Klimas herrschen Nadelbäume vor, mit denen die Holzwirtschaft ein einträgliches Geschäft erzielt. Daneben liegen unter dem Fels wertvolle Rohstoffe wie Ölschiefer, Steinkohle, Eisenerz und Uran. Weiterhin ist der Berg-Tourismus (Wandern, Klettern, Canoeing und Rafting im Sommer, Skifahren in der Wintersaison) von Bedeutung.

Intermountain Basins (Gebirgsbecken)

Den dritten großen geographischen Raum stellen ausgedehnte Becken dar, die vorwiegend im Zentrum und Südwesten liegen und von den Gebirgszügen eingefasst werden, z. B. die Bighorn, Great Divide, Green River und Wind River Basins. Diese Becken sind relativ hoch gelegen (1000-2000 m), aber eben und großteils mit Kurzgras oder niedrigem Buschwerk bedeckt. Bäume gibt es kaum. Da sie sich direkt im Windschatten der großen Bergketten befinden, sind diese Beckenlandschaften sehr niederschlagsarm und haben deshalb gelegentlich Halbwüstencharakter. Dennoch sind sie gemeinsam mit den Great Plains das Kerngebiet der Bevölkerung und der Landwirtschaft. Ohne Bewässerung ist Ackerbau (vor allem Weizen und Zuckerrüben) hier jedoch kaum möglich.

Eine Besonderheit stellt das Great Divide Basin dar, das eine zu- und abflusslose Halbwüste direkt an der kontinentalen Wasserscheide ist. Hier befindet sich die sogenannte Red Desert (rote Wüste), eine rund 24.000 km² umfassende Halbwüsten- und Wüstengegend, die für ihre Sanddünen bekannt ist, die zu den mächtigsten der USA gehören. Südwestlich davon schließen sich bizarre Schluchten an, wie etwa die farbenprächtige Flaming Gorge, die bereits an die weiter südwestlich liegenden Canyonlands in Utah und Arizona erinnern.

Flüsse und Seen

Als ziemlich trockener Flecken der USA besitzt Wyoming naturgemäß keine größeren Feuchtgebiete oder Seenlandschaften. Nur 0,7 % der Staatsfläche sind von Wasser bedeckt. Damit liegt Wyoming an zehntletzter Stelle unter den amerikanischen Bundesstaaten, gemeinsam mit anderen Staaten des Mittleren Westens und Südwestens (Arizona, Colorado, Kansas, Nebraska, etc.).

Fast ein Viertel der gesamten Wasserfläche Wyomings wird vom Yellowstone Lake im gleichnamigen Nationalpark eingenommen, der sich über 352 km² innerhalb der Parkgrenzen erstreckt. Er liegt auf 2376 m Höhe, hat 177 km Uferlänge und misst bei einer mittleren Wassertiefe von 42 m an seiner tiefsten Stelle immerhin 118 m. Herausragend ist seine Stellung als größter Süßwassersee über 2000 m in ganz Nordamerika. Eine flüssige Oberfläche besitzt der Yellowstone Lake jedoch nur etwa die Hälfte des Jahres (und selten wärmer als 15 °C), da er in normalen Wintern von Anfang Dezember bis Ende Mai oder Anfang Juni zufriert. Die Eisschicht ist an vielen Stellen bis zu einem Meter dick, allerdings gibt es Bereiche, in denen flaches, ufernahes Wasser über warmen Quellen liegt, die Eisbildung an diesen Stellen verhindern.

Der zweitgrößte See liegt unweit südlich und gleichfalls über 2000 m Seehöhe. Es ist der 103 km² große Jackson Lake im Grand Teton National Park, der mit 134 m sogar tiefer als der Yellowstone Lake ist. Ursprünglich kleiner, wurde die Wasserfläche durch einen Staudamm erweitert. Auch der Jackson Lake ist das halbe Jahr zugefroren und misst selten über 15 °C, auch in heißen Sommern.

