An alle angehenden “Südamerika Abenteurer”, die hier mitlesen:

Wie ich im Fernsehen sehen konnte, gibt es in Peru mittlerweile auch Zika, das durch eine spezielle Mückenart übertragene Virus.

Zicka wird durch den Stich diese Mücke verbreitet

Die Zika übertragende Mücke Aedes aegypti

Um was gehts hier eigentlich?

Ich selbst reise sehr viel, auch in Südamerika und habe mir dort vor zwei Jahren eine Infektion im peruanischen Dschungel zugezogen, wohl durch den Stich einer Mücke. Der Einstich war am linken Fuss: ein simpler Mückenstich, hat nur gejuckt, hab wie immer ein wenig dran rumgekrazt und schenkte dem keine Aufmerksamkeit mehr.

Zwei Monate nach Einstich

Nach etwa zwei Monaten bemerkte ich dann, dass die noch kleine Wunde nicht verheilen wollte. Viele andere neuere Stichstellen waren nicht mehr zu sehen, diese eine jedoch blieb und sollte mir noch viel Kopfschmerzen bereiten.

Gang zur Apotheke – die Apothekerin empfiehlt Amoxicillina

Nun begab ich mich sogar mal in die Apotheke und kaufte mir Amoxilicina als Salbe und Tabletten. Diese Penicillinart wird in Peru wie so vieles auch ohne Rezept verkauft. Ok, drei Tage sollte die Behandlung dauern: jeweils alle 8 Stunden eine Tablette und regelmässig die Salbe auf die Wunde – das wird doch nun helfen, dachte ich mir und war guter Dinge. Aber auch nach einigem Warten verschloss die kleine Wunde nicht.

Nach einem Jahr : Soll ich nun doch mal zum Arzt gehen?

Die Wunde wollte aber auch einem Jahr nach dieser ersten Behandlung, nicht zuheilen und wurde etwas grösser. Nun war ich doch aufgewacht und sprach mit meinem guten Freund, der viele Jahre in verschiedenen Dschungelregionen unterwegs war und auch bereits zweimal Malaria mit nach Hause brachte. Der empfahl mir, direkt die auf Tropenkrankheiten spezialisierte Abteilung der Universidad de San Marcos zu konsultieren. Wenige Tage spaeter sass ich im Wartezimmer, nein der Wartehalle, nachdem ich 20 Soles für die Konsulation bezahlte, Bargeld lacht.

Diagnose: Könnte Leishmaniose sein

Stich der Sandmücke auf der Haut @America.de

Diese Sandmücke hat mir die Leishmaniosis zugefügt!

Tja so richtig eine korrekte Diagnose konnte die Aerztin aber nicht stellen, am besten einfach mal ein wenig Fleisch aus der betroffenen Stellen nehmen und von den Fachleuten untersuchen lassen. Könnte UTA sein, so wie es aussieht die Variante “Uta seca”, eine Leishmaniosis Art, die sich auf der Haut verbreitet. Erst winzig, dann einen Zentimeter gross, dann wird der Fleck grösser und ohne Behandlung..
ich will Euch die Bilder der Leishmaniose hier ersparen, googelt auch besser nicht danach. Wikipedia schreibt etwa, die kutane Leishmaniose befällt die Haut und geht aber nicht auf die Organe los. Die Übertragung findet durch den Stich der Sand- oder Schmetterlingsmücken statt.

Fleischentnahme am Lebendprobanden

Ein junger Helfer gab mir eine lokale Betäubungsspritze und machte sich ans Werk. Ein einem Korkenzieher ähnelndes Instrument bohrte sich in meine Wunde und ich dachte, nun gehts bis auf den Knochen. Zumindest waren es tolle Schmerzen, trotz Spritze. Die Gewebeprobe mitsamt Blutproben wurden in Glasröhrchen gepackt.

Die Proben werden von den “Fachleuten” untersucht

Die Blutproben sollten dann in der Universität vor Ort untersucht werden, die Gewebeprobe sollte ich zu einem Spezialisten bringen. Was ich dann auch getan habe, 300 Soles hat die Untersuchung der Gewebeprobe gekostet und das Ergebnis hatte ich nach fünf Tagen auf Papier vor mir liegen:

Der Verdacht auf Uta Seca – Leishmaniose – hatte sich nicht bestätigt, auch anderes wurde nicht gefunden, aber ich könnte noch zwei weitere Untersuchungen der Gewebeprobe für weitere 700 Soles machen. Das wären dann schon 1000 Soles gewesen, etwa 300 Euro, um dann eventuell zu wissen, was für eine Infektion ich habe.

Das war mir dann doch zuviel und ich war auch bereits total genervt, wie konnten die Spezialisten da nix feststellen? In der Zeit musste ich wieder retour in den Dschungel, ich wollte mir keine Zeit mehr nehmen, um noch weitere unangenehme teure Proben oder Tests anzustellen.

Ein Jahr und drei Monate nach dem Sandmückenstich

Mittlerweile war ich wieder im Dschungel und ein Freund der Familie, der Zeit seines Lebens dort verbrachte, schaute sich meine Wunde an und meinte: Bueno Mike, eso que tienes es “algo como Uta seca”. Espera un momento por favor. Er ging mit der Machete ums Haus und kam mit einer abgehackten Pflanze wieder. Den Saft der Pflanze sollte ich mir die nächsten Tage auf die Wunde tröpfeln. Insgesamt dreimal habe ich das gemacht, nach zwei Wochen verschloss sich die Wunde.

Zwei Jahre nach dem Stich der miesen Mücke

Wenn ich heute, etwa zwei Jahre danach wieder an meinen Fuss sehe, bemerke ich eine etwas hellere Stelle, da wo die Wunde war. Alles toll verheilt, dank ein paar Tropfen einer subtropischen Pflanze, deren Name mir nie aus dem Gedächtnis gehen wird.