Abgesehen von diesen beiden großen Seen gibt es noch ein paar kleinere, die aber beinahe alle auf Flussaufstauungen zurückgehen, so beispielsweise die Stauseen Bighorn, Boysen, Buffalo Bill, Flaming Gorge, Fontenelle, Glendo, Keyhole, Pathfinder und Seminoe Reservoirs, die allesamt von tragender Bedeutung für die Landwirtschaft und die Wasserversorgung der Städte sind. Die Flussläufe Wyomings haben ihren Ursprung an den Hängen der Gebirgsketten, welche die kontinentale Wasserscheide darstellen.

Der längste Fluss auf Wyomings Staatsbiet ist der North Platte River im Südosten mit einer Länge von über 500 km. Er ist insofern auch von besonderem Rang, als an ihm drei der wasserreichsten Reservoirs liegen. Der Green River, mit fast 400 km drittlängster Fluss, wird zu zwei großen Stauseen aufgestaut, dem Fontenelle Reservoir und dem Flaming Gorge Reservoir, das sich bis ins benachbarte Utah zieht.

Am Wind/Bighorn River, dem zweitlängsten in Wyoming (rund 500 km) befinden sich die Bighorn und Boysen Reservoirs, an denen der Ertrag der Landwirtschaft des Bighorn Basins hängt. Weitere Flussläufe von Bedeutung sind der Snake River, der Belle Fourche und der Powder River, der die Prärie im Nordosten durchzieht, die Flüsse Sweetwater und Laramie River im Südosten, die beide den North Platte speisen, die südwestlich gelegenen Black Fork, Hams Fork und Sandy Rivers, die in den Green River münden, sowie die kleineren Zubringerflüsse des Wind oder Bighorn River im Bighorn Basin: Greybull, Gooseberry, Nowood und Shoshone.

Fauna

Gabelbock

Einer der vielen Gabelböcke in Wyoming

Die hochgelegenen Plains in Wyoming sind die Heimat von Hasen, Präriehunden, Kojoten, Gabelböcken, Klapperschlangen, Habichten, Moorhühnern und Fasanen. Bisons wie auch Gabelböcke waren Ende des 19. Jahrhunderts in den Plains aufgrund übermäßigen Jagens beinahe ausgerottet, ihr Bestand konnte sich aber dank weitreichender Schutzmaßnahmen stabilisieren. Nachdem die Gabelböcke unter Schutz gestellt worden waren, vermehrten sie sich wieder von etwa 5000 Tieren im Jahre 1903 auf heute mehr als eine halbe Million.

Damit leben in Wyoming mindestens so viele Gabelböcke wie Menschen. Wyoming hat darüber hinaus die höchste Gabelbock-Population in den USA und besitzt in der Red Desert mit 40.000-50.000 Exemplaren auch die größte zusammenhängende Herde dieser Tiere in den USA.

Die Bisons, von denen zu Kolumbus’ Zeiten Schätzungen zufolge zwischen 30 und 70 Millionen in gewaltigen Herden den nordamerikanischen Kontinent durchzogen, waren Ende des 19. Jahrhunderts auf unter 1000 Exemplare dezimiert worden. Einerseits verloren die massigen Tiere große Teile ihres Habitats und wurden durch die zunehmende Besiedelung an ihren Migrationszügen gehindert, andererseits wurden sie in weit überzogenem Maße bejagt, vor allem nachdem offensichtlich geworden war, dass mit dem Bison auch viele Indianervölker untergehen würden.

Eine der letzten kleinen Bisonherden erhielt mit dem Yellowstone-Nationalpark ein gesichertes Rückzugsgebiet. Ihr Bestand konnte sich dort stabilisieren und lag im Jahr 2007 bei 4700 Tieren. Dies ist die größte frei lebende Herde in den gesamten USA. Zudem gibt es in Wyoming, ebenso wie in etlichen anderen Bundesstaaten, blühende Bison-Ranches, in denen allein in Wyoming tausende Tiere gezüchtet werden. Die Nachfrage nach Bisonfleisch und -leder ist erheblich.

Im Gegensatz zu den Plains sind die Rocky Mountains in Wyoming teilweise bewaldet. In den niederen Bereichen der Rockies leben Pumas, Rotluchse und Maultierhirsche, in den höher gelegenen Bereichen Dickhornschafe und Schneeziegen. Des Weiteren finden sich in den Bergen Säugetiere wie Grauhörnchen, Streifenhörnchen, Waschbären, Baumstachler und Skunks, in der Yellowstone-Region auch Wapitis, Elche, Wölfe, Schwarz- und Grizzlybären. Bis in die frühen Jahre des 19. Jahrhunderts waren Biber in den Bergen Wyomings weit verbreitet. Sie wurden ihrer Pelze wegen beinahe ausgerottet. Heute sind sie geschützt, ihr Bestand erholt sich langsam.

Unter den Hirscharten sind Wapitis (dieser Name entstammt der Sprache der Blackfoot-Indianer und bedeutet weißes Hinterteil, im Englischen werden sie als elk (nicht zu verwechseln mit Elch (=moose) bezeichnet) und Maultierhirsche (mule deer) die bekanntestes Vertreter. In Wyoming gibt es ca. 106.000 Wapitis (Stand 2001) und die größte Wüsten-Wapiti-Herde (desert elk herd) der Welt in der Red Desert. Die Zahl der Maultierhirsche dürfte in die Hunderttausende gehen, wobei in der Red Desert alleine 40.000-50.0000 Exemplare anzutreffen sind.

Die nach wie vor gefährdeten Grizzlybären findet man vorwiegend im Größeren Yellowstone-Ökosystem, wo mit 500-600 Tieren die größte Population in den USA lebt (insgesamt rund 1400 in Montana, Idaho, Washington und Wyoming im Gegensatz zu 50.000-100.000 vor der Entdeckung Nordamerikas bzw. dessen Besiedelung durch Europäer).

Die Zahl der Dickhornschafe liegt bei rund 6000 (Stand 2004) und die der Schneeziegen bei 100 bis 200 Exemplaren. Die Schneeziegen, die vorwiegend in und um den Yellowstone-Nationalpark leben, stellen insofern ein Problem dar, als sie ursprünglich nicht in Wyoming heimisch waren. Laut der Yellowstone-Parkverwaltung haben sie sich hier aber gut eingelebt und bedrohen die Authentizität der Fauna in der Region.

 

Klima

Wyoming besitzt ein semi-arides, kontinentales Klima, das mit allerlei Extremen aufwarten kann. Es wird durch mehrere geographische Faktoren geprägt, die sich auf verschiedene Art und Weise in den klimatischen Bedingungen widerspiegeln.

Überblick

Die Lage des Bundesstaates im Herzen des nordamerikanischen Kontinents, fernab jeglicher größerer Wasserflächen die sich ausgleichend auf das Klima auswirken könnten, sorgt für ein streng kontinentales Klima, das sich durch heiße Sommer, kalte Winter und geringe Niederschläge auszeichnet. Die relativ hohe Lage weiter Teile des Landes (es gibt kaum Gegenden, die unter 1000 m Seehöhe liegen) gepaart mit südlicher Lage (grob zwischen dem 41. und 45. Breitengrad, was in Europa etwa der Höhe Mittelitaliens, Südfrankreichs und Nordspaniens entspricht) und trockener Luft, sorgt für starke Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht.

Zudem wirken sich die Rocky Mountains entscheidend aus: Sie stellen einerseits eine regelrechte Barriere dar, die feuchte und regenreiche Luftmassen vom Pazifik abschirmt und so für semi-aride Verhältnisse in ihrem Regenschatten sorgen. Andererseits ermöglicht ihre Auffaltung in nord-südlicher Richtung einen mehr oder weniger ungehinderten Austausch der Luftmassen parallel dazu. Das heißt es kann das ganze Jahr über zu plötzlichen polaren Kaltlufteinbrüchen kommen. Drittens ermöglicht das Gebirge aber auch genau den gegenteiligen Effekt: warme Fallwinde – bekannt als Chinook (vergleichbar dem Alpenföhn) – können vor allem im Winter für ungewöhnlich milde Temperaturen sorgen. Schließlich bedingen die Lage nahe dem Jet-Stream, sowie weite, hügelige Prärielandschaften und Hochebenen ziemlich windige Gegebenheiten.

Detail

Im Detail lassen sich zwei lokale Klimatypen erkennen: Einerseits weisen die ausgedehnten Prärien, Hochebenen und Becken im Zentrum, Osten und Südwesten Wyomings ein kontinentales Steppenklima auf – etwa das Powder River Basin, Bighorn Basin, Great Divide Basin und Green River Basin, die mit den größten Orten (Casper, Cheyenne, Gillette, Green River, Rawlins, Rock Springs und Sheridan) auch ein Gros der Bevölkerung vereinen. Andererseits herrscht in den Gebirgsketten und Hochtälern über 1900 m ein Gebirgsklima vor – das betrifft z. B. die Absaroka Range, die Bighorn Mountains, Laramie Mountains, Wind River Range und Wyoming Range, die sich in nord-südlicher Richtung durch den Bundesstaat ziehen und mehrere Gipfel über 4000 m besitzen; in diesen Klimabereich fällt auch der gesamte weltbekannte Yellowstone-Nationalpark, der durchgängig über 2000 m liegt, und das südlich anschließende Gebiet von Jackson Hole, das für seine Wintersportmöglichkeiten berühmt ist.

Steppenklima

Das Steppenklima der Prärien zeichnet sich durch ausgesprochen kalte, aber sehr trockene Winter aus. Die Monate Dezember, Januar und Februar sind die trockensten des ganzen Jahres; die Temperaturen fallen des Nachts im Durchschnitt auf -13 bis -8 °C. während die Tageshöchstwerte trotz klirrenden Morgenfrosts meist um den Gefrierpunkt oder im zarten Plusbereich angesiedelt sind (typischerweise -1 bis +4 °C). Kältewellen, die ungehindert aus dem Norden einfallen können, sorgen gelegentlich für erhebliche Temperaturstürze und strengen Frost: dann kann es nachts auf unter -30 °C abkühlen, und oft steigen auch tagsüber die Temperaturen nicht über -15 °C. Blizzards können auch plötzliche, starke Schneefälle einleiten, die das öffentliche Leben lahmlegen können. Wenn hingegen der warme Fallwind Chinook in den Becken und Ebenen durchgreift, kann es gut und gerne +15 °C geben (sogar in der Nacht); an Spitzentagen sind bis zu +20 °C möglich.

Im Frühling und Frühsommer steigt mit den Temperaturen auch die Feuchtigkeit. Es kann an bis zu zehn Tagen im Monat Niederschlag fallen (das ergibt zwischen 30 und 65 mm Niederschlag, was in weiten Teilen Mitteleuropas selbst in den trockensten Monaten selten erreicht wird!). Im Sommer fällt der Regen häufig in Form heftiger Gewitter, die sich über den aufgeheizten Prärien entladen und oft verheerenden Hagel, Sturm oder Blitzschlag bringen. Im Hochsommer wird es wieder trockener, und die Temperaturen steigen auf ein Durchschnittsmaximum von 27-33 °C tagsüber. Nachts kühlt es in den meisten Gegenden allerdings durch Höhenlage, Trockenheit und Hochdruckzonen empfindlich ab (9-14 °C); außer im Juli und August kann es überall Morgenfrost geben. Andererseits sind Hitzewellen von über 35 °C nicht selten, vielerorts wurden bereits mehr als 40 °C gemessen; damit gehen häufig Trockenperioden einher, in denen jeglicher Niederschlag wochenlang ausbleiben kann. Im Herbst gibt es wieder einen geringfügigen Feuchtigkeitsanstieg, bevor mit dem Frost im Winter erneut sehr trockene Verhältnisse vorherrschen.

Manche Täler bekommen im Regenschatten der Rockies so wenig Niederschlag ab, dass sie als Halbwüsten bezeichnet werden können, so z. B. das Bighorn Basin, in dem im Jahr nur 130-200 mm Niederschlag fallen.

Gebirgsklima

Im Gebirge ist es generell kühler und feuchter. In den Bergketten und Hochtälern, vor allem im gebirgigen und hochgelegenen Nordwesten des Bundesstaates (mit Yellowstone und Jackson Hole), herrscht von Anfang Dezember bis Ende Februar Dauerfrost (z. B. Jackson: Nacht -18, Tag -4 °C; bis unter -40 °C möglich). Dort kommt es im Gegensatz zu den Ebenen in der Winterjahreshälfte zum Niederschlagsmaximum, das ergiebig und meist in Form von Schnee fällt. Davon profitieren schneesichere Skigebiete in Jackson Hole und Umgebung, die bis zu 8 m Schnee pro Jahr ausfassen. Dies liegt an einem häufigen Wolkenstau, bedingt durch die Westwinddrift, die vom Pazifik feuchte Luftmassen Richtung Rocky Mountains schaufelt, wo sie ihre nasse Fracht abladen.

Bis spät in den Mai hinein kämpfen Winter und Frühling in den Gebirgsregionen, jagen sich Regenschauer, Sonne und Schneestürme. Erst im Hochsommer setzt sich trockeneres und wärmeres Wetter durch.

Prinzipiell kann es in Lagen über 2000 m jedoch zu jeder Jahreszeit schneien, auch im Juli. Die Sommer fallen generell sehr unterschiedlich aus: manchmal werden die Bergtäler unablässig von heftigen Gewittern heimgesucht, Hagel, Sturm, Blitzschlag und Starkregen inklusive, dann wieder ist es sehr trocken und sonnig; in manchen Jahren zeigt sich der Sommer sehr kühl (im Ort Jackson gibt es Sommer, in denen nie über 25 °C gemessen wurden), in anderen beinahe heiß (in Jackson wurden beispielsweise bis zu 36 °C gemessen). Morgenfrost gibt es praktisch jeden Sommer.

Wetterextreme

Die stark kontinentale Prägung des Klimas von Wyoming, gepaart mit lokalen Gegebenheiten, führt zu häufigen Wetterextremen. Im Winterhalbjahr sind dies vor allem Blizzards, die von Norden her einfallen und durch Eisregen und heftige Schneefälle das öffentliche Leben lahmlegen können. Außer im Hochsommer besteht immer Blizzardgefahr. Den Blizzards gegenüber stehen die Extreme des Sommers: Wochen flirrender Hitze und ohne jeglichen Niederschlag setzen der Landwirtschaft regelmäßig stark zu, ebenso wie die heftigen (Hagel-)Gewitter, die zahlreich niedergehen.

Der Südosten des Bundesstaates liegt zudem im Einzugsbereich von Tornados, die zwar bedeutend weniger häufig und zerstörerisch auftreten als in den weiter südlich gelegenen Prärien, aber dennoch immer wieder übers Land fegen. Ein Wetterphänomen, das saisonunabhängig auftritt, sind beachtliche Temperaturstürze. Während die Tages- und Nachtschwankungen bereits erheblich sein können (bis zu 30 °C), lassen Luftmassenwechsel oder andere Windphänomene (Blizzards, Chinook) immer wieder die Temperaturen innerhalb weniger Stunden enorm steigen oder fallen. Temperaturschwankungen von bis zu 40 °C innerhalb von 24 Stunden wurden bereits beobachtet.

Die kälteste je in Wyoming gemessene Temperatur beträgt -54,4 °C (= –66 °F). Dieser Rekord stammt aus gleich zwei Ortschaften, Riverside (2177 m) im Süden des Bundesstaates und Moran (2057 m) im Nordwesten nahe dem Yellowstone-Park, dem kältesten ständig bewohnten Ort Wyomings, und wurde am 9. Februar 1933 gemessen. Ähnlich niedrige Werte wurden seither nur im Yellowstone-Gebiet erreicht (-54 °C). Die höchste Temperatur wurde im Ort Basin im generell als heiß und trocken bekannten, halbwüstenhaften Bighorn Basin im nördlichen Zentrum registriert: sie betrug am 8. August 1983 46,7 °C (=116 °F).

 

Größte Städte

 

Die größten Städte Wyomings mit ihren Einwohnerzahlen (gerundet):

  • Cheyenne 60.000
  • Casper 55.000
  • Laramie 31.000
  • Gilette 29.000
  • Rock Springs 23.000

 

Interaktive Landkarte Wyomings

 

Auf der Karte von Wyoming finden Sie eine Strassenkartenansicht, mit dieser können Sie Ihre Route durch den Staat planen. Mit der Maus zoomen Sie einfach in den Wilden Westen, die Hauptstadt Cheyenne ist dabei mit einem Tropfen markiert.